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Provokante Kinospots zu Cannabis-Konsum: So wirbt der Hanfverband für legales Kiffen

Zwielichtige Gestalten unter sich, aber eine fehlt noch: Kinowerbung des Hanfverbandes

Zwielichtige Gestalten unter sich, aber eine fehlt noch: Kinowerbung des Hanfverbandes

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Während Berlins Innensenator Frank Henkel angesichts der Dealer-Problematik im Görlitzer Park die Toleranzgrenze für straffreien Marihuana-Besitz senken will, geht der Deutsche Hanfverband in die Offensive. Der Verband hat gleich drei überspitzte Werbespots für die Legalisierung der pflanzlichen Droge drehen lassen.

Ab Donnerstag laufen sie in den deutschen Kinos. Der erste Spot thematisiert Hanf als Medizin und die Schwierigkeiten für deutsche Patienten, auf legale und sichere Weise an entsprechende Medikamente heranzukommen.



Der zweite Spot zeigt ein Treffen befreundeter Paare, die wegen eines (Hanf-)Kekses von Polizisten erst angeschrien und anschließend abgeführt werden.



Im dritten Werbefilm geht es um den Schwarzmarkthandel und dessen Hintermänner. Zwei zwielichtige Gestalten unterhalten sich über die für sie drohende Cannabis-Legalisierung. "Hinter dieser Tür ist meine Geheimwaffe. Das ist mein Mann in der Politik. Der sorgt dafür, dass Hanf niemals legalisiert wird", sagt einer. Es folgt höhnisches Lachen.



Für das Fernsehen war die offensive Werbung für die Legalisierung von Marihuana offenbar zu heiß. "Die TV-Sender lehnen dies ab mit Berufung auf den Rundfunkstaatsvertrag", heißt es in einer Mitteilung des Hanfverbandes. Unterstützung erhalten die Hanf-Lobbyisten aber von ungeahnter Stelle.

Denn ausgerechnet der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt spricht sich für einen lockereren Umgang mit Cannabis-Konsum aus. Ihm geht es vor allem darum, sinnlose Polizeiarbeit zu vermeiden.

Schließlich würden Staatsanwälte die meisten Verfahren wegen Cannabis-Besitz derzeit ohnehin einstellten. "Es wäre besser, den Konsum geringer Mengen von Cannabis nicht mehr verfolgen zu müssen – um sinnlose Bürokratie zu vermeiden", sagte Wendt.