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„Fuchs, du hast die Gans gestohlen“: Limburgerin und Bürgermeister werden angefeindet

Limburg

Das Foto zeigt das Rathaus in Limburg (Hessen) mit Glockenturm.

Foto:

dpa

Köln -

Die Frau, die den Limburger Bürgermeister um die Verbannung des Volksliedes „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ aus dem Repertoire des Glockenspiels am Rathaus gebeten hatte, sieht sich massiven Bedrohungen ausgesetzt. Das teilte sie dem Limburger Bürgermeister Marius Hahn in einem persönlichen Gespräch mit, wie Stadtsprecher Johannes Laubach bestätigte.

Die Limburgerin habe ihn nett gefragt, „ob man das Lied nicht aus dem Programm nehmen könne, weil sie sich als Veganerin damit nicht wohl fühlt“, sagte Bürgermeister Marius Hahn (SPD) der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Hahn folgte dem Wunsch der Frau und nahm das Lied aus dem Programm. In einer Büttenrede griff er die Anekdote dann scherzhaft auf und verkündete: „Der Hahn, der Hahn lebt nicht vegan und verkündet ganz unverhohlen: Der Fuchs, der hat die Gans gestohlen.“

Frau wird beschimpft

Mit den darauffolgenden Reaktionen hatten die Limburger jedoch nicht gerechnet. Die Stadtverwaltung erreichten gepfefferte Mails und Anrufe. Laubach berichtet von Beschimpfungen, Beleidigungen und sogar von Rücktrittsforderungen gegen den Rathauschef. „Die Reaktionen sind unverständlich und überzogen“, sagte Laubach am vergangenen Freitag.

Und auch die Frau blieb – wie nun bekannt wurde – nicht von den Beschimpfungen verschont. Laut dem Portal „mimikama“ sollen es einige Jagdverbände auf die Frau abgesehen haben. Wie das Portal zudem berichtet, sei die Anfrage der Frau an den Bürgermeister eigentlich ein Scherz gewesen und gar nicht ernst gemeint. Ihr zufolge habe sie lediglich die Melodie in der Mittagpause gestört. Diese Darstellung wies Stadtsprecher Laubauch jedoch zurück.

Volkslied kommt wieder

Die Geschichte hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Auch internationale Medien berichteten über den Fall.

Für immer verbannt ist das Volkslied aus dem 19. Jahrhundert aber nicht. „Auf jeden Fall kommt das wieder. Wir wechseln unsere Lieder in unregelmäßigem Abstand. Beim nächsten Wechsel nehmen wir es wieder rein“, sagte Bürgermeister Hahn der „FAZ“. „Der Fuchs hat nur eine Schonfrist bekommen.“