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Aufsichtsratsmandat: Steinbrücks Mandat bei ThyssenKrupp

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Seine Ausflüge in die Wirtschaft fallen auf ihn zurück: Peer Steinbrück.
Seine Ausflüge in die Wirtschaft fallen auf ihn zurück: Peer Steinbrück.
Foto: Imago
Berlin –  

ThyssenKrupp steckt tief in der Krise. Zu den katastrophalen Zahlen kommen Meldungen über Korruption und Kartellabsprachen. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück dürfte sich wünschen, er hätte das Aufsichtsratsmandat dort nie angenommen.

Das Pech verfolgt den Kanzlerkandidaten der SPD. Das einzige Unternehmen in Deutschland, in dessen Aufsichtsrat Peer Steinbrück sitzt, macht dramatische Verluste. Ausgerechnet jetzt wird das bekannt, zwei Tage, nachdem Steinbrück einen so erfolgreichen Auftritt beim SPD-Parteitag hatte. Ausgerechnet jetzt, drei Wochen, bevor er ohnehin aus dem Aufsichtsrat ausscheiden wollte. Das hatte Steinbrück bereits im September angekündigt, gleich nach seiner Nominierung, um jeden Anschein von Interessenskonflikten zu vermeiden.

Welche Verantwortung trägt ein Aufsichtsratsmitglied für das Unternehmen, dem er vorsteht? Zumal, wenn er, wie bei ThyssenKrupp, nur einer von 20 Aufsichtsräten ist? Für das wirtschaftliche Desaster bei dem Stahlkonzern, der am Dienstag einen Fünf-Milliarden-Euro-Verlust für 2012 bekanntgab, kann Steinbrück wenig. Er trat erst 2010 als Vertreter der Krupp-Stiftung in den Aufsichtsrat ein, da gingen die Stahlwerke in den USA und Brasilien, die sich als eine so gigantische Fehlinvestition herausstellten, bereits in Betrieb.

Jetzt räumt der Vorstandschef auf

Schwieriger ist die Antwort auf die Frage, wie weit sich der jetzige Aufsichtsrat die schlechte Unternehmenskultur bei ThyssenKrupp zurechnen lassen muss.

Aktionärsvereinigungen fordern den Rücktritt von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, nicht nur wegen der schlechten Zahlen, sondern auch, weil der nicht genug getan hat, um Korruption und Kartellabsprachen zu verhindern. Wie sich Steinbrück in seiner knapp dreijährigen Zeit als Aufsichtsratsmitglied eingelassen hat, weiß man nicht; die Sitzungen des Gremiums sind vertraulich.

Immerhin entließ der Aufsichtsrat jetzt den halben Vorstand. Vorstandschef Heinrich Hiesinger, der erst seit 2011 die Geschäfte leitet, versprach, im Konzern noch weiter aufzuräumen. „Ich werde hier nichts beschönigen, denn es ist offensichtlich, dass in der Vergangenheit sehr viel schiefgelaufen ist“, sagte Hiesinger auf der Bilanzpressekonferenz. Es habe bisher ein Führungsverständnis gegeben, in dem Seilschaften und blinde Loyalität oft wichtiger gewesen seien als unternehmerischer Erfolg.

Steinbrück hatte das ThyssenKrupp-Mandat angenommen, nachdem die SPD die Bundestagswahl verloren hatte und sich der ehemalige Finanzminister aus der ersten Reihe der Politik zurückgezogen hatte. Damals konnte er nicht ahnen, dass seine Partei ihn einmal zum Kanzlerkandidaten wählen würde. Pech, dass im Nachhinein immer klüger ist.

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