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Sexismus-Debatte: Was Frauen #imZugpassiert und wie Männer darauf reagieren

frau zug

Was Zugfahren für Frauen bedeuten kann, zeigt die Debatte #imZugpassiert.

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imago/Westend61

Es könnte der nächste große Feminismus-Hashtag nach #aufschrei aus dem Jahr 2013 werden. Unter #imzugpassiert teilen seit Karfreitag viele Menschen, vor allem Frauen, ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung in deutschen Zügen.

Da sind die zwei dreizehnjährigen Mädchen, denen ein Typ unter den Rock fotografiert. Da masturbiert jemand vor den Augen einer Zugfahrerin. Da verfolgt ein Mann eine Frau vom Zug bis nach Hause.

Innerhalb kürzester Zeit trendet der Hashtag auf der Internetplattform, wird zu einem der meistdiskutierten Themen.

Ausgelöst wurde die Diskussion im Netz von einer Ankündigung der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) am Donnerstag: Künftig werde es in Zügen zwischen Leipzig und Chemnitz spezielle Frauenabteile geben, die alleinreisenden Frauen sowie Müttern mit Kindern zur Verfügung stehen und ihnen ein größeres Sicherheitsgefühl bieten sollen.

Der ORF-Journalist Hanno Settele kritisierte diese Maßnahme auf Twitter. Sein Gegenvorschlag lautete "Melden und raus mit ihm nächste Haltestelle. Per Polizei. Ist nicht so schwer."

Die Kunststudentin Anna Lena Bankel stößt schließlich die Diskussion an :" Überall Platz, alles leer, spät nachts - Mann setzt sich ausgerechnet neben mich auf 2er Sitz. #imzugpassiert", twittert sie und fragt daraufhin: "Und, was ist euch anderem frauen* so #imzugpassiert ?" Und das Netz antwortet. Die Antworten schockieren.

Doch nicht alle Nutzer zeigen sich erschrocken und solidarisch. Einige verhöhnen die Frauen, die ihre traumatischen Erfahrungen mit der Öffentlichkeit teilen.

Die Schilderungen der Frauen und diese Reaktionen zeigen deutlich, dass Sexismus in Deutschland zum Alltag dazu gehört. Eine Debatte, die nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln angestoßen wurde, als vermeintliche Feministen versuchten, ihren Rassismus mit der Angst um deutsche Frauen zu tarnen.

Aber es gibt auch andere Stimmen aus der männlichen Bevölkerung:

Was bleibt, neben einem schalen Beigeschmack, ist die Debatte um den Sinn von Frauenabteilen. Die sehen nicht nur Männer kritisch.