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AfD-Vorsitzende will auf Flüchtlinge schießen lassen: „Entmenschte Politik“ - Frauke Petry erntet Sturm der Entrüstung

Die Vorsitzende der AfD, Frauke Petry

Die Vorsitzende der AfD, Frauke Petry

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dpa

Berlin -

Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry mit Blick auf ihre Äußerungen zu einem Schießbefehl an der Grenze Entmenschlichung vorgeworfen. „Das ist eine gespenstische Äußerung und zeigt, zu welcher entmenschlichten Politik die AfD bereit wäre, wenn sie an die Macht käme“, sagte er der Mitteldeutschen Zeitung.

„Entmenschte Politik“

„Das sollten die Bürger dieses Landes wissen.“ Petry sei selbst in Ostdeutschland aufgewachsen und wisse, was Schüsse an der Grenze bedeuteten, fügte Thierse hinzu und fragte: „Wie kann man nach unserer gemeinsamen Erfahrung so etwas sagen? Natürlich war der Schießbefehl gegen unsere eigenen Leute gerichtet. Aber ihn gegen andere Leute zu richten, macht es doch nicht besser. Das ist entmenschte Politik. Und das darf man ihr nicht vergessen.“

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann erinnerte: „Der letzte deutsche Politiker, der auf Flüchtlinge schießen ließ, war Erich Honecker.“ Die aus Thüringen stammende Vorsitzende der grünen Fraktion im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, erklärte: „Frauke Petry offenbart die hässliche Fratze der AfD.

Flüchtlinge brauchen Schutz

Es zeigt sich, dass die AfD eine zutiefst rassistische, diskriminierende und menschenverachtende Partei ist. Hohe Stacheldrahtzäune an den Grenzen und Grenzpolizisten, die auf Flüchtlinge schießen, gehören nicht zu einem freien, demokratischen und rechtsstaatlichen Deutschland.“ Stattdessen bräuchten Flüchtlinge Schutz.

Der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski, sagte dieser Zeitung: „Die Frau ist offensichtlich geisteskrank. Wer als Deutscher mit der Kenntnis um 2000 erschossene Flüchtlinge an der innerdeutschen Grenze fordert, auf unbewaffnete Flüchtlinge zu schießen, der kann geistig nicht normal sein.“ Dombrowski ist CDU-Landtagsabgeordneter in Brandenburg und saß zu DDR-Zeiten aus politischen Gründen in Haft. Die UOKG ist der Dachverband von mehr als 30 DDR-Opferverbänden.

Petry hatte erklärt, wenn Flüchtlinge nach Deutschland wollten und sich an der Grenze nicht aufhalten ließen, dann müsse notfalls auf sie geschossen werden. Im November hatte bereits Petrys Lebensgefährte, der nordrhein-westfälische AfD-Politiker Marcus Pretzell, mit der Forderung für Empörung gesorgt, die deutsche Grenze sei „mit Waffengewalt als Ultima Ratio“ zu verteidigen.

 


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