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Opfer berichtet von Kölner Silvesternacht: "Das schlimmste Silvester, das ich je erlebt habe"

In der Silvesternacht sind rund um den Kölner Hauptbahnhof Dutzende Frauen massiv sexuell belästigt und ausgeraubt worden.

In der Silvesternacht sind rund um den Kölner Hauptbahnhof Dutzende Frauen massiv sexuell belästigt und ausgeraubt worden.

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dpa

Hunderte Männer hatten in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen umringt, bedrängt und teils massiv sexuell belästigt und bestohlen. Die Zahl der Anzeigen stieg am Dienstag auf 90. Nach Angaben von Polizisten und Opfern waren die Täter überwiegend junge Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren, die aus dem „nordafrikanisch-arabischen Raum“ stammen. Aus Hamburg und Stuttgart wurden ähnliche Vorfälle gemeldet.

Die Polizei spricht von rund 1000 Männern, die sich vor Ort in Köln versammelt haben sollen. Die betroffenen Frauen wurden enorm sexuell belästigt, schildert ein Opfer im Video. "Das ist sehr erniedrigend", sagt eine Zeugin. "Das ist das schlimmste Silvester, das ich je erlebt habe", so ein Opfer.

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Ein Flüchtlingshelfer wurde in der Nacht bestohlen und ein anderer äußert sich zu den möglichen Ursachen für die sexuellen Übergriffe.

Die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln sollen Konsequenzen haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte am Dienstag eine „harte Antwort des Rechtsstaats“. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verlangte umfassende Aufklärung. Er warnte zugleich davor, die Vorfälle mit der Flüchtlingsdebatte zu vermischen. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Täter an. Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) will ausländische Täter rigoros abschieben. Der Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags setzte für kommenden Montag eine Sondersitzung an. (BLZ/dpa)