13.02.2012

Acta-Abkommen: Proteste gegen Acta spalten die politischen Gemüter

 (Foto: dapd)

Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will offene Fragen zum geplanten Acta-Abkommen vom Europäischen Parlament klären lassen - und kassiert dafür Schelte von der CDU. Die kann die Proteste gegen das geplante Urheberrechts-Abkommen nicht nachvollziehen.

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat die massive Kritik an dem geplanten Acta-Abkommen zum Schutz von Urheberrechten im Internet zurückgewiesen. „Was im realen Leben verboten ist - das Kopieren fremden geistigen Eigentums - muss auch im virtuellen Leben verboten sein“, sagte Bosbach der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Es gehe um eine „grundsätzliche Weichenstellung“, wie die Urheberrechte im Netz künftig geschützt werden könnten. „Die Acta-Kritiker müssten sagen, wie sie das sicherstellen wollen“, forderte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses.

Protest gegen die Zensur im Netz

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Bosbach richtete seine Kritik vor allem an die Piratenpartei und die Grünen, die die Anti-Acta-Proteste unterstützen.

Neue Rechtssetzung beabsichtigt?

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger verlangt Klarheit von der EU-Kommission über mögliche rechtliche Auswirkungen des umstrittenen Anti-Produktpiraterie-Abkommens Acta. „Europaparlamentarier stellen die Frage, ob die Kommission neue Rechtsetzung beabsichtigt. Diese Frage muss umfassend beantwortetet werden“, sagte die FDP-Politikerin der „Passauer Neuen Presse“. Sie fügte hinzu: „Alle wesentlichen Kritikpunkte, die sich auf Urheberrechtsschutz und Internet konzentrieren, müssen vom Europäischen Parlament und der Kommission beantwortet werden.“

Dafür gab's Schelte von Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU). Er forderte Leutheusser-Schnarrenberger in der „Passauer Neuen Presse“ vom Montag zu einem „klaren Bekenntnis zum Inhalt dieses Abkommens“ auf. „Wenn aus Deutschland das Signal 'Wir wollen ACTA nicht' kommen würde, wäre das für den Schutz geistigen Eigentums weltweit fatal.“ Er sei „sehr verwundert“ über das Vorgehen der Ministerin, sagte Krings.

Altmaier zeigt Verständnis für Proteste

Am Wochenende hatten in Deutschland und anderen europäischen Staaten zehntausende Menschen gegen ACTA protestiert. Das Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen (ACTA) soll den Schutz geistigen Eigentums verbessern, Kritiker befürchten jedoch Internet-Zensur.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier (CDU), zeigte Verständnis für die Massendemonstrationen. Die Kundgebungen seien auch ein Zeichen dafür, „dass wir neue Kommunikationsstrukturen im Internet haben“, sagte Altmaier im ARD-Morgenmagazin. „Wir tun gut daran, dies ernst zu nehmen.“ Das bedeute aber nicht, „dass wir auf die eigenständige politische Prüfung verzichten.“

Der entscheidende Punkt sei, dass die jungen Demonstranten deutlich gemacht hätten, „dass solche Themen mit Internetbezug heute in ganz anderen Geschwindigkeiten diskutiert werden.“ (dapd, afp)

ACTA und das Urheberrecht

Der auf Initiative der USA und Japans ausgehandelte ACTA-Vertrag regelt unter anderem die „Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums im digitalen Umfeld“. Kritiker sehen darin dagegen eine Einschränkung von Freiheitsrechten im Internet. Deutschland will ACTA vorerst nicht unterzeichnen. Die zuständige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) habe Bedenken angemeldet, hatte am Freitag ein Sprecher des Auswärtigen Amts gesagt.

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