25.01.2012

Tropensturm wütet über Mosambik: Schwere Überschwemmungen in Südafrika

Von Dagmar Wittek
        

Dämme wurden von den Wassermassen überflutet. Einwohner und Touristen mussten mit Hubschraubern gerettet werden.
Dämme wurden von den Wassermassen überflutet. Einwohner und Touristen mussten mit Hubschraubern gerettet werden.
Foto: dpa

Der Tropensturm „Funso“ tobt und schüttet kubikmeterweise Wasser über das südafrikanische Mosambik. Der Sturm fegt derzeit mit 213 Sachen über das Land und Meteorologen befürchten, dass er in den nächsten Tagen noch an Fahrt gewinnen könnte.

GRÖSSTES WILDSCHUTZGEBIET
        

Straßen im Nordosten Südafrikas wurden völlig zerstört.

Der Krüger-Nationalpark ist das größte Wildschutzgebiet Südafrikas. Im Park leben 147 Säugetierarten, außerdem etwa 507 Vogelarten, 114 Reptilienarten, 49 Fischarten und 34 Amphibienarten.
Er liegt im Nordosten des Landes in den Provinzen Mpumalanga und Limpopo. Von November bis April ist Regenzeit.
Die Provinz Mpumalanga war am schwersten von den Unwettern betroffen. Sie grenzt an Mosambik, wo derzeit der zweite Tropensturm innerhalb weniger Tage wütet.

Es ist schon der zweite heftige Tropensturm innerhalb von wenigen Tagen, der über dem südafrikanischen Land wütet. Laut örtlichem Katastrophenschutz hat der Sturm bereits 18 Todesopfer gefordert, Telefonleitungen sind durchtrennt und die Hauptstraße zwischen Nord- und Südmosambik ist unpassierbar.

Die überflutete Hauptverbindungsstrecke könnte zu Versorgungsengpässen führen. Der Norden des Landes erhält fast alle Lebensmittel und Sprit über den Landweg aus dem Süden.

Verlorene Ernte

Sturm, Regen und Unwetter haben seit vergangener Woche schwere Schäden angerichtet: Beim vorherigen Sturm „Dando“ Mitte vergangener Woche kamen fünf Menschen ums Leben, rund 4 000 Häuser liefen mit Wasser voll und über 600 Haushalte verloren ihre Ernte und erhalten nun Lebensmittelhilfe.

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Das mosambikanische Institut für Katastrophenschutz (INGC) forderte alle, die in Flussnähe und in Senken wohnen, auf, an höher gelegene Orte zu ziehen. Vor zwölf Jahren hatte es in Mosambik eine Hochwasserkatastrophe mit rund 700 Toten gegeben. Eine halbe Million Mosambikaner verlor damals ihr Hab und Gut. Das INGC warnte, dass „Funso“ und „Dando“ nur die ersten tropischen Stürme des Jahres waren, weitere würden folgen, denn zwischen Januar und Ende März ziehen regelmäßig Orkane über das an den Pazifischen Ozean angrenzende Land.

Hochgradig anstrengend und gefährlich

Auch Südafrika bekam die Ausläufer von „Dando“ vergangene Woche mächtig zu spüren. Es waren Szenen der Verzweiflung im Nordosten des Landes: Eine Mutter mit einem Säugling auf dem Rücken klammerte sich in einer Astgabel fest, zwei weitere Erwachsene hockten mit angsterfüllten Augen noch weiter oben in dem Baum und Dutzende Touristen standen kurz vor Sonnenuntergang mitten in der Wildnis vor einem reißenden Fluss, der sie von einem vor Löwen und Hyänen sicheren Camp trennte.

Das südafrikanische Militär rettete 135 Einheimische vor dem Ertrinken. Sie waren von reißenden Wassermassen durch über die Ufer getretene Flüsse überrascht worden. Der Sprecher der Luftwaffe Leutnant-Colonel Piet Paxton beschrieb die Rettungsaktion als „hochgradig anstrengend und gefährlich“, da die Wetterbedingungen „widerwärtig“ waren. Der Versuch 53 Grundschulkinder, die in ihrer Schule bei Bushbuckridge festsaßen, zu befreien, musste mehrfach verschoben werden, weil Sturm und Gewitter das Fliegen unmöglich machten.

Erster Hoffnungsschimmer

Noch immer stehen Teile des Nordostens von Südafrika unter Wasser, zahlreiche Brücken sind zerstört und einige Straßen sind nach wie vor unpassierbar. Im Krüger-Nationalpark, Südafrikas größter Touristenattraktion, wurden Unterkünfte überschwemmt und von der Außenwelt abgeschnitten.

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Nachdem fast eine Woche lang mehrere Eingänge, Straßen und Unterkünfte im Krügerpark geschlossen waren, gab der Geschäftsführer südafrikanischer Nationalparks (Sanparks) am Dienstag allerdings grünes Licht. Alle Eingänge seien wieder offen und bis auf wenige Ausnahmen könnten die Camps wieder Touristen aufnehmen. Mancherorts, so die Parkleitung, seien die Strom- und Wasserversorgung aber noch unzuverlässig.

Schäden im Krüger Park

David Mabunda berichtete, dass nach dem Sturm 80 Gäste und Mitarbeiter mit Hubschraubern aus dem Park evakuiert wurden. Zudem wurden zwei britische und vier italienische Touristen von Wassermassen in ihrem Auto weggerissen, konnten jedoch gerettet und mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus in Nelspruit gebracht werden.

Der Sanparks-Geschäftsführer beschrieb den Schaden im Nationalpark als „erheblich“. Es werde voraussichtlich ein halbes Jahr dauern, bis der Park wieder voll funktionsfähig sei. Dennoch: Mabunda zeigte sich bemüht, die Regenfälle positiv zu sehen: „sonst äußerst trockene Gebiete im Park können sich jetzt erholen und wir werden deutlich mehr Wassertiere zu sehen bekommen“, das werde sicherlich noch mehr Touristen als sonst in den Krüger-Nationalpark locken. Jedes Jahr gehen rund 1,3 Millionen Urlauber dort auf Safari.

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