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Anschlag auf BVB-Bus: Keine Hinweise auf Komplizen – Sprengstoff-Ermittlungen dauern an

Dortmund

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass der festgenommene Tatverdächtige den Anschlag auf den BVB-Bus alleine ausgeführt hat. 

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dpa

Karlsruhe/Dortmund -

Die Bundesanwaltschaft hat nach der Festnahme eines Tatverdächtigen bislang keine Anhaltspunkte für mögliche Gehilfen und Mittäter bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Bundesligist Borussia Dortmund. Das teilte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Freitag in Karlsruhe mit. Die Ermittlungsbehörde behalte diese Frage aber weiter im Blick.

Untersuchung des Sprengstoffs dauert an

Herkunft und Art des beim Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus verwendeten Sprengstoffs ist noch nicht ermittelt. Da bei der Explosion der drei Sprengsätze vergangene Woche der gesamte Sprengstoff umgesetzt worden sei, seien die Untersuchungen „etwas komplexer und etwas aufwendiger“, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe. Die Kriminaltechniker müssten zum Beispiel Bodenproben untersuchen.

Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Bundesligist Borussia Dortmund hatte die Polizei am Freitag einen Verdächtigen festgenommen - es scheint um Aktienspekulation zu gehen und nicht um Terrorismus. Der im Raum Tübingen gefasste 28-Jährige soll laut Bundesanwaltschaft auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt haben, um dadurch einen hohen Gewinn einstreichen zu können.

Möglicher Börsengewinn unklar

Wie viel Geld der Verdächtige im Fall des Anschlags auf den BVB-Mannschaftsbus maximal an der Börse hätte gewinnen können, ist noch nicht klar. Das werde derzeit noch berechnet, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Freitag in Karslruhe.

Der 28-Jährige habe drei verschiedene Derivate auf die Aktie von Borussia Dortmund erworben - die meisten davon am Tag des Angriffs selbst. Dafür habe er einen Verbraucherkredit in Höhe von mehreren zehntausend Euro aufgenommen. Sicher sei: Je tiefer die Aktie des Fußballvereins gefallen wäre, desto höher wäre der Gewinn für den Verdächtigen ausgefallen. (dpa)