24.11.2011

Rente: Fehlkonstrukt Riester

Von Eva Roth
Die Politik muss neu darüber nachdenken, wie sie Geringverdienern helfen und Altersarmut vermeiden will.
Die Politik muss neu darüber nachdenken, wie sie Geringverdienern helfen und Altersarmut vermeiden will.
Foto: dpa
Berlin –  

Wer die verheerende Bilanz der Riester-Rente liest, die Wirtschaftsforscher jetzt vorlegen, könnte auf die Idee kommen, sofort seinen Riester-Vertrag zu kündigen. Das ist allerdings meist nicht sinnvoll. Wer vorzeitig aussteigt, macht oft große Verluste.

Hinzu kommt, dass Riester-Verträge aus individueller Sicht durchaus lohnend sein können. Denn die Forscher haben die Rendite für die gesamte Anlagesumme berechnet. Dazu gehören die Beiträge, die die Bürger einzahlen, und die staatlichen Zuschüsse. Sparer können sich nun sagen: Das Geld vom Staat bekomme ich sowieso. Die Rendite auf meine selbst gezahlten Beiträge ist also höher. Das stimmt.

Richtig ist aber auch, dass uns die öffentliche Förderung nicht von Marsmännchen geschenkt wird. Es handelt sich um Steuergeld der Bürger. Und damit muss die Politik vernünftig wirtschaften. Genau das geschieht im Fall der privaten Altersvorsorge derzeit nicht.

Das Riester-Debakel kann nicht individuell gelöst werden. Die Politik muss neu darüber nachdenken, wie sie Geringverdienern helfen und Altersarmut vermeiden will. Sie muss auch überlegen, wie sie vermeiden kann, dass Besserverdienende die staatliche Riester-Förderung eben mal mitnehmen, obwohl sie keine Hilfe brauchen. Mit ein bisschen mehr Transparenz, die die Koalition versprochen hat, ist es nicht getan.

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