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Ann Sophie fährt zum ESC: Andreas Kümmert – null Punkte

So sehen Sieger normalerweise nicht aus.

So sehen Sieger normalerweise nicht aus.

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dpa

Köln -

Angela Merkel war gerade von ihren Anhängern im Konrad-Adenauer-Haus gefeiert worden, da ergriff die Kanzlerin in der Wahlnacht das Wort. Sie sehe sich leider nicht in der Verfassung, die nächste Bundesregierung zu führen. Der Kanzlerposten gehöre daher nun ihrem Herausforderer Peer Steinbrück.

Ein schwachsinniges Szenario, oder? So ist es auch nicht gewesen in jener Septembernacht 2013. Nun ist der Eurovision Song Contest, auch wenn einige Fans vielleicht das Gegenteil behaupten, nicht so wichtig und folgenschwer wie eine Bundestagswahl. Es gibt aber eine Gemeinsamkeit: Wer beim ESC antritt, stellt sich ebenfalls einem Wettbewerb und stellt sich mit seiner Musik zur Wahl.

Karriere beerdigt

Das Publikum erwartet zu Recht, dass der Künstler diese Kandidatur dann auch ernsthaft verfolgt und nicht „April, April“ sagt, wenn er gewonnen hat.   Das Verhalten von Andreas Kümmert – erst antreten, dann in den Sack hauen – ist eine Unverschämtheit gegenüber seinen Mitbewerbern und eine Verhöhnung aller Fans, die für ihn angerufen oder SMS geschickt haben. Das ärmste Schwein in diesem unwürdigen Spiel ist aber die Zweitplatzierte Ann Sophie. Sie fährt nun mit dem Makel nach Wien, den nationalen Vorentscheid in Hannover nicht sauber gewonnen zu haben, sondern nur Profiteurin eines Skandals zu sein.

Andreas Kümmert mag ein überragende Stimme haben – menschlich hat er sich am Donnerstagabend disqualifiziert. Und seine Karriere beerdigt. Der Fernsehsender, der ihn noch mal in eine Livesendung einlädt, muss erst noch gegründet werden.