20.02.2012

500. Folge der Simpsons : Homer und Marge müssen zum Jubiläum ins Exil

Von Sebastian Moll
Unter Ausgestoßenen: Wikileaks-Gründer Julian Assange (links) zusammen mit Homer und Marge.
Unter Ausgestoßenen: Wikileaks-Gründer Julian Assange (links) zusammen mit Homer und Marge.
Foto: dapd

In der 500. Folge werden die Simpsons aus Springfield vertrieben, dort treffen sie Julian Assange. Insgesamt ist die Folge eher Durchschnitt. Trotzdem gibt es einige Überraschungen.

Die Bewohner von Springfield haben genug von dem „endlosen Albtraum“ der Simpsons, wie es Barbesitzer Moe sagt. Trotz eines christlichen Versöhnungsversuches von Nachbarn Ned Flanders wird Homer deshalb in der 500.Folge der Simpsons geteert und gefedert und mitsamt seiner Sippe vor die Stadttore gesetzt.

Die Simpsons sind am Boden zerstört, während sie zu den Klängen von Hank Williams’ „Lost Highway“ mit Hab und Gut durch die Prairie rattern, doch dann finden sie schnell und unverhofft eine neue Heimat. In den „Outlands“, einer Ansammlung herunter gekommener Wohnwagen, werden sie herzlich aufgenommen. Hier leben die Ausgestoßenen der Gesellschaft, die Ansiedlung aus Mad Max III – Unter der Donnerkuppel - ist klar wieder zu erkennen.

Unter Ausgestoßenen

Bart und Homer genießen das Leben als wilde Jungs auf ihren Geländemotorrädern, nur Marge hat Heimweh. Erst die Begegnung mit ihrem seltsamen Nachbarn lässt auch Homer Springfield vermissen. Nebenan wohnt unter einer gigantischen Radarschüssel Julian Assange, der sich jedoch als eher sperrig und bärbeißig heraus stellt. „Wie Flanders ist der nicht“, beschreibt Homer gleich seinen ersten Eindruck.

Stars und Familie

Julian Assange treffen die Simpsons in der 500. Folge der Serie. Mit dem Mitgründer der Enthüllungsplattform Wikileaks feiern die Simpsons ein Grillfest in der Wildnis, bis er ihnen ein Video vorführt. Zu sehen ist darin eine afghanische Hochzeit - die dann von US-Truppen bombardiert wird. Seinen Text hat Assange von seinem Hausarrest in England aus eingesprochen.

Seit 1989 läuft die TV-Serie „Die Simpsons“ im US-Fernsehen, 2007 folgte der Kinofilm „Die Simpsons – Der Film“. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die fünf Familienmitglieder und ihr Leben in der Kleinstadt Springfield, deren Silhouette von jenem Atomkraftwerk dominiert wird, in dem auch Vater Homer arbeitet.

Als Marge Assange fragt, ob gerade ein irakischer Journalist umgebracht worden sei, erwidert Assange grummelig, das sei Unfug, es werde eine afghanische Hochzeit bombardiert und als Homer ihm sein Geheimnis verrät, dass er nämlich keine Unterwäsche trägt, zeigt sich Assange wenig interessiert. Mit diesen beiden Zeilen hat sich dann auch schon der groß angekündigte Auftritt von Assange bei den Simpson. Ein wenig, hat man als Zuschauer das Gefühl, als sei da eine Gelegenheit verschenkt worden.

Nicht so die Gelegenheit zur zeitgemäßen politischen Parodie. Denn nachdem die Simpsons den Springfieldern bei einem Besuch in Burns- und Smithers-Verkleidung davon berichten, wie paradiesisch es in der anarchischen Kommune zugeht, überfällt Springfield die „Outlands“ und verwandelt es in genau das, was Springfield einmal war – eine durchschnittliche amerikanische Stadt inklusive politischer Korruption und dysfunktionalen Schulen, wie der Bürgermeister stolz verkündet.

Folge eher mittelmäßig

Die Teepartei-Utopie der Regierungsfreiheit wird im Nu von den Institutionen der US-Demokratie wieder eingeholt.

Die Jubiläumssendung kann nicht mit den Episoden aus den 90er Jahren mithalten. Trotzdem: Selbst eine eher durchschnittliche Folge wie diese ist noch immer um vieles besser als das meiste, was es sonst auf den anderen amerikanischen Kabelkanälen zu sehen gibt.

Wenn etwa Lisa zu Homer sagt, sie verschlinge Bücher, so wie er Bier und er dann bierernst erwidert – dann hast Du aber ein ganz schönes Leseproblem, dann bleibt das unbezahlbar. Die Bitte im Abspann an die Zuschauer, doch erst ein paar Schritte an die Luft zu gehen, bevor man ins Internet schreibt, wie grauenhaft die Folge war, war jedenfalls unnötig. Kein Grund, die Simpsons zu vertreiben.

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