NSU-Prozess

Gedenken in Berlin: Großes Medienecho in der Türkei

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht  am Gendarmenmarkt in Berlin. (23.02.2012).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht am Gendarmenmarkt in Berlin. (23.02.2012).
Foto: dpa

+++ Angehörige beschwören den Zusammenhalt +++ Bewegende Rede einer Tochter, deren Vater ermordet wurde +++ "Wir bewundern Christian Wulff" +++ Merkel: Die Täter sind eine Schande +++ Angehörige sitzen zwischen Politikern +++ Schweigeminute +++

Mit einer zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin gedenken Politiker und andere den Opfern der Zwickauer Neonazi-Zelle. Über 1200 Gäste sind eingeladen, darunter Angehörige der Opfer. Für 12 Uhr riefen Gewerkschaften zu einer Schweigeminute auf.

+++ 13:50 Uhr. Gedenken findet in Türkei großes Medienecho

Um 12.00 Uhr habe Deutschland zum Gedenken an die getöteten Türken inne gehalten, meldete der türkische Nachrichtensender NTV. Der Sender CNN-Türk unterstrich, die Bundesrepublik habe zum Gedenken an die Opfer die Fahnen auf Halbmast gesetzt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) versprach in der Deutschland-Ausgabe der Zeitung „Hürriyet“, es werde alles zur Aufklärung der Verbrechen getan. “Ich bin mir sehr bewusst, dass wir das Leid der Familien der Opfer nicht wiedergutmachen können“, schrieb Westerwelle in dem auf Türkisch und Deutsch veröffentlichen Beitrag für „Hürriyet“.

+++ 12:15 Uhr. Viele Bundesbürger halten eine Minute inne

Mit einer Schweigeminute ist in Berlin und zahlreichen anderen deutschen Städten der zehn Opfer der rechtsextremistischen Mordserie gedacht worden. Viele Institutionen folgten einem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände und ließen die Arbeit am Donnerstag um 12.00 Uhr kurz ruhen. In Berlin stoppten Busse und Straßenbahnen an Haltestellen, U- und S-Bahnen verharrten an Bahnsteigen. Auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg unterbrach seine Programme für eine Minute.

+++ 11:37 Uhr. Angehörige: "Wir konnten nicht in Ruhe trauern"

Semya Simsek, eine junge Frau, hat ihren Vater verloren. Er wurde im Alter von 38 Jahren von Neonazis ermordet.

"Wir konnten nicht in Ruhe trauern", sagt sie, "wir durften nicht einmal reinen Gewissens Opfer sein. Immer gab es den Verdacht, dass doch jemand aus der Familie verantwortlich sein könnte - oder das mein Vater ein Krimineller war."

Jetzt hat sie immerhin Gewissheit, aber das sei wenig beruhigend. "Ich habe mir nie über Integration Gedanken gemacht", sagt sie. Jetzt quäle sie die Frage, ob sie in Deutschland noch Zuhause sei. Kurz wird ihre Stimme brüchig. "In unserem Land, in meinem Land muss sich jeder frei entfalten können", sagt sie zum Schluss. Sie wolle nicht gehen. Nur der Zusammenhalt aller könne die Lösung sein.

+++ 11:23 Uhr. Drei Forderungen

Ismail Yozgat hat seinen Sohn verloren. Jetzt tritt er ans Mikrofon. Gleich zu Beginn bedankt er sich bei dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff: "Wir bewundern ihn". Er sagt, er habe drei Wünsche. Erstens: Die Mörder und die Helfer der Neonazis sollen gefasst werden. Zweitens wünscht er sich, dass die Straße, in der sein Sohn ermordet wurde, nach diesem benannt wird. Drittens soll im Namen der Getöteten eins Stiftung gegründet werden, die sich für Krebskranke einsetzt.

Yozgad sagt er lehne eine finanzielle Entschädigung ab. "Wir wollen seelischen Beistand", sagt er.

+++ 11:10 Uhr. Gegen das Gewöhnen

Erol Sander, Schauspieler türkischer Herkunft, und Iris Berben lesen Gedichte. Berben zitiert Bertolt Brecht: ""Ich soll mich nicht gewöhnen....denn wenn ich mich gewöhne, morde ich die, die sich nicht gewöhnen an das Verraten und Morden"

+++10:59 Uhr. Die zwölfte Kerze

"Deutschland, das sind wir alle", sagt Bundeskanzlerin Merkel, das gelte für Menschen allen Alters und mit allen Hautfarben. Die 12. Kerze auf dem Podest sei als Symbol für die "gemeinsame Zuversicht und Hoffnung gedacht", sagt Merkel am Ende ihrer Rede.

+++ 10:52 Uhr. Schande für unser Land

"Sie sind eine Schande für unser Land", sagt Merkel über die NSU-Mörder.

Dann erzählt sie, wie sie das Video der Zwickauer Zelle ansah. Etwas menschenverachtenderes habe sie in ihrer Amtszeit nicht erlebt. "Ich frage mich, wie kommen Menschen dazu, so etwas zu denken?"

Die Bundeskanzlerin dankt den Initiativen, die gegen Rechts eintreten. Merkel zitiert Edmund Burke: "Für den Triumph des Bösen reicht es, dass die Guten nichts tun".

+++ 10.49 Uhr. "Sie stehen nicht allein"

Merkel verspricht, alles für die Aufklärung der Morde zu tun. "Wir tun alles...um die Morde aufzudecken...und alle...ihrer gerechten Strafe zuzuführen."

+++ 10:37 Uhr. "Wir vergessen zu schnell"

"Liebe Familien, die sie einen Angehörigen verloren haben... Ich danke ihnen, dass sie heute gekommen sind", sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede. Dann liest sie die Namen von Opfern vor und erzählt kurz die Geschichte. Hier der Geschäftsmann, der an seine Zukunft in Deutschland glaubte. Dort der junge Vater, der seine Tochter verlor.

Wie konnte das geschehen?, fragt Merkel. Wieso sind wir nicht früher darauf aufmerksam geworden? Manchmal rüttelten uns Berichte über rechtsextreme Gewalt auf, sagt sie, "aber oft genug nehmen wir solche Vorfälle eher nur als Randnotiz war. Wir vergessen schnell, zu schnell."

Die elfte Kerze, so Merkel, stehe für alle bekannten wie unbekannten Opfer rechtsextremer Gewalt.

Bittet um Verzeihung für die falschen Verdächtigungen im Laufe der NSU-Morde, dass teilweise auch Angehörige verdächtigt wurden. "Dieses Jahre müssen für sie ein nie enden wollender Alptraum gewesen sein".

+++ 10:30 Uhr. Schüler laufen mit Kerzen in den Saal

Orchester spielt andächtiges Violinkonzert von Johann Sebastian Bach, Schüler laufen mit zwölf Kerzen in den Saal. Zehn stehen für die Opfer der Mordserie, eine weitere steht für die Verletzten.

+++ 10:28 Uhr. Die Gäste erheben sich

Die Gäste im Konzerthaus erheben sich, Bundeskanzlerin Merkel setzt sich. Opfer und Angehörige von NSU-Opfern sitzen zwischen Politikern. Zuvor hatte die Ombudsfrau Barbara John für Neonazi-Opfer gesagt sie hoffe, dass den betroffenen Familien mit der Gedenkfeier der Eindruck vermittelt werde, sie gehörten zu Deutschland.

+++ 10:18 Uhr (dpa): Sommer sieht Integration in Betrieben gelungen

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer sieht Rassismus vor allem außerhalb der Arbeitswelt verankert. „Wenn es einen Ort gibt in Deutschland, wo Integration gelungen ist, dann ist es in deutschen Betrieben und Unternehmen“, sagte Sommer im ZDF-Morgenmagazin. Das Problem fange an, wenn die Mitarbeiter nach Hause gingen und „teilweise in ihre Ghettos zurückkehren“.

Bundeskanzlerin Merkel unterhält sich offenbar mit einem Angehörigen.

+++ 10:05 Uhr. Ankunft

Die ersten Gäste betreten das Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt , unter ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert.

(jon/dapd)

Auch interessant
Neueste Bildergalerien NSU-Terror
Video-Dossier NSU-Terror
Dossier
        

Uwe Mundlos (38)galt als der Gebildete in  der Gruppe. Seine Lehrerin beschrieb den Professorensohn als sehr höflich. Weiter heißt es über ihn, er sei ein aufgeschlossener Typ gewesen, rhetorisch begabt und politisch interessiert.

13 Jahre lang überziehen Rechtsextreme der Zwickauer Zelle das Land mit Morden, Bombenanschlägen und Überfällen. Ermittler und Verfassungsschutz stehen in der Kritik. Analysen, Zeittafel und Karte im Dossier zum Neonazi-Terror. mehr...

Neonazi-Terror
Der Terror der Neonazis vom Zwickau.

Die Gewalttaten der Neonazis der Zwickauer Zelle: Zeittafel, Orte des Geschehens und die Terror-Folgen in Bildern.

Österreich
Screenshot des Facebook-Profils von Stefan Gotschacher.

Ein Pressesprecher der österreichischen Partei FPÖ gibt Zeilen eines Lieds der Waffen-SS auf Facebook wieder. Die Partei bemüht sich um Schadensbekämpfung.  mehr...

Rechtsextreme Pädagogen
Die Eheleute P. aus Schleswig-Holstein sind nicht die einzigen Pädagogen in Ludendorffer-Kreisen.

Die Grundschullehrerin Maren P. in Schleswig-Holstein war zugleich in einem rechtsextremen Verein aktiv. Das Schulamt Schleswig-Flensburg wurde schon 1998 hellhörig. Der Verfassungsschutz schaute jahrelang zu.  mehr...

NPD-Verfahren
        

Michael Bertrams hält das Kölner Beschneidungsurteil für falsch.

Michael Bertrams ist oberster Verfassungsrichter in NRW. Im Interview spricht er über das Gerechtigkeitsempfinden der Bürger, indiskutable Gerichtsverfahren und kritisiert die laxen Karlsruher Urteile zur NPD.  mehr...

Neonazi-Szene
Gottfried Küssel im Jahr 2008

Er gilt als Schlüsselfigur in der deutschsprachigen Neonazi-Szene. Nun muss der Österreicher Gottfried Küssel für neun Jahre ins Gefängnis - verurteilt als Initiator einer rechtsextremen Homepage.  mehr...

Neue Rechte
Mit Schäferhund und Familienbande: Propagandaplattform der "Exilregierung" unter "Reichskanzler" Norbert Schittke.

Es gibt eine Bewegung in Deutschland, die der Ansicht ist, dass Angela Merkel nicht regiert, der Bundestag den Mund halten soll und Gesetze ungültig sind. Ganz so harmlos wie spinnert sind diese Leute nicht.  mehr...

Neue Studie
Gibt es auch noch: Neonazi in Magdeburg.

Rechtsextreme Ansichten sind in Ostdeutschland auf dem Vormarsch, behaupteten kürzlich die Autoren einer Studie. Eine neue Erhebung in Sachsen-Anhalt kommt zu einem ganz anderen Ergebnis.  mehr...

NPD-Verbot
Teilnehmer einer Demonstration der rechtsextremen NPD.

Politiker diskutieren seit Monaten über ein Verbotsverfahren der NDP. Nun sorgt die Partei für eine Überraschung. Sie will sich beim Bundesverfassungsgericht, ihre Verfassungstreue feststellen lassen.  mehr...

Initiativen gegen Rechts
Haus in der Innenstadt Dresdens (Foto von Februar 2010).

Initiativen gegen Rechts kritisieren mangelnde Förderung durch die Politik. Doch es besteht dringend Bedarf: In Ostdeutschland sind erstmals mehr jüngere als ältere Menschen rechtsextrem eingestellt.  mehr...

Rechtsextremismus
Mit Gewalt entfernt:  Erinnerungssteine an jüdische NS-Opfer in Greifswald.

Rechtsextreme Positionen sickern immer tiefer in die Mitte der Gesellschaft – vor allem im Osten. Fast jeder Siebte in Ostdeutschland hat ein geschlossene rechtsextremes Weltbild, so der alarmierender Befund einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung.  mehr...

Rechtsextremismus
Die neueste Rechte gibt es nicht nur in Deutschland. Sie präsentiert sich auch in Frankreich.

Die antiliberale Jugendbewegung „Identitäre Bewegung Deutschlands“ ist ein Phänomen, die im Internet ihren Ursprung zu haben scheint. Doch dahinter stecken bekannte rechte Kreise.  mehr...

„Besseres Hannover“
Eine Hakenkreuzfahne, beschlagnahmte Waffen und Propaganda-Material der verbotenen Gruppierung präsentierte das niedersächsische Innenministerium.

Wegen Volksverhetzung und Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda verbietet Niedersachsen die bedeutendste Neonazi-Gruppierung des Landes. Bei einer Razzia werden Waffen und NPD-Plakate beschlagnahmt.  mehr...

Anders Breivik
Breivik muss wegen der Morde von Oslo und Utoya für 21 Jahre ins Gefängnis.

Hacker knacken die privaten E-Mails von Anders Breivik, die jetzt in Buchform erscheinen. Das Buch gibt Einblicke in die Persönlichkeit des verurteilten Massenmörders.  mehr...

Breivik-Urteil
Höchststrafe für Massenmörder Breivik.

Das Gericht in Oslo hält den Massenmörder Anders Behring Breivik für zurechnungsfähig und verurteilt ihn zur Höchststrafe des norwegischen Gesetzbuches. Für die Überlebenden und Hinterbliebenen bedeutete der Richterspruch eine Erlösung.  mehr...

Kommentar zum Breivik-Urteil
Er wurde zur Höchststrafe verurteilt: Anders Breivik.

Das Urteil gegen Breivik ist so ausgefallen, wie er es sich wünschte. Damit besteht die Hoffnung, dass Norwegens größter Mordprozess abgeschlossen ist. Der Verurteilte hat seine Memoiren angekündigt, doch niemand sollte ihm zuhören. Er ist verurteilt, jetzt ist es an der Zeit, ihn zu vergessen.  mehr...

Urteil gegen Breivik
Breivik bei der Urteilsverkündung.

Das Urteil, auf das ganz Norwegen wartete, ist da: Anders Behring Breivik ist zurechnungsfähig und bekommt die Höchststrafe. Das Urteil sei einstimmig gefallen, sagt die Gerichtsvorsitzende.  mehr...

Breivik vor Gericht
Der Angeklagte Anders Breivik bei der Urteilsverkündung vor Gericht.

Anders Breivik wird vom Gericht für zurechnungsfähig erklärt und zur Höchststrafe von 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Das Urteil sei einstimmig gefallen, sagt die Richterin Wenche Elizabeth Arntzen.  mehr...

Nach Breivik-Attentaten
Norwegens Polizeichef Oystein Maeland ist nach Kritik an den Polizeieinsätzen nach den Attentaten von Anders Breivik zurückgetreten.

Ein Untersuchungsbericht enthüllt am Montag massiver Verfehlungen der Polizei bei den Anschlägen von Oslo und Utöya, die Anders Behring Breivik begangen hat. Nun zieht der Polizeichef des Landes Konsequenzen und erklärt seinen Rücktritt.  mehr...

Anschlag in Oslo
Das Urteil im Prozess gegen Breivik soll am 24. August fallen.

Der Bombenanschlag in Oslo hätte verhindert werden können, so das Ergebnis einer Kommission zur Aufarbeitung der Anschläge. Sie wirft der Polizei Schlamperei vor.  mehr...

Massenmörder Breivik
Im Prozess setzt Breivik immer wieder sein Grinsen auf.

Anders Breivik korrespondiert aus der Haft mit Gleichgesinnten - und versucht, ein rechtes Netzwerk aufzubauen. Die Gefängnisleitung liest eifrig mit, kann aber nichts dagegen tun.  mehr...

Jahrestag der Breivik-Attentate
Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg und König Harald (r.) in Oslo vor den Kränzen für die Opfer der Anschläge vor einem Jahr.

Beim Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Oslo und Utøya durch den Rechtsradikalen Anders Breivik fasst Norwegens Regierungschef Jens Stoltenberg in Worte, was das Land empfindet: „Der Täter hat verloren, das Volk hat gesiegt.“  mehr...

Jahrestag des Norwegen-Attentats
Beten und fasten: Der Ramadan hat begonnen, ein Muslim liest in einem Koran.

Auf die meisten Deutschen wirkt Breiviks Bekenner-Pamphlet verstörend - doch es gibt Ausnahmen in rechten Internetforen. Leser von Politically Incorrect bescheinigten dem Breivik-Text die Qualität einer "Doktorarbeit".  mehr...

Verfahren gegen Breivik
        

Das verwüstete Regierungsgebäude in Oslo am 22. Juli 2011.

Ein Jahr nach Breiviks Anschlägen versucht Norwegen immer noch, sein Trauma zu verarbeiten. Nach den Attentaten wird das Land nun toleranter und weltoffener.  mehr...

Prozess gegen Heckenschützen von Malmö
Der mutmaßliche Serientäter von Malmö interessiert sich nicht für den Prozess gegen ihn.

Die Ankläger halten Peter Mangs für einen rassistischen Serienattentäter, der drei Menschen ermordete und zwölf weitere Mordversuche auf dem Gewissen hat. Die Beweislage ist erdrückend. Doch der mutmaßliche Serienschütze selbst interessiert sich nicht für den Prozess - und hält sich die Ohren zu.  mehr...

Volkszorn als Türöffner
        

Selten geben sich Neonazis in sozialen Netzwerken am Anfang so offen wie hier zu erkennen, um Jugendliche für sich zu gewinnen.

Versteckte Propaganda: Neonazis nutzen emotionale Themen wie Kindesmissbrauch oder Arbeitslosigkeit, um Jugendliche in sozialen Netzwerken anzusprechen. Ihre Strategie scheint aufzugehen.  mehr...

Breivik-Prozess
Anders Breivik beim Prozess in Oslo.

Ohne Inspiration durch Rechtsradikale, Islamhasser, Verschwörungstheoretiker wäre Anders Breivik nicht zum brutalsten Verbrecher der norwegischen Nachkriegsgeschichte geworden.  mehr...

Breivik-Prozess
Gefesselt: Die Hände des 77-fachen Mörders.

Verkehrte Rollen: Die Staatsanwälte halten Breivik für psychisch krank, sein Verteidiger fordert eine Gefängnisstrafe. Nun haben die Richter den ganzen Sommer Zeit, dieses Dilemma zu lösen  mehr...

Neonazis Bundesrat
 Die Neonazi-Datei soll von Polizei und Verfassungsschutzämtern in Bund und Ländern mit Informationen über gewaltbereite Rechtsextremisten und deren Kontaktpersonen gefüttert werden.

Damit Ermittlungspannen in der rechten Szene nicht mehr vorkommen, billigt der Bundesrat jetzt die Einrichtung einer Neonazi-Datei. Sie soll Polizei und Verfassungsschutzämtern Informationen über gewaltbereite Rechtsextremisten und deren Kontaktpersonen geben.  mehr...

Breivik Massenmord Prozess
Die Opfer von Breiviks Attentaten erhalten Schadenersatzzahlungen vom Staat.

Fast ein Jahr ist seit Breiviks Massenmord vergangen. Die sozialdemokratische Jugend erlebt einen Zustrom wie nie zuvor, die Polizei wird besser ausgestattet und in Oslo laufen die Aufräumarbeiten rund ums zerstörte Regierungsgebäude.  mehr...

Breivik-Prozess
Staatsanwalt Svein Holden hält sein Plädoyer, im Vordergrund ist Breivik.

Die Staatsanwaltschaft hält Breivik für unzurechnungsfähig - trotz einiger Zweifel, die auch von Gutachten gestützt werden. Sie fordern seine Einweisung in die Psychiatrie.  mehr...

Breivik-Prozess
Anders Breivik.

Das Wesen eines Mannes zu begreifen, der 69 Menschen kaltblütig erschossen hat, ist schier unmöglich. Auch die Experten müssen sich mittlerweile eingestehen, dass sie mit dem Fall Breivik überfordert sind. In Oslo versucht das Gericht zu fassen, was unfassbar ist.  mehr...

Breivik-Prozess Norwegen
Die Verteidigung plädiert auf zurechnungsfähig: Breivik und sein Anwalt Geir Lippestad (re.).

Der Breivik-Prozess steht vor der Entscheidung. Während Gerichtspsychiater über den Geisteszustand des rechtsradikalen Attentäters streiten, plädieren die Verteidiger auf "zurechnungsfähig" - weil Breivik es so wünscht.  mehr...

Rechtsextremismus
Demonstranten "gegen den Volksmob, seine Apologeten & Anstachler" in Insel (Landkreis Stendal). (08.06.2012).

Das BKA ermittelt gegen "Thiazi", das bedeutendste rechtsextremistische Internetforum im deutschsprachigen Raum. Die Polizei durchsucht Wohnungen und nimmt vier Verdächtige fest.  mehr...

Prozess gegen Anders Breivik
Anders Breivik vor Gericht in Oslo: Der Attentäter hat zugegeben, am 23. Juli vergangenen Jahres 77 Menschen getötet zu haben. Trotzdem hält er sich für unschuldig.

Die Jugendlichen, die beim Massaker in Norwegen mit dem Leben davongekommen sind, sprechen im Prozess gegen den Attentäter offen über Verzweiflung und Schmerz, Angst und Albträume, Zukunft und Hoffnung. Eine Hommage an die Überlebenden von Utøya.  mehr...

Rechtsterrorismus
        

Im November wurde der mutmaßliche NSU-Unterstützer Holger G. dem Haftrichter vorgeführt – nun ist er wieder frei.

Holger G. hat dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU )eine Waffe besorgt – mehr aber vielleicht auch nicht. Weil kein dringender Tatverdacht mehr besteht, wurde der 38-Jährige aus der Untersuchungshaft entlassen.  mehr...

Breivik-Prozess
Eivind Thoresen - einer der Überlebenden des Massakers von Utoya.

In Oslo sagen die Überlebenden des Massakers von Utøya gegen Anders Breivik aus. Sie berichten von ihrem ungläubigen Erschrecken - und zeigen, welch unfassbaren Lebensmut sie nach wie vor haben.  mehr...

Schweden
Ein Gerichtszeichner illustriert den Angeklagten Peter Mangs vor Gericht.

Wegen dreifachen Mordes und 12 Mordversuchen muss sich der 40 Jahre alte Schwede Peter Mangs vor Gericht verantworten. Bei den ersten Morden tappt die Polizei noch im Dunkeln, doch als immer mehr Menschen in Malmö durch Schüsse getötet werden, kommen ihm die Ermittler auf die Spur.  mehr...

Breivik-Prozess
Anders Breivik bringt seinen Opfern keine Empathie entgegen.

Im Terrorprozess kommt es endlich zu einem Gefühlsausbruch. Ein Zuschauer im Breivik-Prozess wirft einen Schuh auf den Attentäter und ruft „fahr zur Hölle!“.  mehr...

Pro NRW vs. Salafisten
Salafisten protestieren gegen Pro NRW in Köln.

Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert von dem islamistischem Drohvideo gegen Pro NRW. "Wir erklären Pro NRW den Krieg", heißt es in dem Hetzvideo.  mehr...

Breivik-Prozess in Oslo
Der geständige Attentäter Anders Breivik am Mittwoch im Gericht in Oslo.

Die 24-jährige Tonje Brenna hat das Massaker von Utøya überlebt - weil sie sich tot stellte. Im Prozess gegen den rechtsradikalen Attentäter Anders Breivik berichtet sie als erste der Augenzeugen von den schrecklichen Ereignissen im Juni.  mehr...

Missbrauch der Mohammed-Karikaturen
Der Karikaturist Kurt Westergaard distanziert sich von Pro NRW.

Seine islamkritischen Karikaturen lösten vor sechs Jahren antiwestliche Demonstrationen in islamischen Ländern aus. Jetzt nutzen Rechtsextreme die Zeichnungen für fremdenfeindliche Propaganda. Dagegen wehrt sich Kurt Westergaard.  mehr...

Demo in Oslo
Die Menschen legen Blumen nieder im Gedenken an die Opfer der Breivik-Anschläge.

Mit Liedern gegen Anders Breivik: In einer spontanen Kundgebung versammeln sich rund 40.000 Norweger zu einer friedlichen Demo und setzen aus Protest gegen das Weltbild des rechtsradikalen Attentäters ein Zeichen der Toleranz.  mehr...

Massaker in Norwegen
Anders Behring Breivik will vermeiden, für unzurechnungsfähig erklärt zu werden.

Anders Breivik hat kaltblütig auf Kinder und Jugendliche geschossen - noch immer zeigt er deshalb kein bisschen Reue. Dagegen verliert er schnell die Fassung, wenn er fürchtet, als Irrer abgestempelt zu werden. Doch auch das Gericht ist mit der Arbeit der Psychiater nicht zufrieden.  mehr...

Prozess in Norwegen
Rosen erinnern an die Opfer vom 22. Juli 2011.

Charité-Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber über psychisch kranke Amokläufer und politisch motivierte Terroristen. Kröber sieht Anzeichen dafür, dass sich bei Anders Breivik Verfolgungswahn und Schizophrenie herausgebildet haben.  mehr...

Prozess in Oslo
Anders Behring Breivik sitzt im Gerichtssaal auch einem psychiatrischen Gutachter gegenüber.

Am fünften Prozesstag schildert Anders Behring Breivik das Massaker auf der Insel Utøya - unberührt und in allen Details. Um sich auf das Attentat vorzubereiten, habe er sich wie ein Soldat selbst zur Gefühllosigkeit erzogen. Seine Opfer bezeichnete er als Verräter.  mehr...

Breivik-Prozess in Norwegen
Inga  Bejer Engh, 41, Staatsan-wältin, setzt Breivik in den Verhören zu.

Freundlich und sanft, fast wie mit einem Kind. so redet die Staatsanwältin mit dem Massenmörder Breivik. Doch ihre Freundlichkeit ist nicht mit Schwäche zu verwechseln.  mehr...

Prozess in Norwegen
Krude Terrorpläne: Anders Breivik am Donnerstag vor Gericht.

Der geständige Attentäter Anders Breivik wollte ursprünglich weitere Anschläge in Oslo verüben. Am vierten Prozesstag berichtet er auch ausführlich über seine Vorbereitungen.  mehr...

Prozess in Norwegen
Anders Behring Breivik (l.) im Gespräch mit seinem Anwalt Geir Lippestad.

Norwegische Behörden habe eine Deutsche, die sich als Sympathisantin des geständigen norwegischen Attentäters Breivik ausgab, ausgewiesen. Die Frau hatte an den mutmaßlichen Mörder Briefe geschrieben und sich als seine Freundin ausgegeben haben.  mehr...

Prozess in Norwegen
Anders Behring Breivik vor Gericht am dritten Prozesstag.

Er hatte von einem Netzwerk Gleichgesinnter phantasiert, von einem aufkommenden Kampf gegen den Islam - der dritte Prozesstag zeigt, dass der geständige norwegische Attentäter Anders Breivik vor allem eine wirre Vorstellungskraft hat.  mehr...

Breivik-Prozess in Norwegen
Die Richterin Wenche Elizabeth Arntzen.

Ihre Freundlichkeit darf nicht zu falschen Schlüssen führen: Ohne je die Stimme zu heben, per du selbst mit dem Angeklagten, sitzt Wenche Elizabeth Arntzen auf der Richterbank in Saal 250 im Tingsrett von Oslo. Doch sie kann auch beinhart durchgreifen.  mehr...

Prozess in Norwegen
Im Fokus der Richter: Brevik wird befragt.

Welche Kontakte hatte der mutmaßliche Mörder Anders Behring Breivik zu militanten Nazis? Das will das Gericht in Norwegen klären, doch der Breivik verweigert die Aussage.  mehr...

Anzeige