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Sexuelle Übergriffe in der Silvesternacht : Bundespolizei streckt am Kölner Hauptbahnhof die Waffen

Bei den Tätern aus der Silvesternacht handelt es sich nach übereinstimmenden Angaben der Opfer um junge Männer nordafrikanischer Herkunft. Die Zahlen schwanken zwischen 20 und 100. „Die haben nichts mit den Flüchtlingen aus Kriegsgebieten zu tun, die seit Monaten nach Deutschland kommen“, sagt ein Ermittler.

Die jungen Nordafrikaner stehen schon seit vielen Monaten im Fokus der Polizei, weil sie in der Innenstadt und auf den Amüsiermeilen wie den Ringen und der Zülpicher Straße Partygänger bestehlen oder ausrauben. „Normalerweise gehen die zu zweit oder zu dritt vor“, berichtet ein Ermittler, der die Szene gut kennt. „Aber dass sich die Zellen wie in der Silvesternacht zusammenschließen, um gemeinsam über ihre Opfer herzufallen, das hat eine neue Qualität.“

Zivilfahnder berichten, dass sie nur noch zu zweit oder zu dritt „an diese Täter rangehen“, wie es ein Beamter ausdrückt – aus Sorge, verletzt zu werden. „Wenn die sich in die Enge getrieben fühlen, sind die skrupellos. Die würden dich auch abstechen, wenn sie können.“ Am und im Hauptbahnhof sind die Täter schon lange aktiv. „Sie stehen in kleinen Gruppen an den neuralgischen Punkten, scannen jeden ab, der rein und raus geht“, erzählt ein Ermittler. „Wenn sie glauben, ein lohnenswertes Opfer gefunden zu haben, gehen sie hinterher.“ Begehrte Beute seien vor allem Reisekoffer, Handys und Fotoausrüstungen.

„Wir sind am Limit“

Die Bundespolizei, die für die Sicherheit in den Bahnhöfen zuständig ist, kennt das Problem sehr genau, hat aber offenbar schlicht zu wenig Beamte, um die Lage kontrollieren zu können. Ein Bundespolizist, der seinen Namen nicht in der Zeitung sehen möchte, sagt: „Wir sind am Limit. Wir können die Straftaten nur noch verwalten.“ Aus reinem Personalmangel begleite man zum Beispiel auch Fußballrandalierer immer seltener in Zügen zu den Bundesligaspielorten.

Hundertschaftseinheiten, über die auch die Bundespolizei verfügt, könnten helfen, sie seien aber zuletzt in Süddeutschland an den Grenzen eingesetzt gewesen, um dort die Flüchtlingsströme zu kanalisieren. An den Bahnhöfen seien er und seine Kollegen zudem vielfach mit zusätzlichen Aufgaben belastet wie der Registrierung von Flüchtlingen, die im Bahnhof stranden.

Bundespolizei-Sprecherin Martina Dressler bestätigte im „Kölner Stadt-Anzeiger“ zuletzt, dass die Personaldecke „sehr dünn“ sei. Von resignieren oder aufgeben könne aber nicht die Rede sein. Polizeigewerkschafter Arnd Krummen vom GdP-Bezirk NRW der Bundespolizei wurde da schon deutlicher: „Wir stehen kurz vor dem Kollaps“ – auch wenn die Motivation seiner Kollegen noch hoch sei, sagte Krummen.

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