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Berliner Ableger von Pegida: Bärgida-Demonstration löst sich auf

Rund 800 Polizisten waren rund um die Bärgida-Demo im Einsatz.

Rund 800 Polizisten waren rund um die Bärgida-Demo im Einsatz.

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dpa

Um den Berliner Pegida-Ableger Bärgida (Berliner Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes) zu stoppen, haben sich am Montagabend etwa 5000 Gegendemonstranten in Mitte versammelt. Aufgerufen dazu hatte das "Bündnis gegen Rassismus". Unter den Demonstranten tummelten sich viele junge Menschen, aber auch Familien mit Kindern waren gekommen. Aus den Lautsprechern dröhnte Punk- und Rockmusik, immer wieder griffen sich Redner das Mikrofon. Pfeifkonzerte ergossen sich in Richtung Bärgida.

Hinter dem Roten Rathaus traf sich das Bündnis Bärgida gegen 18.30 Uhr, um in Richtung Brandenburger Tor zu starten. Um 19 Uhr waren etwa 300 Bärgida-Demonstranten vor Ort. Die Gegendemonstranten setzten ihren Zug durch eine Blockade an der Spandauer Straße/Ecke Rathaussstraße fest. Die Polizei forderte die Blockierer auf, die Kreuzung zu verlassen. Sie könne die Blockade nicht räumen, weil auch kleine Kinder unter den Demonstranten seien, sagte ein Sprecher. Rund 800 Beamte waren insgesamt im Einsatz.

Gegen 21 Uhr löste sich die Bärgida-Veranstaltung von alleine auf, Polizisten geleiteten die Teilnehmer zum Bahnhof Alexanderplatz. Am Rande des Abzugs kam es zu Rangeleien.

Es war die erste Veranstaltung unter dem Label Bärgida in der Hauptstadt. Unter den Teilnehmern waren laut Polizeiangaben mindestens fünf amtsbekannte Rechtradikale, aber auch viele gutbürgerlich wirkende Menschen. Organisator von Bärgida ist der Verein Patrioten e.V. um den 60-jährigen Karl S. aus Reinickendorf. Er saß bis vor einigen Jahren für die CDU in der Pankower Bezirksverordneten-Versammlung. Nach seinem Parteiaustritt war er in verschiedenen rechten Gruppen aktiv.

Eine "Solidaritätsbekundung mit den Gegendemonstranten", wie es Sprecherin Daniela Augenstein formulierte, kam vom Berliner Senat. Am Brandenburger Tor und der Siegessäule schalteten die Verantwortlichen um 19 Uhr für eine Stunde das Licht aus. In den letzten Wochen hatte auch die Semperoper in Dresden bei Demonstrationen der Islam-Gegner die Beleuchtung an dem berühmten Bauwerk ausgeschaltet.

Eine Gegendemonstration hatte auch die Türkische Gemeinde initiiert. Die Veranstaltung unter dem Motto „Gegen Hass, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus“ fand am Brandenburger Tor und der Straße des 17. Juni statt. Sie brachte nur 1.000 Menschen auf die Straße, obwohl zuvor 10.000 angemeldet waren.

Aufruf zu mehr Nächstenliebe

Berlins evangelischer Landesbischof Markus Dröge hatte bereits am Sonntag zu mehr Nächstenliebe aufgerufen: Die Botschaft der Kirche an Pegida müsse eine doppelte sein, sagte Dröge in seiner Predigt in der Marienkirche: „Ein klares Nein zu Ausgrenzung und Sündenbockdenken. Und gleichzeitig die Einladung zu einer Christlichkeit, die aus der Liebe zu Gott die Kraft zur Nächstenliebe schöpft und deshalb die Angst vor dem Fremden überwindet.“

Für uns berichteten Andreas Kopietz und Aleksandar Zivanovic über Twitter live von der Bärgida-Demonstration:


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