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The Seabin Project: Diese Erfindung könnte die Ozeane von Plastik befreien

Die Meerestonne saugt Müll an und filtert das Wasser.

Die Meerestonne saugt Müll an und filtert das Wasser.

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seabin project

Mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich in den Weltmeeren. Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton. Über die Fische können die Plastikteile letztendlich auch in unsere Nahrung gelangen. Laut der Umweltschutzorganisation WWF besteht der Meeresmüll zu drei Vierteln aus Plastik. Eine Bedrohung für alle Lebewesen.

Die australischen Surfer Andrew Turton und Pete Ceglinski wollen sich damit nicht abfinden und haben einen Kübel entwickelt, der unter der Wasseroberfläche schwebt und durch einen Sog Plastik und Müll aus dem Wasser anzieht. Der sogenannte "Seabin" arbeitet selbstständig und reinigt das Wasser mit einem Ölfilter. Die Müllrückstände werden in einem Netz gesammelt.

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Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo sammeln die Hersteller Spenden für das Seabin-Project. Mehr als 250.000 Dollar konnten die beiden Australier dadurch schon erhalten. Und das Geld brauchen sie auch. 3800 Dollar kostet die Herstellung einer Meerestonne, die ab November 2016 auf den Markt kommen soll und in Häfen und auf dem offenen Meer eingesetzt werden kann. Bisher gibt es nur einen Seabin-Prototypen, der mit einer Benzin-Pumpe angetrieben wird.

Die Tonne wurde über einen Zeitraum von vier Jahren entwickelt und ist nun reif für die Serienproduktion. Fische und andere Lebewesen, die von der Tonne angezogen werden, bleiben laut den Herstellern verschont und können dieser wieder problemlos entkommen. Es ist vorstellbar, mehrere Seabins zusammen von einem Boot aus auf dem Meer auszusetzen und sie dann durchgehend filtern zu lassen.

Es gibt allerdings auch Kritik an dem Projekt. So ist fraglich, ob die Sogwirkung ausreicht, um Müll aus der Umgebung anzuziehen. Ein stärkerer Sog wiederum würde eine Gefahr für Tiere und Menschen darstellen. Außerdem wird die Pumpe bisher mittels Benzin angetrieben, was natürlich alles andere als umweltverträglich ist - ein Umstieg auf Solarenergie könnte das Problem beheben.

Trotz der noch nicht ausgereiften Erfindung ist die Seabin ein weiterer Schritt, um die Meere von Dreck und Unrat zu befreien und deshalb sehr unterstützenswert. Die Sauberkeit der Meere liegt den beiden Erfindern sehr am Herzen. "Stelle dir vor, wir hätten einen sauberen Ozean für die künftigen Generationen", lautet die Vision von Turton und Ceglinski.

Mehr zum Thema Plastikmüll in unseren Meeren lesen Sie auf der Seite des WWF.

Das Projekt: www.seabinproject.com


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