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CDU plant für 2017: Billiger und mehrsprachig - Die CDU will sich neu erfinden

Mit Angela Merkel an der Spitze steht die CDU gut da. Doch das wird nicht immer so sein.

Mit Angela Merkel an der Spitze steht die CDU gut da. Doch das wird nicht immer so sein.

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dpa

Wenn es an der Haustür klingelt, könnte da künftig jemand stehen mit einem CDU-Mitgliedsantrag. „Es gibt nichts Wirkungsvolleres in der politischen Kommunikation als das persönliche Gespräch. Dazu gehören auch Haustürgespräche. Wir wollen dieses Instrument verstärkt nutzen.“

So steht es in einem 25-seitigen Papier aus der Parteizentrale der CDU, das an diesem Wochenende beschlossen werden soll. „Meine CDU 2017“ ist es betitelt und blickt damit nicht nur auf das nächste Bundestagswahljahr, sondern bemüht sich auch um eine emotionale Ansprache, darum das Stichwort „Partei“ zu entkoppeln von der Assoziation „Hinterzimmer“.  Eine Partei zum Anfassen, so will sich die CDU verstanden wissen.

Denn sie ist zwar die deutsche Partei mit den meisten Mitgliedern – rund 450.000. Sie hat, zumindest im Bund, eine stabile Mehrheit und in Angela Merkel eine Chefin, die auch Anhänger anderer Parteien für wählbar halten. Aber auch die Mitgliedszahlen der CDU sinken – und damit die finanzielle Basis. In den Städten ist die Partei bei Wahlen deutlich weniger erfolgreich als auf dem Land und das Umfragewunder Merkel wird nicht immer an der Spitze stehen. Es gibt Politikverdrossenheit, über die sozialen Netzwerke neue Formen für Engagement und politische Mitsprache.

Feste Anfangs- und Entdeiten

„Eine Mitgliedschaft in der CDU ist eine der besten Möglichkeiten politischer Teilhabe“, kontert die CDU und bleibt dabei vorsichtig flexibel. Weil der Satz alleine möglicherweise nicht alle überzeugt, hat CDU-Generalsekretär Peter Tauber noch einige weitere organisatorische Ideen. Eine der interessantesten ist die, Eltern und Berufstätigen die Parteiarbeit zu erleichtern. Niemand dürfe „schon aus zeitlichen oder organisatorischen Gründen faktisch von der vollen Mitwirkung ausgeschlossen“ werden, heißt es in dem Papier. Sichergestellt werden soll das mit festen Anfangs- und Endzeiten von Sitzungen. Nur in diesem festgelegten Zeitraum sollen künftig Beschlüsse fallen dürfen.

Außerdem wird die CDU billiger: Bis 1000 Euro Bruttoeinkommen bleibt es bei fünf Euro Monatsbeitrag. Der Mindestbeitrag beträgt generell 8 Euro. Wer bis zu 3000 Euro verdient soll lieber 15 Euro zahlen (bisher 20 bis 35 Euro bei 3500 Euro Bruttoeinkommen. Bei Einkommen über 5000 Euro werden 25 Euro empfohlen (bisher 50 Euro und mehr).

Wer austritt, soll nach den Gründen gefragt werden – allerdings nur, wenn er weniger als fünf Jahre Mitglied ist. Wer der CDU beitritt, soll künftig von einem Willkommensservice der Parteizentrale betreut werden.

Zu einfacher Sprache verpflichtet

Nicht wenig klingt eher selbstverständlich: Fragen bei Veranstaltungen sollen auch per Mail gestellt werden können, Parteiunterlagen in mehreren Sprachen vorliegen und auch auf deutsch verständlich sein: „Die CDU verpflichtet sich auf allen Ebenen zu einer einfachen Sprache“, heißt es in dem Papier. Und weiter: „Nur mit den richtigen Begriffen und den richtigen Argumenten können wir Debatten prägen.“

Dass er mehr Frauen, mehr Einwanderer und mehr junge Leute für die CDU gewinnen will, hat Tauber bereits bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr erklärt. Ein Frauenanteil von über 30 Prozent ist die Zielmarke für 2020.

Dafür sind vermutlich auch Inhalte entscheidend. Die CDU müsse „neugierig und aufmerksam gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen sein“, empfiehlt das Papier. Was das bedeutet, sollen die Partei-Vizes in den kommenden Tagen erklären.


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