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Pädophilie: Forscher: Grüne wollten Sex mit Kindern legalisieren

23. Juni 1980 in Dortmund, Parteitag der Grünen: Mitglieder der sogenannten Indianerkommune besetzen das Präsidium.

23. Juni 1980 in Dortmund, Parteitag der Grünen: Mitglieder der sogenannten Indianerkommune besetzen das Präsidium.

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imago stock&people

Vollständig vorliegen wird die Studie erst 2014, doch schon die ersten Ergebnisse sind für die Grünen alles andere als angenehm. Die Partei selbst hatte die Erforschung ihrer „pädophilen Vergangenheit“ in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse liegen nun vor. Sie belegen, dass die Grünen den Jahren von 1980 bis 1989 nicht nur mit der Forderung pädophiler Gruppierungen sympathisierten, sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern zu legalisieren, sondern sie Anfang der 80er Jahre offensiv propagierten.

Seit zwei Monaten erforscht das Göttinger Institut für Demokratieforschung „Umfang, Kontext und Auswirkungen pädophiler Forderungen in den Milieus der Neuen Sozialen Bewegung sowie der Grünen“. Der Institutsleiter, Franz Walter, und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Stephan Klecha haben in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen Artikel publiziert. Die Grünen selbst hatten Walters Institut um die Erforschung des Einflusses pädophiler Gruppen auf die Partei gebeten.

Frustrierte Revolutionäre

So findet sich schon im ersten Grundsatzprogramm der Grünen aus dem Jahr 1980 die Forderung, pädophile Handlungen zu legalisieren. Die einschlägigen Paragraphen 174 und 176 des Strafgesetzbuches sollten nach den Forderungen der Grünen so gefasst werden, „dass nur Anwendung oder Androhung von Gewalt oder Missbrauch eines Abhängigkeitsverhältnisses bei sexuellen Handlungen unter Strafe zu stellen sind“.

Dagegen hatte der Gesetzgeber sexuelle Handlungen an Kindern unter 14 Jahren insgesamt und Jugendlichen unter 16 Jahren, die dem Täter zur Erziehung, Ausbildung oder Betreuung anvertraut waren, generell unter Strafe gestellt, um der besonderen Schutzbedürftigkeit von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden.

„Den Grünen war diese besondere Schutzbedürftigkeit einerlei“, schreiben Walter und Klecha. „Sie wollten angeblich einvernehmlichen Geschlechtsverkehr etwa von Betreuern, Lehrern oder Erziehern mit ihren schutzbefohlenen Minderjährigen oder von Erwachsenen mit Kindern kaum noch Grenzen setzen“, schreiben Walter und Klecha. Allerdings verweisen sie auch auf die Vorläufer dieses Engagements.

Die Forderung nach einer Legalisierung pädophiler Handlungen war älter als die Partei. Ihre Wurzeln hatte sie, so interpretieren es die Forscher, in der „Enttäuschung über die ausgebliebene politische Revolution“ in den Jahren nach 1968. Demnach ging es den ernüchterten Revolutionären um „die Emanzipation der Individuen von den Zwängen einer überkommenen, klerikal und bigott durchsäuerten Klassengesellschaft“.

Die Forderung nach einer straffreien „Liebe“ zwischen Erwachsenen und Kindern war indes auch unter grünen Revolutionären nicht unumstritten, zog sich aber in den folgenden zehn Jahren auf allen Parteiebenen durch Programme und Beschlüsse, bis vor allem die Feministinnen innerhalb der Grünen dem Treiben ein Ende setzten.

Bruch mit der Vergangenheit

Zuvor hatte ein Beschluss des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der Grünen 1985 einen „Kindersex-Skandal“ provoziert. Die grüne Arbeitsgruppe „Sexualität und Herrschaft“, die sich nach den ihr angehörenden Schwulen und Pädophilen SchwuP nannte, setzte sich vor der Landtagswahl für die Straffreiheit von „einvernehmlichem Sex“ zwischen Minderjährigen und Erwachsenen ein.

Die Forderung legten sie dem Landesparteitag zur Beschlussfassung vor. Die Delegierten nahmen die Vorlage an, allerdings nur als Arbeitspapier.

Verletzung der Menschenwürde

Die taz fasste die öffentliche Empörung über den Vorgang damals in dem Satz „die Grünen sind alle Kinderficker“ zusammen. Die Partei kostete der Skandal den Wiedereinzug in den Landtag. 1987 trennte sich die Partei von der Arbeitsgruppe SchwuP. Dennoch rückten die Grünen erst 1989, knapp zehn Jahre nach ihrem ersten Grundsatzprogramm endgültig von der Forderung einer Legalisierung ab.
Inzwischen allerdings bescheinigt Walter den Grünen mit ihrer Vergangenheit unwiderruflich gebrochen zu haben. Im Grundsatzprogramm der Grünen von 2002 findet sich die Formulierung: „sexualisierte Gewalt ist eine der offensivsten Verletzungen der Menschenwürde“.