12.01.2012

Die Loveparade-Katastrophe und die Folgen: Duisburg entscheidet über Schicksal von OB Sauerland

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) will nicht abtreten.
Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) will nicht abtreten.
Foto: dpa/Archiv

Mehrmals bereits hat der Rat der Stadt Duisburg versucht, Oberbürgermeister Adolf Sauerland abzuwählen. Doch der CDU-Politiker, der für die Loveparade-Katastrophe mitverantwortlich gemacht wird, blieb im Amt. Jetzt entscheiden die Duisburger Wähler über seine Zukunft.

Knapp eineinhalb Jahre nach der Katastrophe bei der Loveparade hat in Duisburg die Abstimmung über die Abwahl des umstrittenen CDU-Oberbürgermeisters Adolf Sauerland begonnen. Die Stimmberechtigten in der Ruhrgebietsstadt können seit Donnerstag per Brief oder persönlich in den Bezirksämtern ihre Stimme abgeben, wie die Stadt mitteilte. Die Entscheidung über Sauerlands Zukunft fällt dann beim Bürgerentscheid am 12. Februar.

Gegner Sauerlands hatten zwischen Juni und Oktober vergangenen Jahres rund 67.000 gültige Unterschriften für eine Abwahl des Oberbürgermeisters gesammelt und damit den Weg für den Bürgerentscheid frei gemacht. Das „Duisburger Bündnis Abwahl“ kritisiert, dass Sauerland nach dem Loveparade-Unglück mit 21 Toten und mehr als 500 Verletzten nicht die politische Verantwortung übernommen hatte und zurückgetreten war.

Bis zum Bürgerentscheid in gut vier Wochen will das Bündnis für die Abwahl Sauerlands nach eigenen Angaben unter anderem 250.000 Flyer mit seinem Abwahlaufruf in der Stadt verteilen. „Entscheidend wird die Wahlbeteiligung“, sagte der Sprecher des Bündnisses, Theo Steegmann, in Duisburg.

Wulffs Vorbilder - Die Aussitzer

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Gut sieben Wochen nach der Loveparade-Tragödie vom 24. Juli 2010 hatte im Duisburger Stadtrat ein Antrag auf Abwahl Sauerlands die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt. Seit dem Frühjahr 2011 können in Nordrhein-Westfalen aber auch die Bürger die Einleitung eines Abwahlverfahrens gegen einen Oberbürgermeister betreiben. Eine entsprechende Änderung der Gemeindeordnung hatte der Düsseldorfer Landtag im vergangenen Mai verabschiedet.

Während der Loveparade war am überfüllten Zugangstunnel zu dem Duisburger Veranstaltungsgelände eine tödliche Massenpanik ausgebrochen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung gegen Mitarbeiter der Stadt Duisburg, des Veranstalters Lopavent und der Polizei.

(AFP/dpa)

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