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Sänger Tricky: „Diese Metropole hat ein ganz besonderes Flair“

Adrian Nicholas Matthews Thaws, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Tricky.

Tricky auf der Bühne. Am 29. Februar ist er in Kreuzberg zu sehen und zu hören.

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dpa/EPA/ABEL ALONSO

Berlin -

Den Vater lernte er nie kennen, die Mutter brachte sich um – Adrian Nicholas Matthews Thaws, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Tricky, Biografie ist keine einfache. Doch der britische Musiker, der das Genre Trip-Hop gemeinsam mit der englischen Band Massive Attack maßgeblich geprägt hat und der mittlerweile in Berlin lebt, arbeitet seine Kindheitstraumata in seinen Songs ab. Auch auf seinem Album „Skilled Mechanics“, für das sich der 48-Jährige mit verschiedenen Musikern und Sängern zu einem Künstlerkollektiv zusammengetan hat, machen manche Stücke eine Reise in seelische Abgründe.

Tricky, warum sind Sie 2015 eigentlich nach Berlin gezogen?

Früher habe ich meistens nur Kurztrips nach Berlin gemacht, um Konzerte zu geben. Als ich dann während einer Interviewreise zum ersten Mal mehrere Tage in der Stadt war, bin ich durch die Gegend gelaufen und habe mir einiges angeguckt. Ich spürte plötzlich, dass diese Metropole ein ganz besonderes Flair hat. Viele Leute haben sich ihre Punkattitüde bewahrt, sie sind wesentlich individueller als diese Fashion Victims, denen man in London überall begegnet. Berlin ist eben nicht so hyper-trendy wie die britische Hauptstadt. Einfach weil sich die Kommerzialisierung und die Gentrifizierung bislang nicht auf das Londoner Niveau eingependelt haben.

Und deswegen haben Sie sich ein Loft in Neukölln gesucht?

Mir ist es völlig egal, in welcher Gegend ich lebe. Ich braue einfach eine Wohnung, in der ich mich rundherum wohlfühle. Und die habe ich halt in Neukölln gefunden.

Wie viel Einfluss hatte denn die Stadt Berlin auf Ihre CD „Skilled Mechanics“?

Sie hat mich nicht im Geringsten beeinflusst. Meine Musik ist nicht ortsabhängig. Ich nehme überall Songs auf, wo ich mich mindestens ein paar Wochen aufhalte.

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  2. Aufarbeitung der Kindheit
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