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Zum Tod von Alan Rickmann: Der Nebendarsteller, der den Hauptdarstellern die Schau stahl

Sigourney Weaver und Alan Rickman.

Sigourney Weaver und Alan Rickman.

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AP

Es ist schon etwas Besonderes, in einer Nebenrolle den vermeintlichen Hauptdarstellern immer wieder die Schau zu stehlen. Das war eines der zahlreichen Talente des am 21. Februar 1946 im Londoner Vorort Acton geborenen Alan Rickman. Kaum ein Auftritt, egal, wie klein, ohne Prägnanz und eigenwilligen Charme, in Hollywood machte ihn das zu einem gefragten Gast.

Besonders gut war Rickman, wenn er böse war, wenn er die Gegenspieler der Helden spielte. Das stets mit frischem Elan: Sein Sheriff von Nottingham in „Robin Hood – König der Diebe“ (1991) war so machtbesessen wie kindlich jähzornig („Sagt Weihnachten ab!“), den Severus Snape in den Harry Potter-Filmen (2001–2011) spielte er doppelbödig als undurchsichtigen, aber auch beladenen Meister der düsteren Magie, er gab den Richter Turpin in „Sweeny Todd“ (2007) und Ronald Reagan in „The Butler“ (2013).

Regelrecht zu einer Popkultur-Ikone wurde bereits Alan Rickmans Hollywood-Debüt: Kalkuliert und eiskalt tritt der ost-deutsche (!) Großkriminelle Hans Gruber in „Stirb Langsam“ (1988) an, um mit einem internationalen Trupp böser Jungs das Hochhaus des Nakatomi-Konzerns in Los Angeles auszurauben. Doch ihm funkt der Cop McClane (Bruce Willis) dazwischen, Grubers Tod – ein Zeitlupensturz aus großer Höhe – gehört heute zu den meistzitierten und -parodierten Sequenzen Hollywoods.

Kinobösewichter waren nur eine Seite von Alan Rickman. Der überzeugte Labour-Anhänger, der sich immer auch für karitative Zwecke engagierte, wurde auch im Theater gefeiert. Sein Durchbruch gelang ihm 1985 als Valmont in „Les Liaisons Dangereuses“ bei der Royal Shakespeare Company. Aber auch im Film konnte Rickman ganz anders sein, emotional und liebenswert wie in „Wie verrückt und aus tiefstem Herzen“ und „Tatsächlich Liebe“ oder auch mit komödiantischem Talent als „Stimme des Herrn“ in „Dogma“ und als überforderter Fernsehmime in „Galaxy Quest“. Alan Rickman erlag am Dienstag im Alter von 69 Jahren einer Krebserkrankung.


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