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Ägypten: Tote bei Krawallen in Kairo

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In Kairo kommt es zu erneuten Protesten.
In Kairo kommt es zu erneuten Protesten.
Foto: dpa
Kairo –  

In Ägypten eskaliert die Gewalt zwischen Anhängern des islamistischen Präsidenten und der liberalen Opposition. Bei den Auseinandersetzungen in Kairo sterben mindestens fünf Menschen. Hunderte werden verletzt.

Die politische Krise in Ägypten ist in Gewalt umgeschlagen. Bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Mohammed Mursi in der Innenstadt von Kairo wurden am Mittwoch mindestens fünf Menschen getötet. Hunderte wurden verletzt, wie Sanitäter am Ort der Ausschreitungen vor dem Präsidentenpalast berichteten.

Die Muslimbruderschaft und die Partei für Freiheit und Gerechtigkeit hatten zuvor ihre Anhänger aufgerufen, zu Mursis Regierungssitz in der Innenstadt zu ziehen, um ihm seine Unterstützung zu versichern. Dort hatten am Vorabend Mursi-Gegner ein Protest-Zeltlager aufgeschlagen. Bis in die Abendstunden haben sich die beiden Konflikt-Parteien heftige Straßenschlachten geliefert. Mursi-Gegner warfen Brandsätze auf eine Gruppe von Islamisten, die zuvor den Platz vor dem Präsidentenpalast gestürmt hatten. Die beiden Lager gingen mit Steinen und Stöcken aufeinander los.

Eskalation nicht mehr vermieden

Schon mehrfach hatte eine Eskalation wie am Mittwoch gedroht. Wiederholt hatten die Muslimbrüder zu Demonstrationen aufgerufen, die auf Zusammenstöße mit der Opposition abzielten. Bisher hatten die Führer diese immer im letzten Moment abgesagt, um die Eskalation zu vermeiden. Am Mittwoch ließen sie es darauf ankommen. „Die Situation ist sehr heikel“, so Nabil Abdel Fattouh, Politikwissenschaftler vom Al-Ahram-Zentrum in einem Gespräch mit dieser Zeitung: „Es gibt auch auf der Seite der Opposition eine neue Generation von unerschrockenen, gewaltbereiten Jugendlichen.“

Die Islamisten wollen ihr umstrittenes Verfassungsreferendum über die Bühne bringen. Kritiker der Verfassung sehen darin eine zu starke islamische Prägung und befürchten einen Versuch der muslimischen Kräfte, ihre Macht weiter zu festigen. Vizepräsident Mahmud Mekki sagte am Mittwoch in Kairo: „Der Termin für das Referendum am 15. Dezember steht fest und wird nicht verschoben.“ Er bot aber auch einen Kompromiss an. Vor dem Referendum könne eine Übereinkunft mit der Opposition über Änderungen erzielt und diese schriftlich festgehalten werden, sagte er. „Ich bin mir sicher, dass wir in der Krise einen Durchbruch und einen Konsens erreichen werden, sagte er.

Drei Berater Mursis traten unter dessen aus Protest gegen die Gewalt auf der Straße zurück. Einer der drei, der Politologe Seif Abdel Fatah, verkündete seinen Rücktzug aus dem Amt am Abend live in einem tränenreichen Interview mit dem TV-Sender Al-Dschasira. Er erklärte, die komplette Elite des Landes sei eigennützig und habe nicht die Interessen der Bevölkerung im Blick. (mit dpa, dapd, reuters)

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