10.09.2008

Doch in Bernau hilft DVU-Kandidatin beim Wahlkampf: Bürgerbewegung will nicht rechts sein

Von Andrea Beyerlein

POTSDAM. In der neuen Listenvereinigung "Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegung/50Plus" rumort es. "Ich verwahre mich dagegen, uns in die Nähe von NPD und DVU zu rücken", sagte Landeskoordinator Peter Vida. Zahlreiche parteilose Aktivisten der landesweit rund 50 freien Wählergruppen und Bürgerinitiativen, die sich zu den Kommunalwahlen unter dem Dach von BVB/50Plus zusammengeschlossen haben, sähen sich diskreditiert. Die Berliner Zeitung hatte darüber berichtet, dass zumindest im Barnim Berührungspunkte zwischen BVB/50Plus und Aktivisten von DVU und NPD bestehen. So tauchte etwa die offizielle DVU-Kandidatin in Bernau, Peggy Müller, bis vergangenen Freitag auch auf den im Internet veröffentlichten Kandidatenlisten der BVB auf. Jetzt ist ihr Name verschwunden. Darüber hinaus fungierte Müller, zu der auch über die DVU kein Kontakt herzustellen war, als Chefredakteurin des in Briefkästen verteilten Wahlkampfblattes "Unabhängige Zeitung". Dort durfte sich vor Monaten der BVB-Spitzenkandidat und Kreistagsabgeordnete Dirk Weßlau umfänglich "gegen die plumpe Parteienhetze" zur Wehr setzen, seine Gruppe agiere am rechten Rand. Der vermögende Zahnarzt Weßlau zählt mit Vida zu den Motoren des landesweiten Listen-Zusammenschlusses, der eine Beteiligung an den Landtagswahlen 2009 anstrebt. Landeskoordinator Vida sagte gestern: "Die Zeitung wird nicht von uns produziert." Auch Chefredakteurin Müller will er nicht kennen. Als Verleger ist im Impressum der Zeitung "50Plus - Das Generationenbündnis" angegeben, die Adresse ist auch die Anschrift von BVB/50Plus im sogenannten "Rollbergeck". Das Geschäftshaus gehört Dirk Weßlau. Eine schon im März gegen Müller und ihre Zeitung vor Gericht durchgesetzte einstweilige Verfügung wegen eines unbefugt gedruckten Fotos konnte bis heute nicht zugestellt werden. Der Briefkasten ist verschwunden.

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