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Bundesregierung plant Pflegeberufegesetz : Das müssen Sie zur geplanten Pflegereform wissen

Die Zahl der offenen Stellen in der Altenpflege wird immer größer.

Die Zahl der offenen Stellen in der Altenpflege wird immer größer.

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dpa

Über Reformen in den Bereichen Gesundheit und Pflege wird stets heftig gestritten, schließlich geht es bei diesen Themen um sensible Fragen, die jeden angehen, und um viel Geld. Selten kämpfen die Kontrahenten aber mit so gegensätzlichen Argumenten wie bei dem Vorhaben, das die Bundesregierung am Mittwoch auf den Weg bringen will: Das Pflegeberufegesetz. Was zunächst nicht sonderlich spannend klingt, wird tatsächlich mit darüber entscheiden, ob alte Menschen künftig noch angemessen versorgt werden können. Die wichtigsten Fragen zu dem Vorhaben.

Was plant die große Koalition konkret?

Heute gibt es Altenpfleger für die Betreuung von Pflegebedürftigen sowie Krankenpfleger für die Versorgung kranker Menschen. Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege sind drei verschiedene Berufe mit jeweils eigenständiger Ausbildung. Die Regierung will die Pflegeberufe zusammen führen und dazu die Ausbildung vereinheitlichen. Die neue, gemeinsame Ausbildung wird drei Jahre dauern, die Berufsbezeichnung lautet dann: „Pflegefachfrau“ beziehungsweise „Pflegefachmann“. Die Berufsausbildung kann durch ein neues Pflegestudium an einer Hochschule ergänzt werden, das mindestens weitere drei Jahre dauern soll. Im Zuge der Vereinheitlichung wird auch die Finanzierung der Ausbildung reformiert: Während derzeit die Azubis in einigen Bundesländern noch Schulgeld bezahlen müssen, wird die neue Berufsausbildung generell kostenfrei sein.

Was ist das Ziel der Reform?

Bis 2030 wird die Zahl der Pflegebedürftigen um die Hälfte auf knapp 3,5 Millionen Menschen steigen, 2050 werden es bereits 4,5 Millionen sein. Schon heute herrscht in der Altenpflege akuter Fachkräftemangel. Etwa 30 000 Stellen sind unbesetzt. Bis 2030 werden nach Schätzungen sogar bis zu 300 000 Pflegekräfte fehlen. Auch in der Krankenpflege wird Personal gesucht, der Mangel ist aber nicht ganz so groß. Zudem wächst hier der Bedarf in den kommenden Jahrzehnten weniger stark als in der Altenpflege. Von der Reform erhoffen sich die Befürworter eine Erhöhung der Attraktivität des Berufs, weil künftig ein Wechsel zwischen Alten- und Krankenpflege möglich sein wird.

Wie sieht der Arbeitsmarkt in der Pflege aktuell aus?

Derzeit sind insgesamt etwa eine Million Menschen in der Alten- und Krankenpflege beschäftigt. Das sind rund 60 Prozent mehr als 1999. In ambulanten Diensten und stationären Pflegeeinrichtungen arbeiten etwa 375.000 Pflegefachkräfte, in Kliniken rund 350.000 Kranken- und Kinderkrankenpfleger. Im Schuljahr 2013/2014 absolvierten insgesamt 133.000 Auszubildende eine der drei derzeitigen Pflegeausbildungen. Etwas mehr als die Hälfte der Azubis lernte den Beruf des Altenpflegers.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was für und gegen eine einheitliche Ausbildung spricht, was von den Argumenten zu halten ist und welche Maßnahmen noch nötig sind.

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