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Kommentar zu den US-Vorwahlen: Ted Cruz ist ähnlich gefährlich wie Donald Trump

Verliert seine Zuversicht nicht Donald Trump

Verliert seine Zuversicht nicht Donald Trump

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AP

Washington -

Die gute Nachricht von den ersten Vorwahlen in den USA ist: Donald Trump ist, anders als die Meinungsumfragen vermuten ließen, doch nicht unbesiegbar. Seine unerträglichen Hetztiraden fanden jedenfalls bei den republikanischen Wählerinnen und Wählern im Bundesstaat Iowa weniger Zustimmung als erwartet.

Bevor die Freude darüber allerdings zu groß wird, hier die erste von zwei schlechten Nachrichten: Ted Cruz, der Sieger der Vorwahl, trägt nur etwas leiser als Trump vor, aber seine Ideen sind ähnlich gefährlich. Wer ernsthaft Flächenbombardements vorschlägt, um die Dschihadisten des sogenannten „Islamischen Staats” zu beziehen, kann nicht Ernst genommen werden. Wer im Falle eines Wahlsiegs den Atom-Deal mit dem Iran rückgängig machen will, ist ein außenpolitisches Irrlicht und ungeeignet, das Amt des US-Präsidenten auszuüben.

Diese schlechte Nachricht wird nur noch übertroffen von der ernüchternden Erkenntnis, dass sich Wahlvolk und politische Klasse in der ältesten Demokratie der Welt immer weiter voneinander entfernen. Mehr als 60 Prozent der republikanischen Wähler, so zeigt es das Ergebnis von Iowa, finden offenbar Gefallen an Kandidaten wie Trump, Cruz und dem pensionierten Neurochirurgen Ben Carson.

Dass Radikalität und Inhaltsleere inzwischen die politische Debatte dominieren, lässt sich schnell erklären. Vor allem die weiße Mittelschicht in den USA leidet immer noch an den Folgen der Finanzkrise, die 2008 ausgebrochen ist. Das Problem ist nur: In Notzeiten auf das Extrem zu setzen, hat sich in der Regel noch nie ausgezahlt.


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