blz_logo12,9

Allianzen und Koalitionen: Was die Unterstützer im Syrien-Krieg verbindet und trennt

Verderben auch in Syrien viele Köche den Brei? Eine Kunstaktion in Genf.

Verderben auch in Syrien viele Köche den Brei? Eine Kunstaktion in Genf.

Foto:

dpa

Berlin -

Wer kann mit wem – und wer nicht? Im Syrien-Konflikt spielen nicht nur die Konfliktparteien eine Rolle, sondern auch die sie unterstützenden Staaten.  Gerade deshalb ist der Syrische Bürgerkrieg eine diplomatische Herausforderung. Trotz der geplanten Waffenruhe werden die Verhandlungen über ein Ende der Kämpfe von den komplizierten Konstellationen erschwert, in denen sich die syrischen Konfliktparteien und die sie unterstützenden Staaten gegenüber stehen. Die Unterstützer der Konfliktparteien im Einzelnen:

Russland:

Russland unterstützt die Regierung Assad mit Luftangriffen und Bodentruppen. Entgegen ursprünglicher Beteuerungen gelten die Angriffe nach Darstellung der EU und USA aber nicht dem IS, sondern auch gemäßigten Rebellengruppen, die wiederum von den USA und der EU unterstützt werden. Das könnte zu Konflikten zwischen den beiden Großmächten bei etwaigen Verhandlungen führen. Auch mit Ankara liegt Russland im Streit, seit die türkische Luftwaffe im vergangenen November einen russischen Kampfjet abschoss.

Türkei

Die Türkei will Baschar al-Assad unbedingt loswerden. Die Unterstützung der US-Amerikaner für die kurdischen YPG-Truppen ist der türkischen Regierung ein Dorn im Auge, weil die Türkei die YPG als Verbündete der kurdischen PKK-Miliz betrachtet, gegen die Ankara einen Krieg im Südosten der Türkei führt. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu warnte die kurdischen YPG-Milizen nach der Einigung der Kontagruppe in Syrien vor einem Vormarsch. „Wenn die YPG unsere Sicherheit bedroht, wird das Notwendige unternommen werden“, sagte er nach Angaben der Zeitung „Hürriyet“

Iran und Saudi-Arabien

Der Iran unterstützt ebenfalls  die Assad-Regierung in Damaskus. Mit Saudi-Arabien kämpft der Iran um die Vorherrschaft in der Region. Im jemenitischen Bürgerkrieg unterstützt Saudi-Arabien den gestürzten Präsident Hadi, der Iran die schiitischen Huthis. In den Verhandlungen über eine Lösung des Syrien-Konflikts könnten beide Staaten sich gegenseitig blockieren.

USA

Die USA kämpfen vor allem gegen den Islamischen Staat. Barack Obama legte sich bereits 2011 fest, dass Assad abtreten müsse. Außenminister Kerry relativierte das im vergangenen März. Man werde mit Assad verhandeln müssen. Wegen des Ukraine-Konflikts und Russlands Unterstützung für Assad sind bei Verhandlungen Spannungen zwischen den ehemaligen Gegnern des Kalten Kriegs möglich. Die USA erwarten nach den Worten von Verteidigungsminister Ash Carter, dass Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die syrische Opposition mit Spezialeinheiten gegen die Islamisten-Miliz IS unterstützen.

Deutschland

Deutschland unterstützt den Kampf gegen den IS mit Aufklärungsflügen, beteiligt sich aber nicht an Luftangriffen. Das Verhältnis zu Russland ist wegen der Ukraine-Krise und dem russischen Militärengagement in Syrien angespannt. Die Bundesregierung hat Russland aufgefordert, die bei der Syrien-Konferenz in München getroffenen Verabredungen einzuhalten. „Den Worten müssen nun aber auch Taten folgen“, sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Freitag in Berlin. Die Bundesregierung sehe hier an erster Stelle Russland in der Pflicht. „Durch sein militärisches Eingreifen aufseiten des Assad-Regimes hat Russland den politischen Prozess zuletzt deutlich gefährdet.



Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?