21.02.2012

Nach der Strauss-Kahn-Affäre: Klingeln für New Yorker Zimmermädchen

Von Sebastian Moll
        

 Sie sind für Sauberkeit zuständig – nicht für mehr.
Sie sind für Sauberkeit zuständig – nicht für mehr.
Foto: dapd/AP/Dan Balilty
New York –  

Seit Jahren kämpften Zimmermädchen für mehr Schutz bei der Arbeit. Jetzt statten New Yorker Hotels ihr Personal mit Alarmknöpfen aus, denn manche Gäste betrachten sie als Freiwild.

Die Frühstückskellnerin des Radisson Hotel in Midtown Manhattan hätte beinahe ihr Tablett fallen lassen, als sie Anfang Januar die Tür zum Zimmer des Buchhalters Fred Vankirk öffnete. Vankirk lag auf dem Bett mit einem riesigen Revolver in der Hand und als die Hotelangestellte eintrat, fiel er, immer noch bewaffnet, vor ihr auf die Knie. „Ich will Dich heiraten“, sagte Vankirk, „und wenn Dir irgendjemand etwas Böses antun will, dann beschütze ich Dich.“

In dieser bedrohlichen Lage hätte die junge Dame nur allzu gerne einen Alarmknopf gehabt, um Hilfe zu rufen. Stattdessen musste sie sich irgendwie selbst aus der misslichen Situation befreien. Erst, als sie dem Zimmer entkommen war, konnte sie ihre Vorgesetzten verständigen, die dann die Polizei riefen.

Belästigungen sind alltäglich

Vorfälle wie diese sind Alltag in Hotels in New York und überall auf der Welt. „Es ist ein riesiges Problem“, sagt Anthony Roman, Chef einer Sicherheitsfirma in der New York, die auf Hotels spezialisiert ist. In der Geborgenheit ihres eigenen Raumes glauben Hotelbesucher ihren wildesten Fantasien freien Lauf lassen zu können, das Hotelpersonal wird dabei häufig wie Freiwild behandelt.

Deshalb kämpft die Gewerkschaft der Hotelbediensteten seit Jahren für einen besseren Schutz bei der Arbeit. Nun hat sie sich, im Windschatten des Dominique-Strauss-Kahn-Skandals, durchgesetzt. Bei Tarifverhandlungen in der vergangenen Woche haben die Zimmermädchen- und kellner erreicht, dass New Yorker Hotels ab sofort dazu verpflichtet sind, die Zimmermädchen und -kellner mit einer mobilen Alarmklingel auszustatten.

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