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Kommentar: George Clooneys gefährliches Date mit Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt Amal und George Clooney im Kanzleramt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt Amal und George Clooney im Kanzleramt.

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dpa

Berlin -

Es ist der Glanz Hollywoods, der für Angela Merkel ein wenig Licht in die triste deutsche Flüchtlingspolitik werfen könnte. Während hierzulande die Kanzlerin wegen der Flüchtlingskrise in der Kritik steht, ist Hollywoodstar George Clooney voll auf ihrer Seite. Auf dem roten Teppich der Berlinale, weit weg von Doppelstockbetten und Lageso-Zelten, lobt Clooney Merkels Flüchtlingspolitik und kündigte ein Treffen für Freitag an. Am Freitagmorgen kam es tatsächlich dazu. Zu dem etwa einstündigen Treffen im Kanzleramt brachte Clooney seine Frau Amal Alamuddin (38) mit. Details wurden nicht bekannt.

Am Freitagmittag wurde der Schauspieler in der Flüchtlingsunterkunft im Rathaus Wilmersdorf erwartet. Fünf Polizisten sicherten das Haus, ein paar Schaulustige versammelten sich. Doch Clooney ließ sich nicht blicken. Nach zwei Stunden warten rückten Schaulustige und Journalisten unverrichteter Dinge ab.

Beide profitieren

Clooney und Merkel - von dem gemeinsamen Auftritt profitieren beide. Merkel, die sich gern mit der deutschen Fußballnationalmannschaft ablichten lässt und Selfies mit Flüchtlingen macht, freut sich in schweren Zeiten sicher über ein bisschen positive Öffentlichkeit mit dem ehemaligen Emergency-Room-Star.

Clooney gelang ebenfalls ein PR-Coup, da er mit dem Treffen mehr Aufmerksamkeit auf sein soziales Engagement lenkt. Clooney und seine aus dem Libanon stammende Frau Amal engagieren sich für die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC), die unter anderem Projekte in Sudan und Südsudan unterstützt.

Der 54-Jährige ist derzeit wegen der Internationalen Filmfestspiele zu Gast in Berlin. Am Donnerstag feierte der neue Coen-Film „Hail Cesar“ Premiere, in dem Clooney die Hauptrolle übernimmt.

Risiko für Merkel

Der gemeinsame Auftritt könnte für Merkel aber auch nach hinten losgehen. Wenn sich die Kanzlerin in Zeiten mangelnden Vertrauens in ihre Migrationspolitik mit einem Schauspieler trifft, könnte man ihr zum Vorwurf machen, sie würde sich lieber im Glanze Hollywoods sonnen, anstatt die dringenden Probleme im Land zu lösen. Denn Probleme wie die Überfüllung von Aufnahmezentren und den Rückstau bei der Bearbeitung der Asylanträge wird Clooney nicht lösen können.

Das kann dem Leinwandhelden aber egal sein. Daheim in Amerika mögen sie es, wenn Stars ihre soziale Seite zeigen. Auch Schauspielkollege Ben Stiller ließ sich bereits beim Besuch eines deutschen Flüchtlingsheims filmen. Wie viel von solchen Aktionen PR und wieviel ernst gemeintes Engagement ist, lässt sich schwer beurteilen.


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