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Grand Hotel: Halloren in Heiligendamm

Grand Hotel Heiligendamm mit Grand Strandkorb für die Grand Acht.

Grand Hotel Heiligendamm mit Grand Strandkorb für die Grand Acht.

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Als Gast war Paul Morzynski schon oft in Heiligendamm, in jenem sagenhaften Hotel, das nach der Wende aus fünf der schönsten Häuser des Badeortes an der Ostsee entstand. Ein Grand Hotel der ganz großen Sorte, Fünf-Sterne-Plus, weltweit berühmt geworden, als 2007 dort die Staatschefs der Großen 8 während ihres Gipfeltreffens residierten. Es soll ihnen gefallen haben.

Auch Paul Morzynski war nach eigenem Bekunden begeistert. Nun kauft der Aufsichtsratsvorsitzende der Halloren Schokoladenfabrik aus Halle an der Saale das insolvente Grand Hotel. Interessiert hatte er sich schon seit einiger Zeit, plötzlich kam nun die Gelegenheit. In der Nacht zu Donnerstag war der Verkauf an eine Berliner Investorengruppe geplatzt. Die letzte Frist zur Überweisung des Kaufpreises war verstrichen. Es hätten 30 Millionen Euro sein sollen. Am Morgen ließ der neue Käufer mitteilen, er wolle den Hotelbetrieb fortsetzen, neue Ideen und Ansätze für den künftigen Betrieb würden derzeit entwickelt.

Eine Sanierungen darf man ihm durchaus zutrauen, er hat Erfahrung darin. Nach der Wende hatte der Wirtschaftsprüfer und Unternehmer aus Hannover mit Halloren die älteste Schokoladen-Fabrik Deutschlands übernommen. Nach schwieriger Anlaufphase wächst der hallesche Schoko-Produzent seit Jahren stetig. Nun soll also das älteste deutsche Seebad wieder auf Vordermann gebracht werden. Von Vorteil wird es wohl auch sein, dass die Familie Morzynski bereits Partner im Upstalsboom-Hotel im benachbarten Kühlungsborn ist. Die Familie investiert vorrangig in Immobilien, auch in Halle.

Die feine Anlage an der Küste, erbaut von Friedrich Franz I., Herzog von Mecklenburg-Schwerin, hat es nach 1990 schon mit mehreren Sanierern zu tun gehabt. Nicht glücklich wurde Immobilieninvestor Anno August Jagdfeld, der sich in das klassizistische Gebäudeensemble verliebt hatte. 2003 wurde das Grand Hotel eröffnet, zunächst von Kempinski gemanagt.

Ruhm und Rummel nutzten dem Haus nichts, die Auslastung soll zuletzt laut Medienberichten nur bei 44 Prozent gelegen haben. Streit gab es wegen öffentlicher Wege über das Hotel-Gelände. Anfang 2012 meldete das Hotel Insolvenz an. Seither führt der Insolvenzverwalter die Geschäfte. Ein neuer Strand-Weg soll Schaulustige künftig auf Abstand zu den Hotel-Gästen halten. Morzynski geht davon aus, dass das Seebad-Hotel wieder gesunden kann.