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Ärger um Facebook-Profil : "Like a Pedobär"- Der Ekelbär

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Viele Facebook-Nutzer meldeten die Seite „Like a Pedobär“ beim Netzwerk. Seit Mittwochmittag kann sie nicht mehr aufgerufen werden.
Viele Facebook-Nutzer meldeten die Seite „Like a Pedobär“ beim Netzwerk. Seit Mittwochmittag kann sie nicht mehr aufgerufen werden.
Foto: Sreenshot

Kranke Scherze auf Kosten von Kindern: Auf Facebook laufen Nutzer Sturm gegen eine Seite mit geschmacklosen Witzen über eine pädophile Comicfigur. Seit Mittwochmittag kann sie nicht mehr aufgerufen werden.

Das Titelbild zeigte einen Erwachsenen im Bärenkostüm, zu Besuch in einem Kindergarten oder einer Grundschule. Einige Stunden Nachhilfe-Unterricht in elementaren Dingen wären wohl tatsächlich das Beste für denjenigen, der dieses Bild bei Facebook auf eine Seite gestellt und sie „Like a Pedobär“ genannt hat.

Nicht nur ist die Seite voller Rechtschreibfehler, sie illustrierte auch, dass der Bär eine Lektion über die Grenzen des Humors vertragen könnte. Auf dem Foto mit den Kindern hatte der Bär seine beiden Hände um den Kopf eines Kindes gelegt – und hielt diesen direkt auf der Höhe seines Unterleibs. Ähnliche Motive fanden sich weitere auf der Seite. Auf einem war ein Mädchen in einem See abgebildet, dahinter ins Foto kopiert ein Comicbär, der nach dem Mädchen greift. Oder ein über Eisenbahnschienen rennendes Mädchen, verfolgt von dem Bären, dazu der Text: „Lauf Schlampe.“

Seit einigen Wochen waren diese Bilder auf der Facebook-Seite zu sehen, früh schon protestierten Facebook-Nutzer. „Wie sich alle über die Seite aufregen hahahaha CHillt nur Spaß ihr Lappen“, kommentierte das „Like a Pedobär“ am 22. Juni. Doch in den zurückliegenden Tagen meldeten sich immer mehr Besucher, die an den Bildern überhaupt nichts spaßig fanden. Die Witze seien „krank“, schrieben sie zuletzt fast im Minutentakt, drohten dem Betreiber Schläge und Schlimmeres an – und teilten mit, dass sie die Seite bei Facebook gemeldet hätten.

Seit Mittwoch Seite nicht aufrufbar

Am Mittwochmittag war sie dann plötzlich nicht mehr aufzurufen. Dabei hatten selbst viele der Nutzer nicht erwartet, dass ihr Protest Wirkung zeigen würde. Das Melden einer Person oder einer Fanpage ist bei Facebook zwar recht simpel möglich über einen entsprechenden Button. Vor Kurzem erst hat das Netzwerk einen Leitfaden veröffentlicht, um zu illustrieren, welchen Aufwand es an dieser Stelle betreibt. „Einige Facebook-Teams arbeiten rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche daran, die an Facebook gesendeten Berichte zu bearbeiten“, heißt es dort. Trotzdem melden sich immer wieder frustrierte Nutzer und berichten von Fällen, in denen das soziale Netzwerk mit weltweit 900 Millionen Mitgliedern langsam oder gar nicht auf eine Meldung reagiert habe.

Eine Sprecherin von Facebook ging am Mittwochvormittag davon aus, dass die gemeldete „Pedobär“-Seite vor dem Hintergrund der geltenden Richtlinien geprüft wird. „Solche Witze mögen Wut und Ekel auslösen, aber justiziabel sind sie nicht“, sagte der auf Internet-Recht spezialisierte Anwalt und Blogger Udo Vetter.

Und offenbar handelte es sich bei der Seite wirklich nur um einen schlechten Scherz. Die Figur des pädophilen Bären, der in harmlose Kinderfotos hineinkopiert wird, kursiert schon länger im Netz und hat sogar einen Wikipedia-Eintrag.

Ein Link auf der „Pedobär“-Seite führte auf das Youtube-Profil eines jungen georgischstämmigen Wieners, der sich als „Entertainer“ bezeichnet und auf der Videoplattform Filmchen mit eher derbem Humor verbreitet. Ihn ausfindig zu machen, dürfte auch für die Polizei ein Leichtes sein. Ob er deshalb die Facebook-Seite selbst gelöscht hat? Auf mehrere Anfragen hat er bisher nicht geantwortet. Vielleicht ist er damit beschäftigt, über einige elementare Dinge nachzudenken.

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