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Übergriffe in der Silvesternacht in Köln: Kölner Polizei ermittelt drei Tatverdächtige

Der Kölner Hauptbahnhof (Symbolbild)

Der Kölner Hauptbahnhof (Symbolbild)

Foto:

Thilo Schmülgen

Köln -

Die Kölner Polizei hat nach den Vorfällen in der Silvesternacht drei Tatverdächtige ermittelt. Wie Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Düsseldorf sagte, habe es jedoch noch keine Festnahmen gegeben. Zu Herkunft und Hintergründen der Männer werde man sich deshalb noch nicht äußern, so der Minister.

Jäger erhöhte den Druck auf das Kölner Polizeipräsidium: „Ich erwarte noch in dieser Woche einen sehr detaillierten Bericht.“ Die Behörde müsse das Geschehen und mögliche Versäumnisse aus der Silvesternacht, jetzt „sehr akribisch aufarbeiten“. Die Kölner müssten etwa sehr genau erklären, was wann wo geschah und was wann wo Polizei hätte wissen können“. Diesen Bericht werde man veröffentlichen, so Jäger. Die Aufklärung werde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. „Manchmal braucht der Rechtsstaat Zeit.“

Auch Übergriffe im Bahnhof

Rücktrittsforderungen etwa von CDU und FDP an Köln Polizeipräsident Wolfgang Albers wich der Minister am Mittwochmorgen aus. „Es jetzt doch nicht um Personen, sondern es geht um eine ganze Behörde, die darlegen muss, warum Frauen so massiv angegangen wurden.“

Die Kritik von Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Vorgehen der Kölner Polizei will Jäger nicht gelten lassen: Es sei eine Frage des Stils, ob man sich „ohne Detailkenntnisse“ zu Einsätzen anderer Behörden äußere, meint der NRW-Minister. „Wie ich diesen Stil finde, habe ich Herrn de Maizière gesagt“. Jäger verwies darauf, dass es auch im Bahnhofsgebäude, wo die Bundespolizei zuständig sei, zahlreiche Übergriffe gegeben habe.

Dimension war erst später klar

Jäger selbst hat nach eigenen Angaben am Neujahrsmorgen von Übergriffen in Köln erfahren. Die Polizei habe dem Lagezentrum des Ministeriums „in den frühen Morgenstunden“ eine sogenannte „Wichtiges-Ereignis-Meldung“ geschickt. Die Dimension sei zu dieser Zeit aber noch nicht absehbar gewesen, sagt Jäger.

Ob sich die Täter aus der Silvesternacht – etwa in sozialen Netzwerken – verabredet hatten, könne man noch nicht eindeutig beantworten. „Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass die sich da nicht zufällig getroffen haben.“ Ein koordiniertes Vorgehen über mehrere Städte hinweg – auch in Stuttgart und Hamburg war es zu Übergriffen gekommen – hält Jäger jedoch für unwahrscheinlich. Es gehe eher um einen „gruppendynamischen Prozess“, bei dem „Hemmschwellen gefallen sind, in Verbindung mit Alkohol und in Verbindung mit krimineller Energie von einigen.“