image001
Nachrichten aus Berlin und der ganzen Welt

Tipp von Ranga Yogeshwar: Handy kann bei Sonnenfinsternis die Schutzbrille ersetzen

Ranga Yogeschwar

Ranga Yogeschwar

Foto:

dpa

Köln -

Deutschland ist im Sonnenfinsternis-Fieber. Am Freitagmorgen schiebt sich der Mond vor die Sonne, ein seltenes Großereignis, das Menschen im ganzen Land verfolgen wollen. Doch Spezialbrillen, die den sicheren, direkten Blick in die Sonne erlauben, sind kaum noch erhältlich. Das wird besonders für Kinder und Jugendliche zum Problem. Einige Schulen haben entschieden, Schüler ohne entsprechende Brille zur Sonnenfinsternis nicht auf den Schulhof zu lassen - zu hoch sei das Risiko, dass Schüler sich ohne entsprechenden Schutz Verletzungen an den Augen zuziehen.

Eine übertriebene Reaktion, meint Ranga Yogeshwar. „Das ist die typische Panik, die es schon zur letzten totalen Sonnenfinsternis über Deutschland im Jahr 1999 gab“, so der Wissenschaftsjournalist, der unter anderem aus der WDR-Sendung „Quarks & Co“ bekannt ist. Und genau diese Panik sei unbegründet. Yogeshwars Ratschlag: „Mut zur Vernunft.“ Schließlich schauten Menschen sonst ja auch nicht für Minuten am Stück direkt in die Sonne, ohne dabei zu blinzeln. Wer mit gesundem Menschenverstand an die Sache heran geht, ist auf der sicheren Seite.

Das Sonnenfinsternis-Selfie

Wer keine Spezialbrille zur Hand hat, muss deswegen noch lange nicht zu Hause sitzen bleiben. Yogeshwars Tipp: Einfach das Handy nehmen. Smartphone-Besitzer können sich mit dem Rücken Richtung Sonne stellen, die Front-Kamera anschalten und sich die Sonnenfinsternis ganz ohne Risiko für die Augen auf dem Handy ansehen - sogar mit der Option, näher heranzuzoomen. Und auch Handys ohne doppelte Kamera sind hilfreich. „Einfach das Licht ausschalten und den dunklen Handy-Bildschirm als Spiegel benutzen“, rät Yogeshwar.

Viel gefährlicher als fehlendes Spezialgerät ist laut Yogeshwar der Einsatz falscher Geräte. „Was wirklich wichtig ist: Auf keinen Fall durch normale Kameras, Spiegelreflexkameras oder gar Feldstecher in die Sonne gucken. Da reichen bereits wenige Sekunden, um die Retina zu verbrennen, denn die Geräte wirken wie Teleskope.“ Und wer glaubt, mit einem gerußten Stück Glas auf der Sicheren Seite zu sein, liegt leider auch falsch. „Das wirkt genau so wenig wie eine Sonnenbrille.“

Wem das Handy als Hilfsmittel nicht reicht, der kann auf die Schnelle noch versuchen, an die Spezialfolie zu kommen. Aber Achtung: Nur zertifizierte Folie, die „Für Blick in die Sonne“ gekennzeichnet ist, bietet tatsächlich Schutz.