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Taifun Philippinen: Zahl der Opfer nach "Bopha" steigt

Da bleibt keine Pfote trocken: Die philippinische Südinsel Mindanao ist völlig überschwemmt.

Da bleibt keine Pfote trocken: Die philippinische Südinsel Mindanao ist völlig überschwemmt.

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AFP

Mindanao -

Die Zahl der Opfer des Taifuns "Bopha" auf den Philippinen steigt rasant an. Während am Abend noch davon die Rede war, dass "womöglich Dutzende" durch den Taifun ums Leben gekommen waren, ist die Zahl der Opfer am Mittwochmorgen auf mindestens 238 gestiegen. Und es könnte noch schlimmer kommen, denn noch immer werden Hunderte Menschen vermisst.

Viele der Opfer wurden unter Schlammlawinen begraben. Allein im am schwersten betroffenen Compostela-Tal kamen mindestens 151 Menschen ums Leben, wie Regierungssprecherin Fe Maestre am Mittwoch sagte. Darunter seien 66 Bewohner und Soldaten, die von einer Sturzflut weggerissen wurden, die am Dienstag zwei Notunterkünfte und ein Feldlager in der Stadt New Bataan überschwemmte. 241 weitere Menschen würden noch vermisst, berichtete ein Militärsprecher.

81 Todesopfer registrierten die Behörden in der nahegelegenen Provinz Davao Oriental und 15 in anderen Gebieten. Auch hier kamen die meisten Menschen durch Erdrutsche, Überschwemmungen und umstürzende Bäume ums Leben.

Kein Strom, keine Flüge, keine Schule

Der Sturm "Bopha" ist der bislang schwerste Wirbelsturm des Jahres. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Stundenkilometern traft er auf Land, zerstörte Häuser und ließ Flüsse über die Ufer treten. Nach Polizeiangaben wurden auch viele Felder zerstört, Zehntausende suchten Unterschlupf in provisorischen Notunterkünften. In den meisten betroffenen Gebieten fiel der Strom aus, rund 100 Flüge in und aus der betroffenen Region wurden gecancelt, Fähren stellten ihren Betrieb ein, die Schulen blieben geschlossen.

Am Mittwoch bewegte sich der Sturm auf Urlaubsorte in dem Land zu.

20 Wirbelstürme pro Jahr

"Bopha" ist bereits der sechzehnte schwere Sturm, der in diesem Jahr auf die Inselgruppe im Westen des Pazifiks trifft. Im Schnitt durchleben die Anwohner der Philippinen, die auf halbem Weg zwischen Australien und Japan liegen, etwa 20 schwere Stürme pro Jahr. Im August wurden in dem südostasiatischen Land bei mehreren Unwettern rund hundert Menschen getötet, bei dem Taifun "Washi" kamen im vergangenen Jahr rund 1500 Menschen ums Leben. (rtr/afp/dapd)