13.12.2011

Expedition: Was bleibt nach dem Tode?

Von Torsten Wahl

Das ZDF inszeniert den „Wettlauf zum Südpol“ als Gänsehaut-Drama: Das Duell zwischen Amundsen und dem Briten Scott wird mit modernen 3D-Animationen ins Wohnzimmer geholt.

Ob dieses eisige Wettrennen nun tatsächlich „das größte Abenteuer der Geschichte“ gewesen ist, wie der Kommentar behauptet, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall regt das Duell zwischen dem Norweger Amundsen und dem Briten Scott bis heute die Fantasie an. So zelebriert die im Osten einst populäre Stern-Combo-Meißen seit fast 40 Jahren auf ihren Konzerten den „Kampf um den Südpol“ mit Eisheulern aus dem Synthesizer und der Frage: „Was bleibt nach dem Tode?“

Autor und Regisseur Oliver Halmburger bietet alles auf, was so geht: Die Spielszenen werden kommentiert von Biografen und Angehörigen von Amundsen und Scott. Originale Fotos und Filme der Expeditionen wurden nachkoloriert. Berühmte Reliquien, wie Amundsens Fellhose und Scotts Tagebuch, werden aus Museen und Archiven geholt.

3D-Animationen zeigen nicht nur die Routen der Expeditionen, sondern auch das Verhalten des menschlichen Körpers unter solchen Extremsituationen. Reinhold Messner und Arwed Fuchs, die 1989 die Antarktis zu Fuß durchquerten, können anschaulich beschreiben und bewerten, was die Teams vor 100 Jahren leisteten. Sie wissen, was es heißt, hier einen Schlitten zu ziehen: Das harte Eis bremst wie Treibsand.

All diese Mittel tragen die Inszenierung eines dramatischen, mitunter pathetischen Gänsehaut-Dramas. Deutlich wird, dass zwei Philosophien gegeneinander antraten: Der Norweger Amundsen baut auf die effektiven Erfahrungen der Naturvölker, setzt auf Hundeschlitten wie die Eskimos. Rivale Robert Falcon Scott, Marine-Offizier des British Empire, will den Südpol mit aller Macht und moderner Technik bezwingen – doch seine Motorschlitten frieren schnell ein. Nachdem auch die Ponys ausfallen, müssen die Männer die Schlitten selbst ziehen.

Dass die Norweger deutlich eher als die Briten den Pol erreichten, war da nur logisch. Dass auch für Scotts Trupp nur der Sieg zählte, verrät sein Tagebuch, der das Erreichen des Südpols einen Monat nach Amundsen angesichts der Norwegerfahne als „furchtbare Enttäuschung“ bezeichnet. „Da brach der Frost von draußen her tief in das Herz hinein“ – heißt es im „Südpol“-Hit der Stern-Combo-Meißen. Die Motivation war dahin: Scott erfror auf dem Rückweg mit seinen vier Begleitern.

Der Wettlauf zum Südpol, 20.15 Uhr, ZDF

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