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Facebook-Post: Helferin erhält angeblich Hausverbot im Lageso

Wasser verteilen, Essen ausgeben: Eine von unzähligen Aufgaben, die Freiwillige am Lageso in Berlin erledigen.

Wasser verteilen, Essen ausgeben: Eine von unzähligen Aufgaben, die Freiwillige am Lageso in Berlin erledigen.

Foto:

imago/Christian Mang

Über 6500 Mal wurde dieser Post bereits geteilt. Jorinde Leonhardt ist eine der vielen freiwilligen Helferinnen, die Flüchtlinge im Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) versorgen. Sie verteilt Lebensmittel, besorgt warme Anziehsachen und manchmal auch Spielzeug für die wartenden Kinder. Am Donnerstag wurde ihr angeblich Hausverbot im Lageso erteilt. Wie es dazu gekommen sein soll, beschreibt sie in einem Bericht, den sie auf ihre Facebookseite gestellt hat.

Ich habe soeben Hausverbot im LaGeSo bekommen!Warum?Weil ich dem kleinen Jungen auf diesem Foto eine Ski-Hose...

Posted by Jorinde Leonhardt on Donnerstag, 14. Januar 2016

Der Berliner Zeitung schildert Jorinde Leonhardt, sie habe im Vivantes-Zelt, wo die Flüchtlinge Essen bekommen, einem Kind eine warme Skihose anziehen wollen. Der Vater des Kindes habe geholfen (er ist auch auf dem Foto zu sehen) als ein Wachmann der Firma Gegenbauer auf sie zugekommen sei und das Umziehen des Kindes verboten habe. Er begründete das Verbot damit, das dies zu Tumulten führen könne.

Der Wachmann habe sie dann rausgeschickt. Als die Helferin ihn fragte, ob es sein Ernst sei, dass Kind im Kalten vor dem Zelt umzuziehen, habe der Wachmann dies bejaht. Die Helferin berichtet der Berliner Zeitung, sie habe darauf beharrt, dass Kind im Warmen umziehen zu können, worauf der Wachmann ihr Hausverbot erteilt habe.

Vivantes bestätigt Vorfall nicht

Auf die Nachfrage, in wessen Namen, habe der Wachmann geantwortet, im Namen von Vivantes. Jorinde Leonhardt berichtet weiter, dass anwesende Vivantes-Mitarbeiter ihr und anderen Helfern gegenüber negativ eingestellt waren und immer wieder gerufen haben "raus, raus". Dazugerufene Polizisten seien nicht eingeschritten.

Vivantes-Sprecherin Kristina Tschenett kann gegenüber der Berliner Zeitung den Vorfall nicht bestätigen. Sie erklärt: „Vivantes ist vom LAGeSo beauftragt, Flüchtlinge vor Ort rund um die Uhr mit Essen zu versorgen. Gestern Abend gegen 21.00 Uhr wollten mehrere Personen im Vivantes-Essenzelt Kleidung an Flüchtlinge verteilen. Es ist nicht untersagt, im Vivantes-Zelt Kleidung anzulegen. Zum Schutz vor Infektionen ist jedoch das Verteilen von Kleidung und Essen im Essenszelt durch Dritte aus hygienischen Gründen untersagt, dafür bitten wir um Verständnis. Dieses Verbot wurde vom Sicherheitsdienst durchgesetzt.“

Sascha Langenbach, Pressesprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, möchte den Vorfall erst klären und sich dann dazu äußern. Die Firma Gegenbauer war für eine Stellungnahme bisher nicht erreichbar.

Jorinde Leonhardt wird heute Abend wieder ins Lageso gehen, um den Flüchtlingen zu helfen.


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