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Anstieg seit November: 20.000 Menschen beantragen kleinen Waffenschein

Ein Kleiner Waffenschein liegt zwischen einer Schreckschuss-Pistole „Walther P22“, einem Magazin und einer Knallpatrone.

Ein Kleiner Waffenschein liegt zwischen einer Schreckschuss-Pistole „Walther P22“, einem Magazin und einer Knallpatrone.

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dpa

Berlin -

Immer mehr Menschen in Deutschland rüsten mit einem kleinen Waffenschein für Schreckschusspistolen oder Pfefferspray auf. Von Ende November bis Ende Januar nahm die Zahl dieser Waffenscheine um mehr als 21.000 zu. Das zeigt eine der Deutschen Presse-Agentur vorliegende Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Frage der Grünen-Abgeordneten Irene Mihalic. Insgesamt waren im Nationalen Waffenregister Ende Januar fast 301.000 kleine Waffenscheine gespeichert.

Mihalic, selbst ausgebildete Polizistin, kritisierte die Entwicklung. „Man stelle sich vor, dass bei Großveranstaltungen wie Karneval Menschen in bestimmten Situationen vorschnell zur Waffe greifen und so vielleicht Chaos und Gewalt erst provozieren“, sagte sie der dpa.

Wachsende Verunsicherung

Man braucht diese Waffenscheine für das Tragen von Reiz-, Signal- oder Schreckschusswaffen. Bereits nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen vor dem Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht hatten die Behörden in mehreren Bundesländern wachsendes Interesse am kleinen Waffenschein gemeldet. Für den reinen Erwerb dieser Waffen gibt es derzeit keine Auflagen.

Der sprunghafte Anstieg zeige die wachsende Verunsicherung der Bevölkerung, sagte Mihalic. „Wenn jedoch immer mehr Menschen Waffen tragen, wird das eher zur Eskalation als zur Beruhigung der Lage beitragen“, so die Fraktionsexpertin für innere Sicherheit.

Mihalic forderte, „Lücken im Waffenrecht“ zu schließen. „Ein Baustein wäre, dass auch Kauf und Besitz von Schreckschusswaffen, Pfefferspray und Co. zukünftig erlaubnispflichtig werden.“
„Angesichts der konstanten Bedrohungslage durch Anschläge gibt es vieles, was wir sicherheitspolitisch brauchen“, sagte Mihalic. „Aber mehr Waffen brauchen wir in dieser Situation bestimmt nicht.“ Die Politik müsse vielmehr für eine personell gut bestückte und angemessen ausgestattete Polizei sorgen. (dpa)


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