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Bombe am Hauptbahnhof: Bonner Sprengsatz „extrem gefährlich“

Zerstörter Sprengsatz: Das Puzzle muss nun aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt werden.
Zerstörter Sprengsatz: Das Puzzle muss nun aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt werden.
Foto: dapd
Bonn –  

Wie gefährlich war der Inhalt der Tasche im Bonner Hauptbahnhof? Die Polizei schweigt dazu. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ meldet unter Berufung auf Behördenkreise, der in der Tasche versteckte Sprengsatz sei „extrem gefährlich“ gewesen.

Der Sprengsatz aus dem Bonner Hauptbahnhof war nach Informationen des Onlineportals faz.net „extrem gefährlich“. Die Internet-Nachrichtenseite der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) berief sich am Mittwoch auf „hohe Behördenkreise“. Wäre die Bombe tatsächlich detoniert, hätte sie nach dieser Darstellung eine ähnlich verheerende Wirkung gehabt wie der Anschlag von Madrid 2004. Dabei waren 191 Menschen ums Leben gekommen. Polizeisprecher Thomas Held sagte zu dem Bericht: „Das ist vorgegriffen, weil der abschließende Bericht einfach noch nicht vorliegt.“
Das Portal berichtet weiter, laut Sicherheitskreisen hätten sich in der Tasche mehrere Camping-Gaskartuschen, ein explosionsfähiges Pulver, ein Wecker und Batterien befunden. Das Fehlen eines Zünders wird von faz.net unter Hinweis auf die Behördenkreise damit erklärt, dass die Einsatzkräfte die verdächtige Tasche am Montag mit einer Wasserkanone beschossen hätten. Dabei sei der Zünder „in unzählige Teile zerrissen“ worden.

Dazu sagte Held, auch das stehe noch nicht fest. Es könne sein, dass der Zünder zerschossen wurde - genauso gut sei aber auch denkbar, dass gar kein Zünder da war. Die Experten des Landeskriminalamtes hätten dies noch nicht geklärt. „Wir haben noch keinen Hinweis auf einen Zünder.“ Held sagte, die Tasche habe Metallbehälter mit zündfähigem Material enthalten. Von einem Wecker und Batterien sei ihm nichts bekannt.

Verdächtige Salafisten wieder auf freiem Fuß

Zwei Verdächtige, die am Dienstag von der Polizei verhört worden waren, kamen noch am selben Abend wieder frei. Polizeisprecher Held stellte klar, dass die beiden nicht festgenommen, sondern nur in Gewahrsam genommen worden seien. Es habe einen Hinweis auf sie gegeben, doch der Tatverdacht habe sich nicht bestätigt. „Wir ermitteln weiterhin in alle Richtungen“, sagte Held.

Bei einem der Freigelassenen handelt es sich um den Somalier Omar D., der von der Polizei der Islamistenszene zugeordnet wird. Der Anwalt von Omar D., Mutlu Günal, kritisierte das Vorgehen der Polizei. „Die Polizei mag mal erklären, woher dieser Tatverdacht kam“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. „Einfach mal einen Unschuldigen festnehmen, das ist nicht so schön.“

Die Polizei sucht seit Dienstag mit einem Phantombild nach dem Mann, der die Tasche am Montag auf dem Bahnsteig im Bonner Hauptbahnhof abgestellt haben soll. Er wurde laut Polizei von einem 14 Jahre alten Schüler beschrieben. (dpa)

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