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Von Andreas Dresen bis Nicole Kidman: Diese Filme laufen im Berlinale-Wettbewerb

Schlangestehen für Tickets: Vor allem die Wettbewerbspremieren im Berlinale-Palast sind beim Publikum begehrt.

Schlangestehen für Tickets: Vor allem die Wettbewerbspremieren im Berlinale-Palast sind beim Publikum begehrt.

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AFP

In jedem Jahr verbreitet sich vor der Berlinale das gleiche Bonmot: Vor dem Festival sind alle aufgeregt, (sprich: nervös wegen der umfangreichen Vorbereitungen), und danach sind alle krank. Fans können indes ebenso wie Profis umgehen mit den Anforderungen tagelanger konzentrierter Filmsichtung in überheizten Sälen, während draußen Minusgrade lauern.

Schon Wochen vor dem Ereignis rollen die Apotheken den künftigen Festivalbesuchern quasi einen roten Teppich aus, hocherfreut über satte Umsätze, die mit angeblich Wunder wirkenden Vitaminpräparaten oder kurios betitelten alternativen Heilmitteln gemacht werden. Im unbedingten, wenn nicht gar verzweifelten Glauben an deren Wirksamkeit genießt man zur Berlinale dann vier bis fünf Kinoproduktionen täglich.

Wie passend ist es da doch, dass die 65. Berlinale heute Abend mit einem Film über eine Frau eröffnet wird, die eisige Temperaturen nicht nur nicht scheut, sondern sie geradezu sucht. „Nobody Wants the Night“ erzählt von Josephine Peary, Ehefrau des Arktis-Forschers Robert Peary; 1908 machte sie sich im kalten Grönland auf eine gefährliche Reise. Die unerschrockene Juliette Binoche spielt diese wagemutige Frau – und wird heute Abend bei der Gala gewiss nicht zittern in glamouröser Robe.

Worum es in diesem und den anderen Wettbewerbsfilmen geht, lesen Sie unten in unserer Fotostrecke. Sie soll Sie, liebe Leser, einstimmen auf die elf Tage, die vor uns liegen. Das Wort Filmfestival sagt es ja bereits: Hier wird der Film gefeiert – in Zeiten, da sich nicht allein das Medium verändert, sondern auch die Arten und Wege, wie wir Filme sehen.

Hier wird gefeiert

Immer stärker beherrschen einige wenige, mit hohem Werbeaufwand ins Kino und später auf DVD herausgebrachte Event-Filme die Wahrnehmung. Die kleineren, unabhängigen Filme haben es zunehmend schwerer, sich öffentlich bemerkbar zu machen und genügend Zuschauer zu finden. Für solche Filme sind Festivals unverzichtbar. Und auch wenn die Preisentscheidungen der Festivals immer wieder dafür kritisiert werden, dass meist nur das „Abgelegene“ ausgezeichnet würde – so ein Preis ist mitunter die einzige Chance für einen Film, öffentlich wahrgenommen zu werden.

Mehr als 400 Filme zeigt die 65. Berlinale in den kommenden Tagen. Zeit für Entdeckungen und Überraschungen. Alles liegt offen. Die Zukunft wird wohl Video-on-demand und luxuriösen Premium-Kinos gehören. Währenddessen sind wir beim Festival noch einmal mit einem „Konzept aus dem 20. Jahrhundert verheiratet: dass man einem zahlenden Publikum in einem dunklen Raum Bilder vorführt.“

So formulierte es der US-Regisseur Paul Schrader unlängst, und er sagte weiter: „Wer daran hängt, hat wirklich ein Problem, denn dieses Konzept ist tot.“ Irgendwann wird das vielleicht tatsächlich der Fall sein, aber noch nicht jetzt. Die Frage dieser Tage lautet, wie und was die Filme der Gegenwart erzählen.

Wie der Film der Zukunft aussehen wird, ahnen wir. Vielleicht ist es einer, der wie eine TV-Serie beim sogenannten Binge Watching 60 oder 70 Stunden läuft. Vielleicht ist es einer, den wir auf einer Smartwatch schauen. Aber es wird Bilder geben.



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