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Chronologie der Al-Kuds-Demo in Berlin: Hitzige Umzüge durch die Stadt

Pro-Israel-Sprechchöre begleiten den Demozug.

Pro-Israel-Sprechchöre begleiten den Demozug.

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AFP

18.53 Uhr: Hiermit beenden wir unseren Liveticker zum Al-Kuds-Tag in Berlin. Danke, dass Sie unseren Ticker verfolgt haben. Wir hoffen, Sie sind auch beim nächsten Mal wieder dabei.

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Mit rund 1200 Teilnehmern ist die anti-israelische Al-Kuds-Demonstration am Freitag weitgehend ohne Ausschreitungen durch Berlin gezogen. Emotional aufgeheizt durch den Gaza-Konflikt und getrennt durch die Polizei, standen sich am Kudamm in Charlottenburg Israel-Gegner und insgesamt etwa 600 Gegendemonstranten gegenüber. Die Atmosphäre zwischen beiden Gruppen war angespannt und von palästinensischer Seite oft aggressiv.

Die befürchteten organisierten antisemitischen Massensprechchöre blieben weitgehend aus. Es gab allerdings „Kindermörder Israel“-Parolen und laut „Tagesspiegel“ am Rande auch „Israel vergasen“-Sprechchöre. Die Polizei nahm am Rande zwei Demonstranten wegen kleinerer Delikte fest.

Immer wieder musste die Polizei Demonstranten beider Lager voneinander trennen. Israel-Gegner wollten Protestierende mit blauweißen Israel-Fahnen angreifen. Hass, Aggression und potenzielle Gewalt waren für Zuschauer deutlich zu spüren.

Auf Plakaten forderten Demonstranten „Stoppt Völkermord“ und „Freiheit für Gaza“ - auf der Gegenseite „Lang lebe Israel“. Die Polizei hatte vor der Demonstration Auflagen erteilt: Die Tötung, Verletzung oder Entführung von Menschen dürfe nicht verherrlicht, gutgeheißen oder dazu aufgerufen werden. Es durften keine Gegenstände verbrannt werden. In anderen Ländern ist es üblich, zum Al-Kuds-Tag israelische Flaggen zu verbrennen.

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18.36 Uhr: Die Demo auf dem Wittenbergplatz wurde soeben durch den Veranstalter beendet, teilt die Polizei via Twitter mit.

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18.33 Uhr: Fakten am Rande: Ein Gutachten für den Migrationsbeauftragten der Bundesregierung konstatierte 2004 islamistische, demokratiefeindliche und antisemitische Aktivitäten rund um den Al-Kuds-Tag in Deutschland. Ein linkes Aktionsbündnis ruft seit 2003 regelmäßig zu einer Gegenkundgebung am Al-Kuds-Tag auf. Getragen wird es von Gruppen aus dem Umfeld von SPD, Linkspartei und Grünen sowie Antifa-Initiativen. Auch der Islamrat hat sich 2005 von den Al-Kuds-Demonstrationen distanziert. Sie seien für das Zusammenleben nicht förderlich und kein geeignetes Mittel der Auseinandersetzung mit Israel.

Demo an der Gedächtniskirche
25.7.2014: Demozug an der Gedächtniskirche

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Air Berlin will von Samstagmittag an wieder Tel Aviv anfliegen. Das teilte das Unternehmen am Freitag in Berlin mit. Der erste Flug gehe um 12.40 von Düsseldorf aus. Wegen der anhaltenden Raketengefahr im israelisch-palästinensischen Konflikt hatten mehrere Fluggesellschaften seit einigen Tagen den Flughafen Ben Gurion International Airport nicht mehr angeflogen.

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Beirut: Die libanesische Schiiten-Bewegung Hisbollah hat der radikal-islamischen Hamas ihre Unterstützung zugesagt. Generalsekretär Hassan Nasrallah sagte am Freitag anlässlich des Al-Kuds-Tages in Beirut in einer Rede an seine Anhänger: „Wir werden an der Seite des Widerstands in Gaza stehen und werden tun, was wir können, um ihn zu unterstützen.“ Die Hisbollah werde immer auf Seiten der Palästinenser stehen. Trotz zahlreicher Opfer im Gazakonflikt sprach er von einem „Sieg“ der Hamas über die israelische Armee. Israels Militär habe seit Beginn des Einsatzes keine Fortschritte gemacht und sei im Kampf gescheitert, sagte er. Der israelische Geheimdienst habe die Fähigkeit des „Widerstands“ unterschätzt.

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18.30 Uhr: Bilanz der Polizei: Teilnehmer der Demonstration griffen Leute mit Israelfahnen an, schlugen und würgten sie. Zwei der Täter konnten festgenommen werden.

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18.28 Uhr: Die Veranstalter weisen über Lautsprecher auf eine Veranstaltung morgen um 18 Uhr am Potsdamer Platz hin.

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18.25 Uhr: Die Abschlusskundgebung wird etwa 20 Minuten dauern. Anschließend wird die Polizei die Teilnehmer der Demonstration zum ÖPNV begleiten.

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18.17 Uhr: So langsam entfernen sich immer mehr Menschen von der Demonstration und gehen Richtung U-Bahn.

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Übrigens: Muslime feiern am Wochenende das Ende des Fastenmonats Ramadan. Am 28. Juni 2014 hat der Fastenmonat Ramadan in Deutschland begonnen. Während des Fastenmonats dürfen die Gläubigen von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nicht essen oder trinken, nicht rauchen und keinen Geschlechtsverkehr haben. Der Ramadan endet hierzulande, laut Bekanntgabe des Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), am Sonntag 27. Juli 2014. Der erste Tag des Festes des Fastenbrechens ist somit Montag der 28. Juli 2014.

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18.13 Uhr: Am Wittenbergplatz werden 2300 Teilnehmer gezählt. An der Seite laufen immer wieder Mitglieder der autonomen Nationalisten mit, die zwischendurch immer wieder mal unter den Zuschauern verschwinden und Fotos machen.

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18.10 Uhr: Rund 1.500 Menschen haben am Freitagabend in Bonn, Bochum und Recklinghausen gegen die israelischen Angriffe auf den Gaza-Streifen demonstriert. In Bochum demonstrierten zeitgleich auch einige hundert Teilnehmer gegen die Bedrohung Israels durch die Bomben der radikalen Palästinenser-Organisation Hamas. Die israel-kritischen Demonstranten forderten einen sofortigen Stopp der Bombardierung Gazas und ein Ende der Kämpfe im Nahen Osten.

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18.07 Uhr: Der Demozug erreicht den Wittenbergplatz.

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18.03 Uhr: In der Nähe des U-Bahnhofs Wittenbergplatz kommt es zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten.

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17.56 Uhr: Auch weiterhin tönt es "Israel Kindermörder" aus dem Aufzug und den Lautsprechern. In Fürstenwalde ist eine ähnliche Demonstration zu Ende gegangen und man erwartet, dass sich etwa 150 Teilnehmer von dort auf dem Weg nach Berlin befinden und zur Al-Kuds-Demonstration stoßen könnten. Eine Zählung aus der Joachimstaler Straße ergab 1500 Teilnehmer der Demonstration.

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