19.11.2011

Krisengipfel zum Neonazi-Terror: Viele Fragen, erste Konsequenzen

Von Steffen Hebestreit
        

Heinz Fromm, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, am Rande des Krisengipfels zur Neonazi-Mordserie
Heinz Fromm, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, am Rande des Krisengipfels zur Neonazi-Mordserie
Foto: reuters/THOMAS PETER

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und die Innen- und Justizminister der Länder einigen sich darauf, dass Verfassungsschützer und Polizei künftig enger zusammenarbeiten sollen. Außerdem soll nun ein gemeinsames Abwehrzentrum entstehen, in dem alle Informationen gebündelt werden.

Die Verfassungsschutzämter von Bund und Ländern sollen ihre Informationen künftig enger vernetzen mit den Erkenntnissen der Polizei. Zumindest darauf haben sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und seine Justizkollegin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Freitag mit den Innen- und Justizministern der Länder in Berlin einigen können. Laut Friedrich soll nach dem Vorbild des bestehenden Terrorabwehrzentrums gegen islamistischen Terrorismus nun ein Gemeinsames Abwehrzentrum rechts entstehen. Dort sollen die unterschiedlichen Informationen von Polizei und Geheimdiensten gebündelt werden.

Wenig Widerhall löste die Idee von Leutheusser-Schnarrenberger aus, die Zahl der Landesverfassungsschutzbehörden deutlich zu verringern. Hessens Innenminister Boris Rhein machte als Vorsitzender der Innenministerkonferenz deutlich, dass eine solche Einrichtung für jedes Land unentbehrlich sei.

Fragen und Antworten zum Nationalsozialistischen Untergrund
Wie groß ist die Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU)?

Die Ermittler gehen bislang davon aus, dass neben Uwe Mundlos und Uwe Börnhardt nur noch eine dritte Person, die inhaftierte Beate Zschäpe, zu der Gruppe gehörte. Zumindest seien bislang keine Hinweise auf weitere Mitglieder bekannt geworden.

Zurückhaltend äußerten sich die Minister von Bund und Ländern auch hinsichtlich eines abermaligen Anlaufs für ein Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme NPD. Vor einem neuen Versuch müsste zunächst der Kontakt zu den V-Leuten des Verfassungsschutzes in der Führungsebene der NPD gekappt werden, sagte Friedrich.

Neonazi-Terror
Die rechtsextremistische Terrorzelle aus Zwickau, hier im Bild Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt.

13 Jahre lang überziehen Rechtsextreme der Zwickauer Zelle das Land mit Morden, Bombenanschlägen und Überfällen. Ermittler und Verfassungsschutz stehen in der Kritik. Analysen, Zeittafel und Karte im Spezial zum Neonazi-Terror.

Zwei Wochen nach dem Tod von Uwe Mundlos und Uwe Börnhardt gibt es bei den Sicherheitsbehörden noch immer mehr Fragen als Antworten über das Treiben der thüringischen Neonazi-Zelle, die seit 2001 mindestens zehn Menschen ermordet haben soll. Es steht die Frage im Raum, ob die Rechtsterroristen von staatlichen Stellen gedeckt wurden. (mit fra./thie.)

Der Terror der Zwickauer Zelle

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Uwe Mundlos (38)galt als der Gebildete in  der Gruppe. Seine Lehrerin beschrieb den Professorensohn als sehr höflich. Weiter heißt es über ihn, er sei ein aufgeschlossener Typ gewesen, rhetorisch begabt und politisch interessiert.

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Der Terror der Neonazis vom Zwickau.

Die Gewalttaten der Neonazis der Zwickauer Zelle: Zeittafel, Orte des Geschehens und die Terror-Folgen in Bildern.

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