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Interview mit Rockstar Bryan Adams: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, Neu-Berliner zu werden“

Rockstar Bryan Adams.

Rockstar Bryan Adams.

Foto:

Universal Music

Bryan Adams sitzt in einer kleinen, wenig glamourösen Garderobe im Studio Bremen, wo er gleich die Talkrunde bei „3 nach 9“ mit seiner Musik bereichern wird. Sein blondes Haar hat der 56-jährige Kanadier zurückgekämmt, er trägt ein schwarzes Sakko zur dunklen Jeans und zum weißen Hemd, von dem er die oberen Knöpfe lässig offen lässt.

Der Veganer nascht deutsches Edelmarzipan (ist da etwa kein Honig drin?), während er uns stolz die limitierte Box seines neuen Albums „Get Up“ zeigt – dafür hat der Fotograf Adams sich selbst in Schwarz-Weiß auf fünf übergroßen Postkarten verewigt. Beim Gespräch ist er bedacht darauf, nicht zu viel von seinem Privatleben offenzulegen. Stoisch, auf den Punkt und mit hintergründigem Humor antwortet er auf die Fragen. Und empfiehlt am Ende noch ein Buch für gesunde Ernährung, damit es mit den Vorsätzen fürs neue Jahr auch klappt.

Sie sind ganz schön oft in Deutschland. Vor allem in Berlin.

Ich bin zum Arbeiten in Berlin, von der Stadt bekomme ich gar nicht so viel mit. Ich kann nur sagen, dass ich wirklich alles, was ich von Berlin kenne, mag. Das war der Grund, warum ich mir vor zwei Jahren eine Fabrikhalle in Oberschöneweide gesichert habe, um dort etwas Tolles entstehen zu lassen. In ein paar Monaten wird alles fertig sein. Leider hatte ich jüngst keine Zeit, mir die Fortschritte anzusehen. Aber ich habe meine Leute, die mich darüber auf dem Laufenden halten.

Man hörte, Sie planen ein „Lebens- und Kulturzentrum“ für Künstler. Haben Sie schon Bewerbungen vorliegen?

Wir haben das Gebäude renoviert, um einen Raum für Kreative, Künstler und Start-ups zu schaffen. Es werden zwölf Ateliers entstehen, vielleicht auch ein Shop, Café oder eine kleine Gallery. Ich selbst kann mir sehr gut vorstellen, Neu-Berliner zu werden. Ich bin mir sicher, dass ich mit meiner Zeitschrift, dem Zoo Magazine, dort einziehen werde. Weil es einfach schön ist, in Berlin eine feste Anlaufstelle zu haben.

Wird es eine große Einweihungsparty in Oberschöneweide geben?

Nein, wir werden das ganz still und heimlich eröffnen, habe ich beschlossen. Das ist mein Stil. Die Marktschreierei können andere besser als ich.

Sprechen Sie eigentlich Deutsch?

Nur wenige Wörter. Nicht genug für eine Konversation. Das ist etwas peinlich, wo ich nun schon so viele Jahre in Deutschland unterwegs bin. Mein deutsches Lieblingswort ist übrigens Schatzi. So nenne ich jeden, der nett zu mir ist.

Wie leben Sie in London, Ihrem eigentlichen Wohnsitz?

In einem Haus in Chelsea, in dem auch mein Atelier ist. Ich lebe ein stinknormales Leben. Ich habe neulich gelesen, dass Noel Gallagher mit der U-Bahn zum U2-Konzert gefahren ist. Das sorgte für einen Riesenwirbel in der englischen Presse. Ich nehme ständig die Bahn in London, denn ich habe ja nicht mal ein Auto – und die Leute bleiben immer cool. Selbst zu einem Auftritt im Madison Square Garden in New York bin ich mal mit der Bahn gefahren.

Das letzte Mal, als ich Sie in Berlin sah, sind Sie mit Justin Bieber bei einer Veranstaltung Ihrer Plattenfirma Universal aufgetreten.

Das war ein ziemlich spaßiges Duett! Ich hatte ihn nie zuvor getroffen, obwohl Bieber wie ich aus Kanada stammt. Da wir beide bei dem Firmenfest auftreten sollten, dachte ich, ich frag ihn mal, ob er Lust hat, etwas gemeinsam zu machen. Er war begeistert von der Idee. Also sagte ich zu ihm, dass ich mir rasch mal ein paar Songs im Internet von ihm anhören werde, um etwas auf der Gitarre einzustudieren.

Und dann haben Sie ausgerechnet den Teenie-Song „Baby“ ausgewählt?

Das war das einzige Lied von ihm, das ich ansatzweise kannte. Unangenehm war es mir jedenfalls nicht. Ich hatte nicht viel Zeit, mich mit seinen Songs zu beschäftigen, aber das Stück war relativ leicht zu lernen.

Wenn Bieber Ihr Sohn wäre, welchen Rat würden Sie ihm mit auf den Weg geben?

Hab’ Spaß! Genieße es! Nimm das alles nicht zu ernst! Das rate ich übrigens auch meinen eigenen Kindern. Sie sollen das Leben auskosten. Natürlich muss ich als Vater auch mal streng sein. Aber noch sind meine Kinder zum Glück recht klein.

Genießen Sie das Vater-Sein?

Oh ja. Ich bin ja recht spät Vater geworden, mit 51 Jahren, so hatte ich mir das auch gewünscht. Nun kann ich es umso mehr genießen. Ich habe die Lebenserfahrung und die Möglichkeiten, meine Prioritäten richtig zu setzen.

Am bekanntesten sind Sie für Ihre Schmuseballaden wie „(Everything I Do) I Do It For You“. War das dem Rocker Bryan Adams nie peinlich?

Nein. Es hat ja meine Miete bezahlt. Und meine Wurzeln bleiben trotzdem die des Rock ’n’ Roll.

Dem Rock ’n’ Roll frönen Sie dann auch auf Ihrem neuen Studioalbum „Get Up“.

Ich habe diese Musik immer geliebt. Das Album hat etwas von dem Stil von Buddy Holly. Es rockt einfach. Und es klingt unpolierter und rauer als die Platten mit meinen großen Hits. Aber dafür gab es keinen Masterplan. Die Songs sind aus einer Zusammenarbeit zwischen Jeff Lynne von ELO und meinem langjährigen Songwriting-Partner Jimmy Vallance entstanden.




Sie haben gesagt, dass Sie solch ein rockiges Album gerne vor 25 Jahren veröffentlicht hätten. Aber hätte das nicht Ihre Karriere verhindert?

Keine Ahnung. Und ich habe das auch nur gesagt, weil ich finde, dass diese Platte eine natürliche Entwicklung ist, wenn man die Alben nimmt, die Jimmy Vallance und ich vor einem Vierteljahrhundert veröffentlicht haben. Als Teenager konnte mir Musik gar nicht hart genug sein. Ich liebte Hard Rock! Und ich meine wirklich den lautesten, härtesten, aggressivsten Rock, den es zu hören gab. Hören Sie sich mal meine ganz frühen Alben an, dann wissen Sie, wo ich herkomme. Nicht von Schmuseballaden jedenfalls.

In einem der neuen Lieder singen Sie: „If I’m gonna go down, I’m gonna go down rockin’.“ Frei übersetzt heißt das in etwa: „Wenn ich zu Boden gehe, dann als Rocker.“ Beschreibt das Ihr Wunschende?

Ja, ganz sicher sogar. Ich visualisiere das für mich genau so: Ich sterbe mit einer Gitarre in meinem Armen. Allerdings habe ich das in naher Zukunft noch nicht vor.

Können Sie zwei Momente nennen, die Ihr Leben verändert haben?

Vegetarier zu werden war definitiv ein großer Einschnitt für mich. Und dass ich mich mit 15 entschieden habe, die Schule zu verlassen, um Berufsmusiker zu werden, war weichenstellend.

Hatten Sie mit 15 große Träume?

Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich große Hoffnungen auf eine Musikkarriere hatte, denn ich wusste nicht mal, ob ich gut genug war. Ich wusste nur, dass Musik das war, was ich machen wollte. Wenn man die Wahl zwischen Schule und Musik hat, fällt die Entscheidung leicht. Außerdem bekam ich relativ schnell Jobs, als ich beschloss, nicht nur Gitarrist zu sein, sondern auch Sänger. Es gibt bis heute kaum Rocksänger, wissen Sie? Aber es gibt Tausende von Gitarristen. Jeder war also ein verdammter Gitarrist, aber keiner wollte vors Mikrofon. Ich war der einzige Dumme, der sagte: „Ok, ich mach das.“ So wurde ich Sänger.

Kommt man dann auch besser bei den Frauen an?

Wenn es nur die Frauen gewesen wären, auf die ich es abgesehen hatte, wäre ich Gitarrist geblieben. Mein Gitarrist Keith ist der Frauentyp in meiner Band. Es gibt eine lustige Karikatur im Internet: Sie zeigt ein Mikrofon und zwei Mädchen. Dann eine Gitarre und fünf Mädchen. Und der Keyboardspieler bekommt nur eine Katze. Genauso ist das. Bedauerlicherweise war ich nie ein Hit bei den Frauen. Die mochten immer nur die Typen, die Fußball spielten. Sie wollten keinen pickeligen, langhaarigen, stinkenden Musiker.

Wie ging es Ihnen zu Beginn Ihrer Karriere?

Ich hatte einen ziemlich miesen Nebenjob. Ich arbeitete in der Küche als Spüler, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Es war viel Arbeit, mein langes Haar zu bändigen. Das war mir auf Dauer zu anstrengend. Irgendwann kam die Matte ab.

Waren Sie auch der arme Musiker, der auf der Straße sitzt und auf ein paar Münzen hofft?

Nein, so war es bei mir nie. Weil ich wusste, dass es bessere Gitarristen als mich gab, versuchte ich überall, Studiojobs als Sänger zu bekommen. Ich durfte oftmals die Background-Vocals für Künstler machen oder Werbespots einsingen. Das und ein paar kleine Nebenjobs reichten, um über die Runden zu kommen.

Und so haben Sie sich einen Namen gemacht?

Ja, aber das dauerte. Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als mich eine Sängerin als Background-Vocalisten für ein Vorsingen engagiert hatte. Sie sollte vor den Entscheidungsträgern der Plattenfirmen auftreten. Ich stand also im Hintergrund mit der Band und sang die Harmonien. Am Ende kam der Chef der einen Plattenfirma zu mir und fragte mich, wie ich heiße. Er gab mir seine Karte und meinte, ich solle ihn anrufen, wenn ich in Los Angeles wäre. Er hatte die Sängerin nicht mal eines Blickes gewürdigt. Ich rief ihn tatsächlich an, aber zu der Zeit hatte ich schon woanders einen ganz üblen Vertrag unterschrieben, aus dem ich nicht mehr rauskam. Den Vertrag habe ich übrigens heute noch.

Sie sagten, dass auch Ihr Entschluss, Vegetarier zu werden, ein Einschnitt war. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür?

Da kamen viele Dinge zusammen. Ich war Ende der Achtzigerjahre involviert in die Arbeit verschiedener Umweltorganisationen. Aber du kannst kein Umweltschützer sein, wenn du Tiere isst. Das ist unmöglich. Du kannst nicht die Meere schützen wollen und dann Dinge daraus nehmen und sie essen. Ich fand das verlogen. Außerdem hatte ich das Gefühl, etwas für meine Gesundheit tun zu müssen.

Seit wann sind Vegetarier?

Seit 1988. Und ganz ehrlich: Ich bemerkte sofort eine Verbesserung, was meine Gesundheit betraf. Das geschah quasi über Nacht. Mittlerweile bin ich Veganer.

Wie hat sich das gesundheitlich bemerkbar gemacht?

Das ist eine sehr persönliche Frage. Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass ich mit einer Früchte-Diät angefangen habe und sich innerhalb von nur zwei Wochen meine Blutwerte verbesserten. Ich lebte nur von Früchten und rohem Salat und fühlte mich besser.

Sind Sie streng, wenn Sie mit Fleischessern zusammen sind? Belehren Sie sie?

Nein, so bin ich nicht. Ich bin kein Messias, der predigt und anderen etwas aufdrücken will. Aber ich bin glücklich, wenn ich es Ihnen erzählen kann, denn Menschen können von dem fleischlosen Lebensstil nur profitieren. Und Zucker aus dem Ernährungsplan zu streichen, ist ein weiterer, sehr wichtiger Schritt. Denn Zucker macht süchtig. Als ich mit den Früchten und der Rohkost anfing, träumte ich nachts von Spaghetti und Brot – so sehr war ich auf Entzug. Man mag es nicht glauben, bis man es selbst ausprobiert. Das Buch, das mein Leben veränderte, heißt übrigens „Fit fürs Leben“ von Harvey Diamond. Ich kann es nur empfehlen. Für mich war die Ernährungsumstellung das Beste, was ich für mein Leben gemacht habe.

Was denken Sie über den britischen Sänger Morrissey, der bei Festival-Auftritten sogar untersagt, dass Würste verkauft werden?

Prima. Das finde ich echt großartig. Ich bin nicht ganz so konsequent. Aber auch ich erlaube keinen Fleischverzehr mehr auf meiner Tour. Backstage gibt es nur vegetarisches Essen. Leute, die mit mir auf Tour sind, müssen das akzeptieren. Wenn sie einen Hamburger essen wollen, müssen sie rausgehen. Mein Arbeitsumfeld ist also komplett fleischlos. Das Gleiche gilt für mein Haus und meine Familie. Meine Kinder wachsen mit vegetarischer Kost auf.

Manche Eltern finden, das müssen Kinder selbst entscheiden, wenn sie alt genug dafür sind.

Meine Kinder können später für sich entscheiden, ob sie Fleisch essen wollen oder nicht. Aber ich werde sie nicht an den Fleischverzehr heranführen. Ich will, dass sie Respekt vor Tieren haben.

Lassen Sie uns über Fotografie sprechen. Was macht für Sie ein gutes Foto aus?

Eines, an das man sich erinnert.

Vor zwei Jahren haben Sie den Bildband „Wounded – The Legacy Of War“ herausgebracht, für den Sie verwundete Soldaten fotografiert haben. Warum dieses Projekt?

Ich wollte ein Dokument schaffen über die Zeit, wenn die Soldaten aus dem Krieg heimgekehrt sind. Es ist wichtig, dass Menschen sehen, was Krieg anrichtet, was wirklich passiert, und wie die Opfer damit umgehen. Denn so direkt wird man sonst nicht mit den Folgen des Kriegs konfrontiert. Solche Bilder werden in den Medien unter Verschluss gehalten. Die Nachrichten im Fernsehen zeigen nie das ganze grausame Bild.

Wenn man die Fotos betrachtet, sehen die Menschen aus, als würden sie sich absolut wohlfühlen in Ihrer Haut – trotz ihrer verstümmelten Körper.

Oh ja, sie haben sehr viel Stolz. Ich musste sie auch gar nicht erst ermutigen, so zu posieren. Sie sind, wer sie sind. Natürlich habe ich vor den Fotoshootings viel mit ihnen gesprochen und fragte sie auch, wie es passiert ist. Sie erzählten mir dann ihre Geschichte bei einer Tasse Tee. Und ich erklärte ihnen, was wir tun und zeigte ihnen einige Beispiel-Fotos. Und dann legten wir schon los.

Sie fotografieren viel, aber das war wahrscheinlich eine andere Erfahrung als sonst?

Es war intensiv, so sehr, dass ich mit manchen der Porträtierten immer noch Kontakt halte. Da ist zum Beispiel dieser Mann, der beide Beine verloren hat. Er war entschlossen, am 11. November, dem Tag, an dem der gefallenen Soldaten gedacht wird, wieder halbwegs laufen zu können. Er trainierte jeden Tag mit seinen Prothesen. Er wollte mit seinen neuen Beinen unbedingt zwei Stufen schaffen, um einen Kranz an der Gedenkstelle ablegen zu können. Mit ihm rede ich oft.

Wie stehen Sie als Fotograf zu Selfies?

Das Selfie ist das neue Autogramm. So ist es nun mal. Ich habe neulich in der Schweiz ein Experiment gemacht, eine Art mobiles Fotoshooting. Ich habe Porträts mit dem Smartphone von Leuten geschossen, ohne dass diese mit mir im selben Raum waren. Ich habe aus der Distanz mit einer eigens dafür konzipierten App auf den Auslöser gedrückt. Ob etwas Kunst ist, hängt immer auch davon ab, wie du es machst.

Mögen Sie selbst es, fotografiert zu werden? Ich frage, weil ich kein Album von Ihnen kenne, auf dem nicht Ihr Gesicht auf dem Cover abgebildet ist.

Richtig. Wobei: Es gibt Ausnahmen. Ich habe mal eine Platte gemacht, die „So Far So Good“ hieß, und da war ein Reifen drauf. Und nein, ich mag es nicht wirklich, wenn mein Kopf auf den Alben prangt. Aber mein Manager drängt mich immer, das zu tun. Er hält meinen Kopf wohl für verkaufsfördernd oder so.

Sind Sie eitel?

Nur in dem Sinne, dass ich Acht auf mich gebe und bis zu einem gewissen Maße versuche, die Kontrolle über mich und mein Erscheinungsbild zu behalten. Ist das schon Eitelkeit?

Sie haben für die Videoclips zu Ihrem neuen Album erstmals selbst Regie geführt. Können Sie alles besser?

Nein, ich habe einfach nur Spaß daran, es selbst zu machen. Es ist eine schöne neue Herausforderung für mich. Als ich der Plattenfirma mein Album aushändigte, habe ich auch gleich das fertige Artwork, die Fotos und die Videoclips mitgeliefert. Alles auf einmal. Da gab es dann auch keine Diskussionen mehr.

In das Script des Clips zu „You Belong To Me“ haben Sie sich dann auch gleich eine heiße Frau als Filmpartnerin reingeschrieben, die Sie begrabscht. Was sagt Ihre Lebenspartnerin dazu?

Die ist glücklich, wenn ich Spaß bei der Arbeit habe. Ich frage sie bei so was gar nicht erst um Erlaubnis. Das läuft schließlich unter Kunst. Ich hoffe, dass ich den Weg als Regisseur für Videoclips noch weiter verfolgen kann.

Sie selbst haben mal in der Kinokomödie „Pink Cadillac“ mit Clint Eastwood vor der Kamera gestanden.

Das ist es nicht wert, darüber zu reden. Das wäre zu viel der Ehre. Denn wenn Sie blinzeln, würden Sie meine Szene in dem Film glatt verpassen – so klein war meine Rolle. Ich habe also gar keine Schauspielerfahrung. Und das wird auch so bleiben. Ich habe ja genug anderes zu tun.

Sie sind erfolgreicher Rockstar, angesehener Fotograf, glücklicher Familienvater. Gelingt Ihnen auch mal etwas nicht?

Nein! Aber ehrlich gesagt, habe ich das alles nicht alleine geschafft. Ich hatte viel Hilfe. Wenn ich ein Fußballspieler geworden wäre, wäre ich vermutlich auch ein guter Kapitän gewesen, aber ohne mein Team wäre es nicht gegangen. Man braucht Leute, die mit dir in die gleiche Richtung gehen. Ich war in der Lage, Gleichgesinnte um mich zu versammeln, mit denen man richtig gut zusammenarbeiten kann. Vielleicht war das Zufall. Nun bekomme ich all den Ruhm und die Ehre, die eigentlich andere Leute verdienen.

Gibt es bei Ihnen faule Abende auf der Couch?

Damit tue ich mich schwer, das passiert nicht häufig. Ich bin auch keiner dieser Typen, die Angst vorm Burn-out haben, wenn sie viel arbeiten. Ich habe die Einstellung, dass, wenn du genau hinhörst, was dein Körper dir sagt, du rechtzeitig erkennen wirst, wenn er müde ist, und es Zeit ist, mal eine Pause einzulegen.

Für welche Dinge geben Sie Geld aus?

Anständige Entsafter für meine Smoothies. Oder Surf-Urlaube. Aber ich versuche, mein Geld nicht zu vergeuden und gehe sehr bedacht damit um.

Sind Sie gut im Surfen?

Nein, bin ich nicht. Ich versuche es trotzdem. Hawaii und die Karibik sind herrlich dafür. Aber ich bin leider der Einzige in meiner Familie mit dem Hobby.