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Mehr Straßenbahnen sollen durch Berlin rollen

Mehr Straßenbahnen sollen durch Berlin rollen

Mehr Straßenbahnen sollen durch Berlin rollen

Kostenlos Straßenbahn fahren - das war gestern in Adlershof erlaubt. Mit einem Fest ist am Vormittag die Neubaustrecke vom S-Bahnhof in die Wissenschaftsstadt eröffnet worden.

Die anderthalb Kilometer lange Verlängerung der Linien 60 und 61 ist das einzige Straßenbahnbauprojekt, das unter der rot-roten Koalition in der nun endenden Wahlperiode begonnen wurde. Jetzt hat der Senat angekündigt, dass er bei der Erweiterung des Netzes ein schnelleres Tempo vorlegen will.

Mehrere Projekte werden vorbereitet, sagte Petra Rohland von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung der Berliner Zeitung. In Mahlsdorf soll die Endhaltestelle der Linie 62 von der Treskow- in die Hönower Straße verlegt werden - vor den S-Bahnhof, um das Umsteigen zu erleichtern. Das Planfeststellungsverfahren, das zur Genehmigung führt, kann nächstes Jahr beginnen. 2014 soll dieses Projekt baureif sein.

Für das Jahr darauf sei, wenn alles planmäßig läuft, der Baubeginn in Friedrichshain "denkbar". Die Strecke biegt am Wühlischplatz ab, um über die Holtei- und Sonntagstraße zum Ostkreuz und zur Marktstraße zu verlaufen. Auf der ein Kilometer langen Trasse, die durch derzeit noch ruhige Straßen führt, wird es einen Zehn-Minuten-Takt geben.

Zwei neue Tramprojekte bis 2016 geplant

2015 soll auch die Verlängerung der Adlershofer Strecke nach Schöneweide baureif sein, hieß es. Auf dem Groß-Berliner Damm könnten ab 2016 oder 2017 Bahnen rollen.

Bis 2015 oder 2016 will der Senat außerdem zwei Innenstadt-Projekte so weit vorbereiten, dass der Gleisbau beginnen könnte. Eine Strecke soll vom Alexanderplatz zum Potsdamer Platz und zum Kulturforum führen, die andere vom Hauptbahnhof zum U-Bahnhof Turmstraße. Der Fahrgastverband IGEB ist skeptisch, ob der Senat das Tempo durchhält. Bislang ging es nur langsam voran. "Es handelt sich in allen Fällen um Schätzungen", erklärte Rohland.

Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und Planfeststellungsverfahren seien noch zu durchlaufen. Im Fall der Ostkreuz-Strecke sei es zudem erforderlich, dass der Senat zuvor den Nahverkehrsplan beschließt. Dem Vernehmen nach verweigert Finanzsenator Ulrich Nußbaum seit 2010 die Zustimmung.

Eine andere Zusage konnte gehalten werden: In der Nacht zu Freitag traf das erste von 99 Serienfahrzeugen der neuen Straßenbahn vom Typ Flexity Berlin ein. Ein Tieflader-Lkw brachte es vom Bautzener Bombardier-Werk zur BVG. Zug Nummer 8002 wird am Sonnabend von 11 bis 19 Uhr auf dem Alexanderplatz zu sehen sein. Dann lädt die BVG wieder zu Gratisfahrten ein.



Berliner Zeitung, 05.09.2011