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Chronologie der Al-Kuds-Demo in Berlin: Hitzige Umzüge durch die Stadt

Pro-Israel-Sprechchöre begleiten den Demozug.

Pro-Israel-Sprechchöre begleiten den Demozug.

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AFP

18.53 Uhr: Hiermit beenden wir unseren Liveticker zum Al-Kuds-Tag in Berlin. Danke, dass Sie unseren Ticker verfolgt haben. Wir hoffen, Sie sind auch beim nächsten Mal wieder dabei.

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Mit rund 1200 Teilnehmern ist die anti-israelische Al-Kuds-Demonstration am Freitag weitgehend ohne Ausschreitungen durch Berlin gezogen. Emotional aufgeheizt durch den Gaza-Konflikt und getrennt durch die Polizei, standen sich am Kudamm in Charlottenburg Israel-Gegner und insgesamt etwa 600 Gegendemonstranten gegenüber. Die Atmosphäre zwischen beiden Gruppen war angespannt und von palästinensischer Seite oft aggressiv.

Die befürchteten organisierten antisemitischen Massensprechchöre blieben weitgehend aus. Es gab allerdings „Kindermörder Israel“-Parolen und laut „Tagesspiegel“ am Rande auch „Israel vergasen“-Sprechchöre. Die Polizei nahm am Rande zwei Demonstranten wegen kleinerer Delikte fest.

Immer wieder musste die Polizei Demonstranten beider Lager voneinander trennen. Israel-Gegner wollten Protestierende mit blauweißen Israel-Fahnen angreifen. Hass, Aggression und potenzielle Gewalt waren für Zuschauer deutlich zu spüren.

Auf Plakaten forderten Demonstranten „Stoppt Völkermord“ und „Freiheit für Gaza“ - auf der Gegenseite „Lang lebe Israel“. Die Polizei hatte vor der Demonstration Auflagen erteilt: Die Tötung, Verletzung oder Entführung von Menschen dürfe nicht verherrlicht, gutgeheißen oder dazu aufgerufen werden. Es durften keine Gegenstände verbrannt werden. In anderen Ländern ist es üblich, zum Al-Kuds-Tag israelische Flaggen zu verbrennen.

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18.36 Uhr: Die Demo auf dem Wittenbergplatz wurde soeben durch den Veranstalter beendet, teilt die Polizei via Twitter mit.

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18.33 Uhr: Fakten am Rande: Ein Gutachten für den Migrationsbeauftragten der Bundesregierung konstatierte 2004 islamistische, demokratiefeindliche und antisemitische Aktivitäten rund um den Al-Kuds-Tag in Deutschland. Ein linkes Aktionsbündnis ruft seit 2003 regelmäßig zu einer Gegenkundgebung am Al-Kuds-Tag auf. Getragen wird es von Gruppen aus dem Umfeld von SPD, Linkspartei und Grünen sowie Antifa-Initiativen. Auch der Islamrat hat sich 2005 von den Al-Kuds-Demonstrationen distanziert. Sie seien für das Zusammenleben nicht förderlich und kein geeignetes Mittel der Auseinandersetzung mit Israel.

Demo an der Gedächtniskirche
25.7.2014: Demozug an der Gedächtniskirche

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Air Berlin will von Samstagmittag an wieder Tel Aviv anfliegen. Das teilte das Unternehmen am Freitag in Berlin mit. Der erste Flug gehe um 12.40 von Düsseldorf aus. Wegen der anhaltenden Raketengefahr im israelisch-palästinensischen Konflikt hatten mehrere Fluggesellschaften seit einigen Tagen den Flughafen Ben Gurion International Airport nicht mehr angeflogen.

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Beirut: Die libanesische Schiiten-Bewegung Hisbollah hat der radikal-islamischen Hamas ihre Unterstützung zugesagt. Generalsekretär Hassan Nasrallah sagte am Freitag anlässlich des Al-Kuds-Tages in Beirut in einer Rede an seine Anhänger: „Wir werden an der Seite des Widerstands in Gaza stehen und werden tun, was wir können, um ihn zu unterstützen.“ Die Hisbollah werde immer auf Seiten der Palästinenser stehen. Trotz zahlreicher Opfer im Gazakonflikt sprach er von einem „Sieg“ der Hamas über die israelische Armee. Israels Militär habe seit Beginn des Einsatzes keine Fortschritte gemacht und sei im Kampf gescheitert, sagte er. Der israelische Geheimdienst habe die Fähigkeit des „Widerstands“ unterschätzt.

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18.30 Uhr: Bilanz der Polizei: Teilnehmer der Demonstration griffen Leute mit Israelfahnen an, schlugen und würgten sie. Zwei der Täter konnten festgenommen werden.

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18.28 Uhr: Die Veranstalter weisen über Lautsprecher auf eine Veranstaltung morgen um 18 Uhr am Potsdamer Platz hin.

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18.25 Uhr: Die Abschlusskundgebung wird etwa 20 Minuten dauern. Anschließend wird die Polizei die Teilnehmer der Demonstration zum ÖPNV begleiten.

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18.17 Uhr: So langsam entfernen sich immer mehr Menschen von der Demonstration und gehen Richtung U-Bahn.

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Übrigens: Muslime feiern am Wochenende das Ende des Fastenmonats Ramadan. Am 28. Juni 2014 hat der Fastenmonat Ramadan in Deutschland begonnen. Während des Fastenmonats dürfen die Gläubigen von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nicht essen oder trinken, nicht rauchen und keinen Geschlechtsverkehr haben. Der Ramadan endet hierzulande, laut Bekanntgabe des Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), am Sonntag 27. Juli 2014. Der erste Tag des Festes des Fastenbrechens ist somit Montag der 28. Juli 2014.

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18.13 Uhr: Am Wittenbergplatz werden 2300 Teilnehmer gezählt. An der Seite laufen immer wieder Mitglieder der autonomen Nationalisten mit, die zwischendurch immer wieder mal unter den Zuschauern verschwinden und Fotos machen.

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18.10 Uhr: Rund 1.500 Menschen haben am Freitagabend in Bonn, Bochum und Recklinghausen gegen die israelischen Angriffe auf den Gaza-Streifen demonstriert. In Bochum demonstrierten zeitgleich auch einige hundert Teilnehmer gegen die Bedrohung Israels durch die Bomben der radikalen Palästinenser-Organisation Hamas. Die israel-kritischen Demonstranten forderten einen sofortigen Stopp der Bombardierung Gazas und ein Ende der Kämpfe im Nahen Osten.

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18.07 Uhr: Der Demozug erreicht den Wittenbergplatz.

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18.03 Uhr: In der Nähe des U-Bahnhofs Wittenbergplatz kommt es zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten.

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17.56 Uhr: Auch weiterhin tönt es "Israel Kindermörder" aus dem Aufzug und den Lautsprechern. In Fürstenwalde ist eine ähnliche Demonstration zu Ende gegangen und man erwartet, dass sich etwa 150 Teilnehmer von dort auf dem Weg nach Berlin befinden und zur Al-Kuds-Demonstration stoßen könnten. Eine Zählung aus der Joachimstaler Straße ergab 1500 Teilnehmer der Demonstration.

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17.43 Uhr: "Israel bombardiert, Deutschland finanziert" wird skandiert. Der Demozug zieht weiter.

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17.38 Uhr: Unterdessen in Beirut: Der Chef der libanesischen Hisbollah-Miliz, Hassan Nasrallah, hat bei einem seiner seltenen Auftritte seine Solidarität mit den Palästinensern im Gazastreifen bekundet. Nasrallah nahm in einem Vorort von Beirut an den Feiern zum letzten Freitag im Ramadan, dem sogenannten Al-Kuds-Tag (Jerusalem-Tag), teil, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Unter dem Beifall von tausenden Anhängern zeigte er sich in einem Saal in dem südlichen Vorort, der eine Hochburg seiner Schiitenmiliz ist. In seiner Rede erklärte er, „Palästina“ bleibe das „Hauptanliegen“ der muslimischen Welt.

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17.37 Uhr: Der Aufzug geht weiter. Aufgrund des Regens verlassen immer wieder vereinzelte Teilnehmer die Demonstration. Nach einer Zwischenkundgebung wird der Aufzug gleich weiter laufen. Ziel ist der Wittenbergplatz.

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17.32 Uhr: Zwischen den Demos laufen immer wieder unbeteiligte Passanten und Touristen durch, die einfach nur shoppen wollen. Einige machen Fotos.

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"Ruft nicht Allah Akbar, ruft Gott ist groß", wurde zu Beginn der Kundgebung deutlich gemacht.

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17.20 Uhr: Am U-Bahnhof Kurfürstendamm gab es eine Festnahme, nach einer Körperverletzung an einem Israeli.

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Beim anti-israelischen Al-Kuds-Protest in Berlin hat die Polizei am Freitag mehrmals Demonstranten verschiedener Lager voneinander getrennt. Israel-Gegner wollten Demonstranten mit blauweißen Israel-Fahnen angreifen. Hass, Aggression und potenzielle Gewalt waren für Zuschauer deutlich zu spüren. Organisierte Massensprechchöre mit antisemitischen Inhalten blieben bei der Demonstration mit etwa 1200 Teilnehmern zwar aus. Laut Tagesspiegel wurden am Rande aber „Israel vergasen“-Sprechchöre laut.

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Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck, der auch Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag ist, sagte bei der Kundgebung, es sei Aufgabe eines jeden Demokraten, gegen den Al-Kuds-Tag auf die Straße zu gehen.

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17.11 Uhr: Es regnet in Strömen, viele Teilnehmer haben aber Regenschirme dabei. Die Al-Kuds-Demonstranten singen die deutsche Nationalhymne.

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17.06 Uhr: Der Aufzug steht, es wird gebetet.

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17 Uhr: Am Schluss der Demonstration kommt es immer wieder zu kleineren Konflikten. Seitlich von der Demonstration laufen zusätzlich immer wieder kleinere Gruppen Palästinenser, die gezielt nach Gegendemonstranten suchen. Die Zählung auf der Wegstrecke ergab 1100 Teilnehmer der Demonstration. Sollten irgendwo Sitzblockaden entstehen, wird die Polizei sie nun immer sofort räumen. Werden auf der kommenden Strecke Personen mit Israelfahnen beobachtet, spricht die Polizei sie an und erteilt Platzverweise.

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Aus der Masse heraus wird im Demonstrationsaufzug an der Spitze immer wieder "Sieg Heil" gerufen, aber bisher konnte die Polizei keine Täter erkennen.

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16:55 Uhr: Kleiner Ausflug nach Bonn: Hier haben sich rund 500 Teilnehmer zu einer Demonstration gegen die israelische Besatzung und die Angriffe auf den Gaza-Streifen eingefunden. Die Proteste, die vom arabisch-deutschen Familienverein organisiert wurden, verliefen friedlich. Gegen 19 Uhr findet auf dem Bonner Münsterplatz die Abschlusskundgebung statt.

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16.54 Uhr: Die Demo zieht weiter. Auf der Höhe Joachimstaler Straße kommt es zu kleinen verbalen Pöbeleien zwischen Pro-Israel Anhängern und Al Kuds Anhängern. "Freiheit für Palestine" und "Kindermörder Israel" brüllen die einen. "Free Gaza from Hamas" die andere Fraktion. Die Polizei stellt sich dazwischen.

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16.49 Uhr: Auf Höhe der Knesebeckstr./Kurfürstendamm gab es eine Festnahme. 30 Personen mit Israelfahnen schaffen es nicht, aufgrund der vielen Polizisten, in der Uhlandstraße zur Al-Kuds-Demo vorzustoßen. Vor der Fasanenstraße wird der Aufzug wieder angehalten, damit die Lücken geschlossen werden können.

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Kundgebungen treffen aufeinander
25.7.2014: Kundgebungen treffen aufeinander

16.48 Uhr: Der Aufzug muss immer wieder gestoppt werden, da die Polizei die Demonstranten zusammenhalten will. An jeder Kreuzung kommt es zu Pöbeleien mit Gegendemonstranten, die mit Israelfahnen protestieren.

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16.37 Uhr: Ordner des Al-Kuds-Aufzugs greifen auf dem Kurfürstendamm Polizisten an.

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16.36 Uhr: Immer wieder schaffen es Gegendemonstranten, auf den Ku'damm zu gelangen. Die 200 Jugendlichen, die erst später zur Demo gestoßen sind, haben sich jetzt an die Spitze der Demonstration gesetzt.

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16.22 Uhr: Der Al-Kuds-Demonstrationszug gerät ins Stocken. Die Palästina-Anhänger befinden sich unmittelbar auf der Höhe der Pro-Israel-Demonstranten am George-Grosz-Platz. Kundgebung trifft auf Kundgebung.

Sprechchöre bei der Al-Kuds-Demo in Berlin
25.7.2014: Sprechchöre bei der Al-Kuds-Demo in Berlin

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Vor mehr als 30 Jahren hatte der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini erstmals zum Al-Kuds-Tag aufgerufen. Mit dem Gedenktag soll die internationale muslimische Solidarität zur Unterstützung der Palästinenser erklärt werden.

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16.16 Uhr: Am Olivaer Platz konnte die Polizei vorerst 150 Gegendemonstranten festsetzen, jedoch laufen die Gegendemonstranten immer wieder an den Polizisten vorbei. In den Seitenstraßen herrscht deshalb eine sehr hohe Fluktuation. Um ein Aufeinandertreffen beider Demonstrationen zu verhindern, läuft die Polizei seitlich am Demonstrationszug mit. Von den Seitenstraßen aus versuchen immer wieder vereinzelte Gegendemonstranten auf die Strecke der Al-Kuds-Demo zu gelangen. Die Spitze des Aufzugs erreicht derweil die Leibnitzstraße.

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16.14 Uhr: Zwischendurch kommt es zwischen den gegnerischen Demonstranten immer wieder zu lautstarken Pöbeleien, bei denen die Polizei eingreifen muss. Gleich befindet sich der Demozug auf der Höhe des George-Grosz-Platz, wo eine weitere Pro-Israel-Demo stattfindet.

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16 Uhr: Beim Abmarsch der Demonstration konnten 1200 Personen gezählt werden. Derzeit befindet sich die Spitze der Demonstration am Kurfürstendamm 175. Personen, die eine Israel-Fahne zeigten, wurden angegriffen, aber die Situation löste sich sehr schnell wieder. Die beiden orthodoxen Juden (Naturei Karta) laufen, bisher ohne Probleme, an der Spitze des Aufzugs mit. Von den Demonstranten werden immer wieder blutverschmierte Kinderpuppen in die Höhe gehalten. Bereits kurz nach Abmarsch tönen aus dem Demonstrationsblock "Kindermörder Israel"-Rufe und über einen der beiden Lautsprecherwagen wird "Zionisten sind Faschisten" skandiert.

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Rund 30.000 Palästinenser leben in Berlin

Die Extremismus-Expertin Claudia Dantschke vom Berliner "Zentrum Demokratische Kultur" verweist auf die hohe Zahl von Palästinensern in Berlin. Schätzungen zufolge sind es rund 30.000. Ihre Familiengeschichte ist oft eng mit dem Nahost-Konflikt verbunden.

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15.44 Uhr: Die Demo zieht los.

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15.42 Uhr: Einige Teilnehmer der Al-Kuds-Demonstration berichten, dass sich aus der Bülowstraße etwa 100-150 Jugendliche auf den Weg zum Wittenbergplatz gemacht haben. Von den Demonstrationsteilnehmern sind sie nicht erwünscht, da sie vermutlich Ärger machen und als aggressiv eingeschätzt werden. Die Polizei schätzt die Gruppe auf 80 Personen und behält sie im Auge.

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Auch Neonazis sind dabei

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Auch Sebastian Schmidtke (NPD) und einige Fotografen der rechten Szene haben sich im Aufzug der Al-Kuds-Demo mit aufgestellt. Der Aufzug formiert sich zum Abmarsch.

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15.30 Uhr: Die Auflagen wurden bereits verlesen und so warten nun 600 Teilnehmer auf den Beginn des Demonstrationszuges.

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Sprechchöre sind zu hören: "Kindermörder Israel, Frauenmörder Israel", rufen die rund 600 Al-Kuds-Demonstranten am Adenauerplatz. Unter den Teilnehmern finden sich viele Mütter mit ihren Kindern. Auch viele Jugendliche sind dabei.

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15.27 Uhr: Bei der Kundgebung der Al-Kuds-Demo spricht jetzt einer der Haupt-Veranstalter zu der Menge: "Wir wollen friedlich sein. Wir haben keine Messer und verbrennen keine Fahnen. Bitte unterlasst arabische Parolen, sprecht auf Deutsch. Die gläubigen Juden sind unsere Brüder, die Zionisten unsere Feinde. Kontrolliert eure Emotionen, wir sind in Berlin, nicht in Gaza."

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15.20 Uhr: Mit mehr als 500 Teilnehmern hat in Berlin die anti-israelische Al-Kuds-Demonstration begonnen. Getrennt durch die Polizei stehen sich am Adenauerplatz in Charlottenburg am Freitag in etwa gleicher Zahl Befürworter und Gegner Israels gegenüber. Die befürchteten antisemitischen Parolen waren zunächst jedoch nicht zu sehen oder hören. Auf Plakaten forderten Demonstranten stattdessen „Stoppt Völkermord“.

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15.02 Uhr: Die Auftaktkundgebung der Al-Kuds-Demo hat angefangen. Es wird u.a. auch zwei Rabbis geben, die sprechen werden. Die orthodoxen Juden sind gegen einen Staat Israel und stellen sich auf die Seite der Palästinenser. Sie sind Mitglieder der sogenannten Neturei Karta (dt. „Wächter der Stadt“). Die 1935 entstandene ultraorthodoxe jüdische Gruppierung lehnt aus religiösen Gründen den Zionismus und den Staat Israel vehement ab. Etwa 450 Teilnehmer stehen bei der Auftaktkundgebung.

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15 Uhr: Polizeimeldung:

Antisemitischer Angriff? Mann mit Kippa geschlagen
Berlin - Ein junger Mann mit einer Kippa ist in Berlin-Charlottenburg Opfer eines möglicherweise antisemitischen Angriffs geworden. Ein Fremder habe dem 18-Jährigen unvermittelt ins Gesicht geschlagen, teilte die Polizei am Freitag mit. Dabei sei die Brille des Opfers heruntergefallen, auf die der Angreifer getreten habe. Der 18-Jährige floh in eine nahegelegene Synagoge. Er sagte am Donnerstag direkt nach der Tat bei der Polizei aus, er sei wohl wegen seiner Kippa geschlagen worden. Die Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. In Berlin und anderen Städten war es in den vergangenen Tagen vermehrt zu judenfeindlichen Beschimpfungen gekommen. Auslöser ist der sich zuspitzende Gaza-Konflikt.

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14.54 Uhr: Nach längerer Prüfung lässt die Polizei ein Plakat mit zwei abgebildeten Personen, von denen eine Person der anderen eine Maschinenpistole an den Kopf hält und dazu der Text "We kill your family, occupy your land, you terrorist", sowie ein Schild mit der Aufschrift "Stoppt den Völkermord, Stoppt das Massaker" zu.

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In wenigen Minuten soll die Auftaktkundgebung der Al-Kuds-Demo beginnen und wird etwa 30 Minuten dauern. Die Zahl der Teilnehmer für die AQ-Demonstration ist auf 300 angewachsen. Auch drei Personen aus der rechten Szene nehmen an der AQ-Demo teil.

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14.50 Uhr: Eine pro-israelische Demonstrantin hat sich unter die Al-Kuds-Anhänger gemischt und ein Plakat hochgehalten. Daraufhin wurde sie von Beamten unter "Hau ab-Rufen" wieder zu der Gegendemo gebracht.

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14.43 Uhr: Wie der Polizeisprecher unserem Reporter vor Ort sagt, seien nur 1000 Polizisten anstatt der zunächst angekündigten 1500 Polizisten im Einsatz. Es wird mit 1500 Al-Kuds-Demonstranten und mit etwa 500 Gegendemonstranten auf den beiden Kundgebungen am Kurfürstendamm gerechnet.

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14.33 Uhr: Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, hat die Angriffe seines Landes auf den Gazastreifen gerechtfertigt. „Es ist unser Recht und unsere Pflicht, uns zu verteidigen gegen Provokationen“, sagte er am Freitag auf einer Kundgebung gegen die anti-israelische Al-Kuds-Demonstration in Berlin.

Pro-Israel-Demo in Berlin
25.7.2014: Teilnehmer einer Pro-Israel-Demo in Berlin anlässlich des Al-Kuds-Tag

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Der Bundestagsabgeordnete Volker Beck, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, betonte, er verstehe die Verzweiflung vieler Menschen über Tote in Gaza. Aber man könne nicht den Stopp des israelischen Beschusses fordern, ohne gleichzeitig von der Hamas zu fordern, den Raketenbeschuss einzustellen.

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Im Iran wird zum Tod Israels aufgerufen

Millionen Iraner haben bei Massenkundgebungen einem Bericht des staatlichen Fernsehens zufolge die Palästinenser zum Kampf gegen Israel aufgerufen. In Teheran skandierten am Freitag mehrere Hunderttausend Demonstranten „Tod Israel“ und Tod den USA". Flaggen der beiden Länder wurden bei den staatlich geförderten Demonstrationen in Städten im ganzen Land verbrannt.

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14.28 Uhr: Einige der Demoteilnehmer von Al Kuds tragen schwarze T-Shirts, auf denen steht "Nein zu Zionismus, Ja zu Widerstand" und darauf ein Mann mit einem Maschinengewehr. Die Polizei lässt diese T-Shirts zu.

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14.24 Uhr: Derzeit sind 200 Personen am Adenauerplatz bei der Al-Kuds-Demo. Zwei weitere Plakate werden geprüft. Das erste beinhaltet die Aufschrift "Ein Holocaust rechtfertigt keinen nächsten" und darf nicht mitgeführt werden, ein zweites mit Politikern, darunter Barack Obama und der Aufschrift "Murderer" darf dagegen mit auf die Demo genommen werden.

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14.17 Uhr: Ein Plakat mit der Aufschrift "Völkermord unter dem Deckmantel der Selbstverteidigung" und einem darunter abgebildeten Panzer darf nicht mitgeführt werden. Die Polizei prüft, ob das Plakat strafrechtlich relevant ist.

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14.13 Uhr: Irans Präsident Hassan Ruhani hat die islamische Welt zum Widerstand gegen Israel aufgerufen. „Was die Zionisten (Israel) in Gaza machen, ist ein unmenschlicher Völkermord, daher muss die islamische Welt heute einheitlich ihren Hass und Widerstand gegen Israel erklären“, sagte Ruhani am Freitag. Gegen Israel gebe es keinen diplomatischen Ausweg, sondern nur den Weg des Widerstands.

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Im Iran werden seit Jahren am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan in Solidarität mit den Palästinensern Massendemonstrationen gegen Israel veranstaltet. Nach Angaben des staatlichen Fernsehens nahmen wegen des Gazakonflikts landesweit Millionen an den staatlich organisierten Demonstrationen teil. Der Iran erkennt Israel nicht an und betrachtet die israelische Regierung als Wurzel aller Probleme in Nahost.

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14.06 Uhr: Der israelische Botschafter und sein Team haben die zweite Demo ("Solidarität mit Israel") verlassen. Bei der Demo sind derzeit 300 bis 350 Personen anwesend.

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13.57 Uhr: Mittlerweile sind 300 Menschen bei der Pro-Israel-Kundgebung am Adenauerplatz. Teilnehmer schwenken Israel, Regenbogen und Antifaflaggen. Ein paar Meter weiter sammeln sich die Teilnehmer der Al-Kuds-Kundgebung, da sind noch nicht so viele Teilnehmer eingetroffen. Alles ist ruhig. Die Polizei grenzt die Gegendemo mit Gittern ab.

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13.52 Uhr: Die Kundgebungen für Solidarität mit Israel und gegen den Al-Kuds-Tag sind in vollem Gange. Auch die Piraten-Politikerin Anne Helm, die mit entblößtem Oberkörper dem britischen "Bomber Harris" dankte und für einen Skandal sorgte, ist bei der Gegendemo anwesend und zeigt Flagge.

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13.48 Uhr: Auch die Berliner Polizei twittert über den Einsatz am Kurfürstendamm.

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13.33 Uhr: Nach Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) hat auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) erneut vor antijüdischer Hetze bei den Demonstrationen gegen den Krieg im Gaza-Streifen gewarnt. Propaganda, die auf die Eliminierung eines Volkes gerichtete Aktionen gutheiße, sei ein deutlicher Missbrauch des Rechts auf Meinungsfreiheit, erklärte Henkel am Freitag. Entsprechende Parolen habe die Polizei für Demonstrationen richtigerweise untersagt.

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13.25 Uhr: Während in Berlin Menschen für und gegen Israel demonstrieren, klettert die Zahl der Toten im Gazastreifen auf mehr als 820. Der Großraum Tel Aviv wird aus dem Palästinensergebiet wieder mit Raketen angegriffen.

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13.15 Uhr: In Berlin regnet es. Ob aufgrund des schlechten Wetters weniger Demonstranten kommen werden, bleibt abzuwarten. Die Polizei ist mit 1500 Einsatzkräften gut vorbereitet.

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13.08 Uhr: Die Demonstration „Solidarität mit Israel“ beginnt um 13.30 Uhr am George-Grosz-Platz (U-Bahnstation Uhlandstraße). Sie wird unter anderem unterstützt vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA).

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13.05 Uhr: Die Berliner Polizei empfiehlt, den Kurfürstendamm aufgrund der Demos weiträumig zu umfahren oder den Nahverkehr zu nutzen, da bis zum Abend mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist.

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13 Uhr: Um sich mit Israel solidarisch zu zeigen, beginnt eine antifaschistische Kundgebung gegen den Al-Kuds-Tag am Adenauerplatz. Organisiert wird die Gegendemo vom "Antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag", das jährlich auch politische Redner und jüdische Vertreter zur Kundgebung einlädt. Die eigentliche Al-Kuds-Demo mit 1500 angemeldeten Personen beginnt um 14.30 Uhr, ebenfalls am Adenauerplatz.

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Hintergrund:

Am heutigen Freitag finden in Berlin eine große Demonstration anlässlich des Al-Kuds-Tages und zwei Gegenkundgebungen statt. Auf dem Kurfürstendamm sind am Freitagnachmittag 1500 Teilnehmer zu der jährlichen Al-Kuds-Demonstration angemeldet. Der vom Iran initiierte Aufmarsch richtet sich gegen das Existenzrecht Israels. Rund 400 Gegendemonstranten werden zu zwei Kundgebungen zur Unterstützung Israels in der City-West erwartet.

Durch die jüngsten Ereignisse zwischen Israel und Gaza bekommt der Jahrestag eine besondere Brisanz.

Zuletzt waren bei pro-palästinensischen Demonstrationen immer wieder antisemitische Äußerungen zu hören. Die Veranstalter der Demonstration haben von der Polizei die Auflage erhalten, dafür zu sorgen, dass keine judenfeindlichen Sprüche skandiert werden. Sollten sich die Demonstranten nicht an die Auflage halten, müssen sie im härtesten Fall damit rechnen, dass der Aufzug aufgelöst wird – unabhängig davon, ob die Parolen als Volksverhetzung eingestuft werden können.

Unsere Reporter sind vor Ort und wir berichten in unserem Liveticker über die Ereignisse.

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