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Tatort Berlin: Alles abhaken

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Ina Weisse als Drogenfahnderin Melissa Mainhard und Johanna Ingelfinger als ihre Tochter Anny im Tatort Dinge, die noch zu tun sind von Claudia Garde.
Ina Weisse als Drogenfahnderin Melissa Mainhard und Johanna Ingelfinger als ihre Tochter Anny im Tatort "Dinge, die noch zu tun sind" von Claudia Garde.
Foto: dapd/rbb/Volker Roloff

Der Berliner „Tatort“ dreht sich um „Dinge, die noch zu tun sind“. Die Sendung ist halb Drama, halb Krimi: Man sieht einer todkranken Frau dabei zu, wie sie die noch offenen Punkte auf ihrer Lebens-To-Do-Liste abhakt. Langweilig ist das nicht.

Immer wieder tauchen doch Krimititel auf, die es besser treffen als „Mord im Dunkel“ und „Blutige Rache“. „Dinge, die noch zu tun sind“, heißt der neue Berliner „Tatort“. In der ARD-Themenwoche zum Tod muss man nicht lange überlegen, was gemeint ist. Irgendwann passen die Dinge, die noch zu tun sind, auf einen Zettel, und man sieht einer Frau dabei zu, wie sie Haken macht.

Das ist Ina Weisse als Drogenfahnderin. Sie hat eine anstrengende und eine unanstrengende Tochter und Krebs. Einmal geht sie nachts mit ihren Töchtern illegal ins Schwimmbad und das als Polizistin. Alle drei kichern schön dumm rum. Wie in einem guten ARD-Mittwoch-Film. Denn „Dinge, die noch zu tun sind“ ist ein Zwitter, halb Drama, halb Krimi, und während der Krimi am Ende über die Klinge springt – aber langweilig ist das nicht –, ist das Drama bei aller Zügigkeit substanziell. Die Floskeln (lieb gemeinte Floskeln), dass man sich Zeit lassen soll, oder dass man nicht immer für alles einen Plan braucht, relativieren sich gravierend, wenn es eng wird im Leben.

Regisseurin Claudia Garde gibt sich Mühe, die nicht todkrank aussehende Todkranke und ihre Umgebung mit Ruhe ins Bild zu setzen. Autor Jörg Tensing verknüpft das mit einer Handlung, die im halblegalen Milieu einer neuen Modedroge spielt: Unter nur teilweise halbseidenen Geschäftsleuten und unter ungezogenen Jugendlichen, die einen daran erinnern, dass der Lehrerberuf auch keine Lösung gewesen wäre. Erneut abgeklärt und altersmilde überzeugen im Getümmel Dominic Raacke und Boris Aljinovic.

Als die Schlechtigkeit der Schlechten offenbar wird, redet Stark daher, da könne man ja zum Mörder werden. Hoppla. Und Obacht am Schluss, und nicht zu flott den Fernseher ausgeschaltet. Und eigentlich geht das gar nicht.

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