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Amoklauf in der Schweiz : Tod von drei Frauen erschüttert Bergdorf

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Die Polizei sperrte den Tatort in Daillon weiträumig ab.
Die Polizei sperrte den Tatort in Daillon weiträumig ab.
Foto: reuters

Der Amokschütze in dem Schweizer Bergdorf Daillon war der Polizei bereits bekannt. Er galt als drogensüchtig.

Am zweiten Tag des neuen Jahres glich Daillon einer traumhaften Schweizer Winteridylle: Die Sonne schien, der Schnee glitzerte auf den schroffen Hängen der Walliser Alpen oberhalb des 400-Seelendorfs nahe Sion (Sitten). „Doch auf den sonnigen Tag folgte ein schwarzer Abend“, sagte Gemeindepräsident Christophe Germanier am Donnerstag mit belegter Stimme. Da ist es kaum zwölf Stunden her, dass ein Mann drei Frauen aus dem Dorf erschossen und zwei Männer schwer verletzt hat.

Es war kurz nach halb neun Uhr abends, als die Bewohner Daillons laute Geräusche hörten. „Ich dachte erst, da sei ein Fensterladen zugeschlagen“, erinnerte sich die Inhaberin des Restaurants Channe d’Or, Marie-Paule Udry, im Schweizer Rundfunk. Bald stellte sich heraus, dass ein 33-jähriger Dorfbewohner mit mindestens zwei Waffen um sich geschossen hatte – erst aus dem Fenster seiner Wohnung, dann auf offener Straße. Mindestens zwanzig Schüsse soll er abgegeben haben, aus einem Jagdgewehr und einem antiken Armeekarabiner. Die Polizei konnte den Mann stoppen, der verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde.

Laxe Waffengesetze

Der Schütze ist der Polizei als drogenabhängig bekannt. 2005 wurden ihm seine Waffen entzogen, als er psychiatrisch behandelt wurde. Er bezieht eine Invalidenrente und soll unter Vormundschaft stehen. Drohungen habe er nicht ausgesprochen, erklärte Staatsanwältin Catherine Seppey. Wenn Udrys Erinnerung zutrifft, dann war der Mann alkoholisiert: „Er war am Abend bei uns und hat sehr viel getrunken.“

Das Motiv für die Tat liegt im Dunkeln. Vermutlich kannte der in der Gemeinde aufgewachsene Mann seine Opfer im Alter von 32, 54 und 79 Jahren. Die 32 Jahre alte Frau hinterlässt zwei kleine Kinder; der Vater ist einer der beiden Verletzten.

Obwohl die Herkunft der Waffen noch unklar ist, wirft die Tat Fragen zu den Waffengesetzen in der Schweiz auf, die zu den liberalsten in Europa gehören. Nicht nur Angehörige der Armee, die seit 1874 ihre Waffen zu Hause lagern dürfen, um im Kriegsfall sofort einsatzbereit zu sein, haben Gewehre im heimischen Schrank oder unter dem Bett gelagert.

Auch sonst ist der Zugang zu Waffen für volljährige Schweizer kaum beschränkt. Wie viele Waffen in Schweizer Haushalten lagern, ist zudem kaum bekannt, denn ein zentrales Waffenregister gibt es nicht. Versuche, das Waffenrecht auch mit Hinweis auf drohende Amokläufe zu verschärfen, schlagen immer wieder fehl. Eine entsprechende Volksinitiative wurde zuletzt Anfang 2011 mit großer Mehrheit abgelehnt.

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