22.01.1996

Vier Feuerwehrmänner verletzt / Ursache der Flammen bisher noch unklar: Sex-Club brannte völlig aus

Von kzi

Ein Sexclub in Berlin-Charlottenburg ist gestern früh völlig ausgebrannt. Bei den Löscharbeiten wurden vier Feuerwehrmänner verletzt, zwei von ihnen schwer. Einer mußte in eine Spezialklinik. Um 7.41 Uhr ging bei der Leitstelle der Feuerwehr die Meldung ein: Feuer im "Grace"-Club in der Augsburger Straße 21. Bereits drei Minuten später waren die ersten Löschzüge aus der nahegelegenen Wache in der Rankestraße vor Ort. In dem Sex-Etablissement, das zu dieser Zeit geschlossen hatte, brannte es lichterloh. Das Feuer hatte sich bereits durch die ausgedehnten Räumlichkeiten des "Grace" gefressen. Mehrere Bewohner des Vorderhauses und des Quergebäudes wurden über Fluchthauben in Sicherheit gebracht. "Die Löscharbeiten begannen vom Eingang an der Augsburger Straße", so Karl-Heinz Cassel, Sprecher der Berliner Feuerwehr. Nachdem die Flammen weitgehend bekämpft waren, stießen Feuerwehrmänner auf den verschlossenen Notausgang. "Ein zweiter Trupp war zu diesem Zeitpunkt unterwegs, um die Räume zu durchlüften. Dazu wurden die Fensterscheiben eingeschlagen." Durch den einströmenden Sauerstoff hätten sich vermutlich Schwefelgase entzündet. Die Männer am Notausgang seien plötzlich von Flammen eingeschlossen gewesen. "Sie mußten sich durch das Feuer zum Ausgang Augsburger Straße kämpfen", berichtete der Sprecher. Bei dieser Aktion wurden vier 30- bis 51jährige Männer verletzt, zwei von ihnen schwer. Der Notarztwagen brachte sie in das Urbankrankenhaus. Die beiden Leichtverletzten kamen in das Gertraudenkrankenhaus und in die Westendklinik. Besonders schwere Brandwunden zog sich ein 34jähriger Feuerwehrmann zu. Er mußte im Krankenhaus künstlich beatmet werden. "Der Mann hat großflächige Verbrennungen zweiten und dritten Grades davongetragen", sagte Karl-Heinz Cassel. Und obwohl bei den Löscharbeiten Atemschutzgeräte getragen wurden, sei bei dem Schwerverletzten auch die Lunge stark in Mitleidenschaft gezogen worden. "Der Mann wird in eine Spezialklinik nach Hamburg geflogen", so Cassel. Über die Brandursache konnten noch keine Angaben gemacht werden. Der Sex-Club war 1993 schon einmal ausgebrannt. Damals war das Feuer vorsätzlich gelegt worden. +++

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