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Newsticker zum Terror in Istanbul: Erschütterung nach Terroranschlag - Mindestens acht deutsche Todesopfer

Türkische Einwohner halten in der Nähe der tödlichen Explosion für einen Moment des Gedenkens an die Todesopfer des IS-Anschlags inne.

Türkische Einwohner halten in der Nähe der tödlichen Explosion für einen Moment des Gedenkens an die Todesopfer des IS-Anschlags inne.

Foto:

AP

Bei einem Terroanschlag im Istanbuler Altstadtviertel Sultanahmet wurden mindestens zehn Menschen getötet, 15 Menschen wurden verletzt

Der Selbstmordattentäter soll aus Syrien stammen und sich in einer deutschen Reisegruppe in die Luft gesprengt haben

• Frank-Walter Steinmeier bestätigt, dass acht Todesopfer aus Deutschland kommen, neun weitere wurden teils schwer verletzt

• Mehrere Todesopfer waren mit einem Berliner Reiseveranstalter unterwegs. Für Angehörige wurde eine Hotline eingerichtet

Ein Selbstmordanschlag im historischen Zentrum Istanbuls hat am Dienstag auch Deutschland erschüttert: Der Attentäter, nach türkischen Angaben ein Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), sprengte sich in der Nähe einer deutschen Reisegruppe in die Luft und riss mindestens acht Deutsche mit in den Tod. Insgesamt wurden bei dem Anschlag zehn Menschen getötet und 15 weitere verletzt. Der Attentäter zündete seinen Sprengsatz um 10.18 Uhr Ortszeit vor einem Obelisken vor der Blauen Moschee, als sich dort eine deutsche Reisegruppe aufhielt.

Augenzeugen berichteten von einem großen Feuerball. Der Ort im Stadtteil Sultanahmet ist der größte Anziehungspunkt für Touristen in der türkischen Metropole. Die türkische Regierung gab an, dass neun Deutsche getötet worden seien. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprachen von mindestens acht deutschen Todesopfern. Neun weitere Deutsche seien verletzt worden, einige schwer, sagte Steinmeier.

Die Regierung Perus berichtete von einem toten und einem verletzten Staatsangehörigen. Die getöteten Deutschen waren mit einem Berliner Reiseveranstalter unterwegs. Nach aktuellem Kenntnisstand seien unter den toten Deutschen „mehrere Personen einer Reisegruppe der Lebenslust Touristik GmbH Berlin“, teilte das Unternehmen mit. Zudem müsse von einer „größeren Anzahl verletzter Reisender ausgegangen werden“.

Merkel zeigte sich erschüttert. Der „internationale Terrorismus“ habe „wieder einmal sein menschenverachtendes Gesicht“ gezeigt, sagte die Kanzlerin in Berlin. Sie bekräftigte zugleich ihre „Entschlossenheit, gemeinsam mit unseren internationalen Partnern gegen diese Terroristen vorzugehen“. „Seit vielen Jahren hat uns der Terror nicht mehr so schwer getroffen wie heute in Istanbul“, sagte Steinmeier.

Die Ereignisse von Dienstag:

+++ 19.25 Uhr: Weitere Stimmen aus dem Ausland+++

Die USA verurteilen den Terroranschlag von Istanbul auf das Schärfste. „Dieser abscheuliche Angriff in Istanbuls historischem Herzen hat Türken und ausländische Touristen gleichermaßen getroffen“, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates Ned Price am Dienstag in Washington. Die USA stünden an der Seite der Türkei als ihrem starken Verbündeten, Nato-Partner und geschätzten Alliierten im Kampf gegen den Islamischen Staat. Auch und gerade angesichts der Attacke von Istanbul versprächen die USA ihre andauernde Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Terroranschlag in Istanbul scharf verurteilt. Es handele sich um ein „verachtenswertes Verbrechen“, sagte Ban laut Mitteilung am Dienstag in New York. Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus und forderte, dass die Verantwortlichen für den Anschlag zur Rechenschaft gezogen werden müssten.

+++ 19.10 Uhr: Mehrere Opfer waren mit Berliner Reiseveranstalter unterwegs+++

Unter den Toten und Verletzten sind nach Angaben des Veranstalters mehrere Personen einer Reisegruppe des Berliner Unternehmens „Lebenslust Touristik“. Insgesamt seien zum Zeitpunkt des Anschlags 33 Personen mit dem Berliner Veranstalter in Istanbul unterwegs gewesen. Das Unternehmen sprach den Angehörigen sein Mitleid aus.

Man stehe in engem Austausch mit dem Auswärtigen Amt und der Opfer? und Angehörigenhilfe der Bundesregierung. Die Geschäftsführung reise nach Istanbul, um das Team vor Ort zu unterstützen. Für Angehörige der betroffenen Reisegruppe der Lebenslust Touristik wurde eine Hotline unter 030 880013039 eingerichtet.

+++ 18.59 Uhr: Weiteres Merkel-Zitat+++

„Die Terroristen sind Feinde aller freien Menschen, ja, sie sind Feinde aller Menschlichkeit“, sagte die Bundeskanzlerin in Berlin. Merkel betonte: „Genau diese Freiheit und unsere Entschlossenheit, gemeinsam mit unseren internationalen Partnern, gegen diese Terroristen vorzugehen, werden sich aber durchsetzen.“ Möglicherweise könne es noch weitere Todesopfer geben. „Wir können zur Stunde noch nicht wissen, ob es bei dieser Zahl bleibt.“

+++ 18.46 Uhr: Merkel spricht Angehörigen ihr Mitgefühl aus+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht den Angehörigen der Anschlagsopfer ihr Mitgefühl aus. Der Terrorismus sei der Feind aller freien Menschen und der Menschlichkeit, sagt sie am Abend in Berlin.

+++ 18.30 Uhr: Russland meldet sich zu Wort+++

Russland hat das Selbstmordattentat in Istanbul als „zynisches Verbrechen“ verurteilt und den Familien der Opfer sein Beileid ausgesprochen. „Diese Tat, für die es keine Rechtfertigung gibt, hat einmal mehr die Grausamkeit des internationalen Terrorismus demonstriert. Umso mehr, als dass friedliche Bürger - einschließlich Ausländer - Opfer dieser schändlichen Aktion wurden“, betonte das Außenministerium in Moskau am Dienstag. Der Anschlag zeige, dass die Bildung einer Einheitsfront gegen den Terror dringend notwendig sei.

+++ 18.21 Uhr: Steinmeier spricht von acht toten Deutschen+++

Bei dem Selbstmordanschlag in Istanbul sind acht Deutsche getötet worden. Das sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Dienstagabend in Berlin. Neun weitere Deutsche seien zum Teil schwer verletzt worden. „Seit vielen Jahren hat uns der Terror nicht mehr so schwer getroffen wie heute in Istanbul“, fügte Steinmeier hinzu.

+++ 17.43 Uhr: Frankreich richtet Krisenstäbe in Paris und Istanbul ein+++

Frankreich hat nach dem Anschlag in Istanbul Krisenstäbe in Paris und Istanbul eingerichtet. Das Generalkonsulat in der türkischen Stadt ist ebenso mobilisiert wie das Außenministerium in Paris, wie Frankreichs Außenminister Laurent Fabius am Dienstag mitteilte. Franzosen in der Türkei wurden Hinweise zur Wachsamkeit übermittelt. Zudem richtete das Ministerium eine Hotline ein. Informationen zu möglichen französischen Opfern gibt es bisher nicht. Frankreich war im vergangenen Jahr von einer Serie von Terroranschlägen und versuchten Attacken betroffen.

+++ 17.27 Uhr: Ein Peruaner unter den Toten+++

Unter den Toten von Istanbul ist ein Peruaner. Das gibt das Außenministerium des südamerikanischen Landes bekannt.

+++ 17.20 Uhr: Merkel und Steinmeier kündigen neue Statements an+++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich am Dienstag (18.30) im Bundeskanzleramt zum Anschlag in Istanbul äußern. Sie hatte bereits am Nachmittag während einer Pressekonferenz in Berlin gesagt, sie befürchte, dass es unter den Opfern des Attentäters Deutsche geben könnte. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) wollte sich erneut äußern (17.45). Nach dpa-Informationen kamen bei dem Anschlag neun Deutsche ums Leben, neun weitere wurden verletzt. Eine offizielle Bestätigung dieser Zahlen gibt es bislang nicht.

+++ 17.08 Uhr: Bundeskabinett beruft Sondertreffen ein+++

Das Bundeskabinett kommt wegen des Terroranschlags mit mehreren deutschen Todesopfern in der Türkei am Dienstagabend zu einem Sondertreffen zusammen. Das kündigte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin an. Die Kabinettsmitglieder wollten sich dort über die Lage informieren lassen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite die Ereignisse in Istanbul vom Nachmittag.

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