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Partnerschaft: Die Mathematik der Liebe

„Paare sollten sich ähnlich sein, sagt Wiebke Neberich. „Ähnliche Paare sind stabile Paare.“

„Paare sollten sich ähnlich sein, sagt Wiebke Neberich. „Ähnliche Paare sind stabile Paare.“

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Benjamin Pritzkuleit

Berlin -

Die Karte der Liebe hängt neben dem Haupteingang. Über Westeuropa zucken gerade kleine, gelbe Blitze. Sie melden die Ankunft neuer Mitglieder. Maika aus Cadiz und Viktor aus Saint-Etienne sind jetzt auch dabei.
Wiebke Neberich steht neben dem Haupteingang, vor dem großen Flachbildschirm, und betrachtet das Kunden-Gewitter. Und die Zahlen, die unten auf dem Bildschirm eingeblendet sind. Es ist Donnerstag, 13.20 Uhr. Seit heute Morgen wurden 2 012 Neuanmeldungen registriert. 192 zahlende Premium-Mitglieder sind dazu gekommen. Die Gesamtzahl der Liebes-Kandidaten ist auf 8 381 747 gestiegen. Wie groß ist die Chance von Maika aus Cadiz und Viktor aus Saint Etienne, die Liebe ihres Lebens zu finden? „Größer als gestern Abend, als sie noch nicht bei eDarling waren“, sagt Wiebke Neberich und läuft auf langen, federnden Beinen voran.


Es geht vorbei an endlosen Tischreihen, an denen lässige Menschen so um die dreißig sitzen und auf Computermonitore starren. Die Agentur ist in einer ehemaligen Lichtfabrik in Berlin-Kreuzberg untergebracht. Nach der Gründung vor zwei Jahren hatten sie hier einen Großraum angemietet. Jetzt brauchen sie schon die ganze Etage. Und bald wohl noch mehr. 270 Mitarbeiter aus 22 Nationen sind bei eDarling als Facharbeiter für Beziehungsanbahnung in zwölf Ländern aktiv. Von Kreuzberg aus schaufeln sie die Liebe in die Welt.


Die Online-Partnersuche ist in den letzten Jahren ein großes Geschäft geworden. Zehn Millionen Singles leben in Deutschland. Fast zwei Drittel von ihnen suchen ihr Glück mittlerweile auch im Internet. 200 Millionen Euro setzt die Branche jedes Jahr um. Neun Millionen Deutsche sollen ihren Partner bereits im Internet gefunden haben. Es gibt „Rubens.de“ für Dicke, „Kathtreff.de“ für Katholiken, „Landflirt.de“ für Bauern. Auch religiöse Schwule, Veganer und Fernfahrer haben ihre eigene Online-Vermittlung. Das Internet ist schon lange nicht mehr der Ort für hoffnungslose Fälle. Es ist die Spielwiese für Menschen, die so eine wichtige Sache wie die Liebe nicht dem Zufall überlassen wollen. Für Menschen mit hohen Ansprüchen und wenig Zeit. Sie fordern Systematik, Effizienz. Sie wollen endlich den perfekten Partner.

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