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Muslim Jewish Conference: Gegen Islamophobie, Antisemitismus und Hate Speech

Teilnehmer der Muslim Jewish Conference

Teilnehmer der Muslim Jewish Conference

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Veranstalter

Berlin -

Die handverlesenen Teilnehmer konferieren nicht-öffentlich miteinander, sie publizieren ihren Tagungsort nicht und nennen keine Referenten – aber sie werden vom deutschen Außenminister unterstützt, pflegen Kontakte auch ins Rote Rathaus von Berlin, empfangen Sonderbeauftragte des US-Außenministers zu ihrer Konferenz und Grußbotschaften von einflussreichen Staatenlenkern und Diplomaten: „Diese Organisation hat den Ruf erhört“, lobt niemand Geringeres als Ex-US-Präsident Bill Clinton. „Euer Erfolg ist eine Inspiration!“ - „Danke für alles, was Sie tun“, schreibt André Azoulay, ranghoher Berater von Marokkos König Mohammed VI, und Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer erklärt: „Voriges Jahr war ich Schirmherr, ich wünsche auch in diesem Jahr allen erdenklichen Erfolg!

In diesem Jahr nun ist der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier der Schirmherr der Konferenz, und seine Begründung erklärt auch, was die Unterstützer so an der jährlichen Tagung begeistert: „Seit 2010 bringt die Muslim Jewish Conference jüdische und muslime Studenten aus aller Welt zusammen und stellt sich islamfeindlichen und antisemitischen Strömungen in Europa entgegen“, erklärt Steinmeier. „Diesen vorbildlichen Beitrag zur Förderung des islamisch-jüdischen Dialogs unterstütze ich sehr gerne durch die Übernahme der Schirmherrschaft für die diesjährige Konferenz.“

„Wir reden miteinander, nicht übereinander!“

Tatsächlich sind die Beziehungen zwischen Juden und Muslimen in aller Welt seit einigen Jahren angespannt wie lange nicht mehr: Zwischen Israel und Palästina ist die Aussicht auf Versöhnung wieder in die Ferne gerückt, und erstmals seit Jahrzehnten fühlen sich viele Juden in Europa nicht mehr sicher – angesichts des wachsenden Antisemitismus, der nicht zuletzt in muslimischen Communities verbreitet ist.

Dem will die Muslim Jewish Conference etwas entgegensetzen, nun erstmals in Deutschland: Mit einer feierlichen Eröffnung im Auswärtigen Amt beginnt an diesem Montag die sechste, einwöchige MJC-Konferenz. Motto: „Wir reden miteinander, nicht übereinander.“ Seit Sonntag reisten insgesamt 166 Aktivisten aus 44 Ländern an. Dass die Programm- und Tagungsdetails nicht öffentlich gemacht werden, ist dabei nur eine Sicherheitsmaßnahme. Gäste, die an einer der zahlreichen Veranstaltungen und Workshops teilnehmen wollen, können sich online bei der MJC anmelden.

Workshops zu Islamophobie und Antisemitismus

Höhepunkte des Berliner Programms sind laut Veranstalter neben der Eröffnungszeremonie etwa ein Empfang mit Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner im Rathaus sowie die Diskussionsrunde mit zwei Entsandten des US-Außenministeriums: John Kerrys Sonderbeauftragte für die jüdische und für die muslimische Community, Ira Forman und Sharik Zafar, debattieren mit den Aktivisten darüber, wie Zivilgesellschaft und Regierungen in aller Welt es gemeinsam angehen könnten, jüdische und muslimische Gemeinden für den Versöhnungsprozess zu aktivieren.

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