Prägte das Frauenbild einer Generation: Marilyn Monroe. Foto: dpa
Prägte das Frauenbild einer Generation: Marilyn Monroe. Foto: dpa
Das Idealbild von Mann und Frau hat sich über die Jahre oft gewandelt. Wie gefährlich das Streben nach einem perfekten Aussehen sein kann, zeigt nun wieder der Skandal um die geplatzten Brustimplantate.
Bei Greta Garbo sind es die dünnen Lippen, bei Marilyn Monroe der üppige Körper und bei Cindy Crawford das Muttermal im Gesicht: Früher galten diese Merkmale als schön, mittlerweile werden sie eher als Makel empfunden. Passé ist auch das kantige Ideal der 90er-Jahre, der morbide Look einer Kate Moss. Der attraktive Frauenkörper ist heute schlank und leicht athletisch, das Gesicht hat jugendlichen Schmelz.
Antik: Die Venus von Milo ist ein herausragendes Beispiel für das erotische Frauenbild in der Antike.
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Barock: Marie Antoiette im typischen Outfit des Barocks: Blasser Teint und wallendes Gewand. Die weibliche Figur kommt dennoch zur Geltung.
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19. Jahrhundert: Zu jener Zeit gelten zunehmend schlanke Frauen als Schönheitsideal. Um die Hüften darf es aber durchaus noch etwas üppiger ausfallen.
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50er und 60er: Nach dem Zweiten Weltkrieg eroberte Sophia Loren die Herzen tausender männlicher Kinobesucher. Ihr Markenzeichen; Große, dunkle Augen und volle, mit Makeup zusätzlich betonte Lippen.
60er und 70er: Für den beginnenden Schlankheitswahn steht die britische Schauspielerin, Sängerin und Fotomodell Twiggy.
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20. Jahrhundert: Immer mehr Frauen wollen ihrem Schönheitsideal so nah wie möglich kommen und schrecken dabei auch nicht vor einer OP zurück.
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21. Jahrhundert: Das Frauenbild des 21. Jahrhunderts folgt weiter dem Motto: Schlank, und noch schlanker. Um ihm zu entsprechen, hilft manchmal nur eine Fettabsaugund.
Was als schön empfunden wird und was nicht, änderte sich oft im Laufe der Geschichte. Um dem Geschmack ihrer Zeit zu entsprechen, haben die Menschen der Natur schon immer nachgeholfen: mit Salben und Tinkturen, mit Kleidung, Kosmetik und Kalorienzählen. Mühsam ist das, langwierig und oft von begrenzter Wirkung.
Hüftgold weg? Kein Problem!
Schnellere und deutlichere Erfolge verheißt seit einigen Jahrzehnten die Schönheitschirurgie. Ein Muttermal im Gesicht? Kein Problem, dagegen hilft ein kleiner Schnitt mit dem Skalpell. Dünne Lippen? Die lassen sich mit Eigenfett aufpolstern. Und Hüftgold wie bei der Monroe? Nach einer Fettabsaugung kein Thema mehr. Dass die chirurgische Nachbesserung alles andere als harmlos ist, dass sie schlimme Folgen haben kann, zeigt der Skandal um die minderwertigen Brustimplantate der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP).
Bald Vater und Tochter: Frederic Prinz von Anhalt am Sonntag (04.12.2011) mit Models Gina-Lisa Lohfink in Los Angeles.
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„In“ ist, wer drin ist! Die Prominenz – mal mehr und mal weniger bekannt – gibt sich auf dem Oktoberfest im berühmten Käferzelt den Maßkrug in die Hand. Und auch Gisa-Lisa zeigt hier 2011, was sie zu bieten hat.
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Kernseife, Kühe melken und Betten aus Stroh erwarten die Bewohner der Alm: im Sommer 2011 Gina Lisa mit anderen C-Promis für ProSieben auf die Alm.
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Zack die Bohne: "Germany's Next Topmodel" machte Gina Lisa (l) und Konkurrentin Sarah 2008 bekannt.
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Im März 2010 setzte sie sich für Stefan Raab in den Wok.
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Gina-Lisa Lohfink präsentiert 2010 im Alten Wartesaal in Köln bei der "Lambertz Monday Night - Schoko & Fashion" eine Kreation aus Süßwaren.
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Kunststoff an den Fingern - und im BH: Gina Lisa bei der Premiere des Musicals "Hairspray" 2009.
Foto: dpa
Kunststoff an den Fingern - und im BH: Gina Lisa bei der Premiere des Musicals "Hairspray" 2009.
Foto: dpa
Bei der "Comet"-Verleihung 2009 mit ihren Schwestern Lorreine (l.) und Angelina.
Seit sie 2008 bei der dritten Staffel von "Germany's next Topmodel" mitwirkte, lässt gina Lisa Lohfink keine Gelegenheit aus, um im Rampenlicht zu stehen.
Die aktuelle Diskussion wird das Interesse an Schönheitsoperationen vielleicht kurzfristig dämpfen, vermutet Günter German, Ärztlicher Direktor der Heidelberger Klinik Ethianum. Auf lange Sicht jedoch werde die Branche weiter boomen, davon ist der Facharzt für Plastische Chirurgie überzeugt. „Die Menschen wollen so lange wie möglich attraktiv bleiben und meine Disziplin bietet ihnen dafür immer bessere Methoden an.“
Kein Straffen und Ziehen
Tatsächlich hat es seit Anfängen der modernen Schönheitschirurgie in den 60er-Jahren beeindruckende Fortschritte gegeben: Die Implantate sind im Durchschnitt weitaus besser als früher, die operativen Techniken wurden verfeinert und die Ärzte haben viel dazu gelernt. Zum Beispiel beim Liften des Gesichts: „Wir sind weg vom Ziehen und Straffen, denn das Ergebnis wirkt oft leblos und künstlich“, berichtet Günter Germann.
Mehr als 120 Wettbewerbsteilnehmerinnen konkurrierten in London um den Titel der schönsten Frau der Welt. Miss England Alize Mounter posiert im Vorfeld vor den Wahrzeichen der englischen Hauptstadt.
Heute fülle man das erschlaffte Gewebe an den Wangen, im Kinnwinkel und in der Falte zwischen Mund und Nase wieder auf – mit Fetttröpfchen, die vom Bauch entnommen wurden. Dieses sogenannte Lipofilling sei auch ein Trend in der Brustchirurgie, sagt der Heidelberger Arzt: „Kleine Brüste lassen sich durch mehrere Injektionen vergrößern – allerdings nur von Körbchengröße A auf B.“
C-Körbchen für Deutschland, D für die USA
Ein derart moderater Zuwachs ist vielen Kunden der Schönheitsindustrie zu wenig. In Deutschland geht der Busentrend klar in Richtung Größe C, berichten Chirurgen, in den USA bevorzugen die Frauen Größe D. In Brasilien waren kleine Brüste lange Zeit en vogue, heute lassen sich auch dort viele Frauen zusätzliche Oberweite implantieren. Und wer nicht von Natur aus über einen Jennifer-Lopez-Po verfügt, findet bestimmt das passende Silikonkissen und irgendwo auch einen willigen Arzt für die Operation. Brustimplantate für Männer, Wadenimplantate, Zehenaufpolsterungen mit Hyaluronsäure, damit die Highheels nicht so schmerzen, orthopädische Beinverlängerungen – in der Welt des schönen Scheins ist keine Verrücktheit unmöglich.
Trend zu vollen Lippen
Aber was ist, wenn sich morgen die Vorstellung vom perfekten Äußeren ändert? Wenn vielleicht nicht mehr das europäische Gesicht das weltweite Ideal ist? Noch lassen sich Jahr für Jahr Tausende von Asiatinnen die Augenlider operieren und traktieren ihre Haut mit Bleichmitteln, um westlicher auszusehen.
Miss World 2011 - Die Siegerin kommt aus Venezuela
Die Venezolanerin wurde am Sonntag in London zur neuen Miss World gekrönt.
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Die 22-Jährige setzte sich gegen mehr als hundert Mitbewerberinnen durch.
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Sarcos Colimenares, die für einen Rundfunksender arbeitet, schlug bei der Bekanntgaben ihres Sieges vor Freude die Hände vor die Augen.
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Zweitplatzierte des Wettbewerbs wurde die Philippinerin Gwendoline Gaelle Sandrine Ruais vor Miss Puerto Rico, Amanda Victoria Vilanova Perez, auf Rang drei.
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Im Mittelpunkt stand aber nur eine: Die Siegerin Ivian Lunasol Sarcos Colimenares.
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Sehen Sie weitere Bilder von der schönsten Frau der Welt.
Und Iranerinnen mit markantem Profil legen sich für eine „europäische Nase“ unters Messer. Verschiebungen im weltweiten Ästhetik-Index hat die Regensburger Chirurgin Marita Eisenmann-Klein bereits beobachtet: Das neue, global schöne Gesicht sei eine Mischung aus europäischen und asiatischen Zügen, der Trend zu vollen Lippen eine Annäherung an die afrikanische Attraktivität.
Das Normale als Idealbild
Nofretete gilt als einer der schönsten Frauen der Welt. Foto: dpa
Nofretete gilt als einer der schönsten Frauen der Welt. Foto: dpa
Wer weiß, vielleicht sind solche Geschmacksveränderungen Vorboten künftiger Machtverhältnisse. Denn als schön gilt, was für Einfluss, Wohlstand und Ansehen steht. Und wer das richtige Äußere hat, wird von den Mitmenschen eher als klug, sympathisch, erfolgreich, gesellig, kreativ und fleißig eingeschätzt als das hässliche Entlein. In der Schule gibt es bessere Noten, im Beruf das höhere Gehalt und in der Liebe mehr Chancen – Attraktivitätsforscher wissen das seit Langem.
Spektakulär muss das Aussehen gar nicht sein, wie Psychologen um an der Universität Regensburg herausgefunden haben. Sie haben viele verschiedene Gesichter am Computer von tausenden Deutschen in einer repräsentativen Studie beurteilen lassen und aus den Einschätzungen Idealbilder für Mann und Frau geschaffen. Die beiden sehen jugendlich, frisch und ebenmäßig aus – und doch überraschend normal.