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Berliner Zeitung | AfD-Vize Gauland: „Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen“
25. February 2016
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AfD-Vize Gauland: „Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen“

250216 Alexander Gauland

AfD-Vize Alexander Gauland gerät wegen seiner Aussagen zur Zuwanderung unter Beschuss.

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dpa

Berlin -

Die AfD fischt mit markigen Sprüchen weiter am rechten Rand. Ihr stellvertretender Bundesvorsitzender und Brandenburger Parteichef Alexander Gauland sorgte dabei am Mittwoch mit einem fragwürdigen Vergleich für Protest. Eine Forderung zur Schließung der deutschen Grenze für Flüchtlinge untermauerte er mit dem Satz: „Einen Wasserrohrbruch dichten Sie auch ab.“ Der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte er: „Wir müssen die Grenzen dichtmachen und dann die grausamen Bilder aushalten. Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen.“

Zugleich verwahrte sich Gauland gegen den Vorwurf, es gebe einen Zusammenhang zwischen den Parolen seiner Partei und den zunehmend aggressiveren Protesten. Als Brandstifter sehe er sich nicht, betonte der 75-Jährige, der auch Fraktionsvorsitzender der Landtagsfraktion ist.

„Er hat gemerkt, er kommt damit an.“

Der Grünen-Innenexperte Volker Beck verurteilte die Äußerungen Gaulands scharf. „Wer die Flucht von Menschen vor einem Bürgerkrieg mit einem Wasserrohrbruch gleichsetzt, hat sich von der Unantastbarkeit der Menschenwürde längst verabschiedet“, sagte er der „Welt“.

Auch Gaulands Tochter Dorothea zeigte sich über den politischen Kurs ihres Vaters in der Flüchtlingspolitik entsetzt. „Ich finde es schrecklich, was er sagt“, sagte die Rüsselsheimer Pfarrerin Dorothea Gauland dem „Zeit“-Magazin. In den Äußerungen ihres Vaters vermutet sie auch politisches Kalkül: „Er hat gemerkt, er kommt damit an.“


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